Die Aussage c) ist falsch
Negative Antikörper gegen glatte Muskulatur schließen eine Autoimmunhepatitis NICHT aus. 1
Begründung
Die aktuellsten EASL-Leitlinien von 2025 zeigen eindeutig, dass Autoantikörper bei >95% der AIH-Patienten nachweisbar sind, wenn die Testung strikt nach Leitlinien erfolgt 1. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass bis zu 5% der AIH-Patienten seronegativ sein können – also eine autoantikörper-negative AIH haben.
Diagnostischer Algorithmus bei negativen Antikörpern
Wenn initiale Tests (ANA, SMA) negativ sind, sollte eine erweiterte Autoantikörper-Diagnostik erfolgen 1:
- Anti-SLA/LP
- Anti-LKM1, Anti-LKM3
- Anti-LC1
- Anti-F-Actin
- Anti-Ro52
- pANNA
- Anti-dsDNA
Wenn auch diese erweiterte Testung negativ bleibt, aber der klinische Verdacht weiterhin besteht, ist eine Leberbiopsie gerechtfertigt für die seltene Möglichkeit einer autoantikörper-negativen AIH 1.
Warum die anderen Aussagen korrekt sind
a) Prednisolon 1mg/kg KG – richtig
Die Standardinduktionstherapie verwendet tatsächlich Prednisolon in dieser Dosierung 2, 3. Neuere Daten zeigen allerdings, dass auch niedrigere Dosen (<40 mg/Tag) bei nicht-schwerer AIH effektiv sein können 4.
b) Erhaltungstherapie mit niedrig dosiertem Cortison und Azathioprin – richtig
Dies ist die etablierte Standarderhaltungstherapie 2. Die Kombination ermöglicht eine Reduktion der Steroiddosis und damit weniger Nebenwirkungen.
d) Leberbiopsie ist Goldstandard – richtig
Die EASL-Leitlinien 2025 betonen eindeutig: "Liver biopsy is required to establish the diagnosis of AIH" (LoE 1, starke Empfehlung, starker Konsens) 1. Die Diagnose AIH ohne Histologie sollte eine Ausnahme bleiben, da sie die Konsequenz einer langfristigen immunsuppressiven Therapie mit sich bringt 1.