Typische Dauer und Bewertung von Erythem und Krustenbildung nach photodynamischer Therapie
Erythem und Ödeme nach PDT dauern typischerweise 1-4 Wochen, während Krustenbildung bei etwa 9% der Patienten auftritt; anhaltende oder ungewöhnlich schwere Reaktionen über diesen Zeitraum hinaus erfordern eine Abklärung auf Kontaktsensibilisierung oder Infektion.
Erwartete Nebenwirkungen und Zeitverlauf
Die Entzündungsreaktion nach PDT ist eine erwartete therapeutische Reaktion, keine echte Nebenwirkung 1. Die britischen Leitlinien von 2019 beschreiben folgende typische Verläufe:
Akute Phase (während und unmittelbar nach Behandlung):
- Erythem und Ödeme: Treten bei 89% der Patienten auf 2
- Schmerzen: Bei 92% der Patienten während der Lichtexposition 2
- Diese Symptome beginnen während der Behandlung und erreichen ihren Höhepunkt in den ersten 24 Stunden
Subakute Phase (Tage bis Wochen):
- Erythem: Dauert typischerweise 3 Tage bei modernen Protokollen 3, kann aber bei konventioneller PDT 1-4 Wochen anhalten 4
- Schuppung mit Juckreiz: Bei 80% der Patienten 2
- Krustenbildung: Nur bei 9% der Patienten 2, wenn vorhanden, sollte innerhalb von 1-4 Wochen abheilen 4
Langfristige Veränderungen:
- Hyper- oder Hypopigmentierung: Selten, kann Wochen bis Monate anhalten 1
- Narbenbildung: Sehr selten 1
Wann ist eine Abklärung erforderlich?
Sofortige Evaluation bei:
Ungewöhnlich schwere oder dermatitische Reaktionen - Verdacht auf Kontaktsensibilisierung gegen die verwendeten Prodrugs (MAL oder ALA), besonders bei:
- Patienten mit großflächigen Behandlungen
- Mehrfachen Behandlungssitzungen
- Ausgedehnten Feldveränderungen 1
- Maßnahme: Epikutantestung durchführen
Große Erosionen (treten nur bei 1,2% auf) - wenn diese nicht innerhalb von 1-4 Wochen abheilen 2
Pusteln (bei 6% der Patienten) - besonders wenn sie ausgedehnt sind und erhebliche Patientenangst verursachen 2
Infektionszeichen (sehr selten, nur 0,4%) 2:
- Zunehmende Schmerzen nach der akuten Phase
- Eitrige Sekretion
- Systemische Symptome (Fieber)
- Ausbreitung der Rötung über das Behandlungsareal hinaus
Klinische Entscheidungsalgorithmus
Woche 1-4 nach PDT:
- Erythem und leichte Krustenbildung → Normal, Beobachtung
- Schuppung und Juckreiz → Normal, symptomatische Behandlung
Nach 4 Wochen:
- Persistierendes Erythem oder neue dermatitische Veränderungen → Epikutantestung erwägen
- Nicht heilende Erosionen → Wundabstrich, ggf. Biopsie
- Zunehmende Symptome → Infektionsausschluss
Wichtige Fallstricke
Die Leitlinien betonen Wachsamkeit bei Patienten mit 1:
- Daylight-PDT für ausgedehnte aktinische Keratosen
- Mehrfachen Behandlungssitzungen
- Großflächigen Behandlungsarealen
Kontaktsensibilisierung wird oft übersehen, da die Symptome einer normalen PDT-Reaktion ähneln können, aber ungewöhnlich schwer oder verzögert auftreten.
Die Leitlinien stellen klar, dass Narbenbildung extrem selten ist - wenn Narben auftreten, sollte die Diagnose und Behandlungstechnik überprüft werden 1.