What are the definition, diagnosis, and treatment of primary sclerosing cholangitis according to Austrian guidelines?

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Last updated: September 13, 2026 • View editorial policy

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Primär sklerosierende Cholangitis (PSC): Definition, Diagnose und Therapie

Definition

Die primär sklerosierende Cholangitis ist eine chronische cholestatische Lebererkrankung, die durch progressive Entzündung und Fibrose der intra- und/oder extrahepatischen Gallengänge charakterisiert ist, was zu multifokalen Strikturen, bakterieller Cholangitis und letztendlich zur Leberdekompensation führt. 1 Die Erkrankung betrifft vorwiegend junge Männer und ist in bis zu 88% der Fälle mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen assoziiert 1. PSC gilt als Autoimmunerkrankung mit starkem immunogenetischem Hintergrund und erhöhtem Risiko für hepatobiliäre Malignome, insbesondere das Cholangiokarzinom 1.

Diagnose

Diagnostischer Algorithmus

Die Diagnose der PSC basiert auf dem Nachweis cholestatischer Laborparameter mit typischen cholangiographischen Befunden bei gleichzeitigem Ausschluss sekundärer Ursachen einer sklerosierenden Cholangitis 2.

Labordiagnostik

  • Erhöhte alkalische Phosphatase (AP) ist der Hauptbefund
  • Erhöhtes Gamma-GT
  • Erhöhtes Bilirubin (bei fortgeschrittener Erkrankung)
  • Transaminasen können leicht erhöht sein
  • Autoantikörper sind nicht diagnostisch: pANCA ist in 33-88% positiv, aber nicht spezifisch 2
  • IgG4-Bestimmung ist wichtig zum Ausschluss einer IgG4-assoziierten sklerosierenden Cholangitis 2

Bildgebende Diagnostik

MRCP ist die primäre bildgebende Modalität zur Diagnose der PSC 2. Die Sensitivität liegt bei 86% und die Spezifität bei 94% 2. Typische Befunde sind:

  • Multifokale Strikturen der Gallengänge
  • "Perlschnurartige" Veränderungen (beading)
  • Wechsel zwischen Strikturen und Dilatationen

ERCP sollte nur bei folgenden Indikationen durchgeführt werden 2:

  • Notwendigkeit der Gewebeentnahme (Bürstenzytologie) bei Verdacht auf Cholangiokarzinom
  • Therapeutische Intervention bei dominanten Strikturen
  • Unklare Diagnose nach MRCP

Leberbiopsie

Die Leberbiopsie ist normalerweise nur in folgenden Situationen indiziert 2:

  • Verdacht auf Small-Duct-PSC (normale Cholangiographie bei cholestatischen Laborwerten)
  • Beurteilung von Overlap-Syndromen (z.B. mit Autoimmunhepatitis)
  • Unklare Diagnose

Ausschluss sekundärer Ursachen

Vor Diagnosestellung müssen folgende sekundäre Ursachen ausgeschlossen werden 2:

  • Choledocholithiasis
  • Ischämische Cholangiopathie
  • HIV-assoziierte Cholangiopathie
  • IgG4-assoziierte sklerosierende Cholangitis
  • Medikamentös-toxische Cholangiopathie

Therapie

Medikamentöse Therapie

Es existiert derzeit keine zugelassene medikamentöse Therapie, die das transplantationsfreie Überleben verbessert 1, 3.

Ursodeoxycholsäure (UDCA)

UDCA wird NICHT für die Routinebehandlung der PSC empfohlen 2. Die britischen Leitlinien geben eine starke Empfehlung gegen die Verwendung von UDCA basierend auf moderater Evidenz 2. UDCA wird auch nicht zur Prävention von kolorektalem Karzinom oder Cholangiokarzinom empfohlen 2.

Wichtiger Hinweis: Trotz der Leitlinienempfehlung wird UDCA in niedriger Dosierung in der Praxis häufig verwendet, da es die cholestatischen Laborparameter verbessert und in niedriger Dosis sicher ist 1.

Immunsuppression

Kortikosteroide und Immunsuppressiva sind bei klassischer PSC NICHT indiziert 2.

Ausnahmen:

  • Bei Overlap-Syndrom mit Autoimmunhepatitis können Kortikosteroide indiziert sein 2
  • Bei IgG4-assoziierter sklerosierender Cholangitis sind Kortikosteroide indiziert 2

Endoskopische Therapie

Endoskopische Interventionen sollten nur nach multidisziplinärer Expertenbewertung erfolgen 2.

Indikationen für ERCP

  • Dominante Strikturen mit klinischer Symptomatik
  • Verdacht auf Cholangiokarzinom (Gewebeentnahme erforderlich)

Technisches Vorgehen

Bei dominanten Strikturen ist die Ballondilatation der Stenteinlage vorzuziehen 2, da sie mit einem geringeren Risiko für bakterielle Cholangitis assoziiert ist 4.

Bei jeder ERCP mit Verdacht auf Malignom ist eine pathologische Probenentnahme obligatorisch 2:

  • Bürstenzytologie
  • Endobiliopische Biopsie
  • FISH-Analyse
  • Cholangioskopie bei Bedarf

Antibiotikaprophylaxe

Patienten mit PSC, die sich einer ERCP unterziehen, sollten prophylaktische Antibiotika erhalten 2.

Symptomatische Therapie

Pruritus

Therapiealgorithmus für Pruritus 2:

  1. Erste Wahl: Cholestyramin (oder ähnliche Gallensäurebinder)
  2. Zweite Wahl: Rifampicin oder Naltrexon

Fettlösliche Vitamine

Bei fortgeschrittener PSC sollte eine niedrige Schwelle für empirische Substitution fettlöslicher Vitamine bestehen 2, da Mangelernährung und Vitaminmangel relativ häufig sind.

Osteoporose

Alle PSC-Patienten sollten eine Risikobeurteilung für Osteoporose erhalten 2. Bei nachgewiesener Osteoporose erfolgt Behandlung und Follow-up gemäß nationalen Leitlinien.

Überwachung und Komplikationen

Cholangiokarzinom-Überwachung

CA19-9 wird NICHT für die Routineüberwachung empfohlen 2, da es eine niedrige diagnostische Genauigkeit aufweist. Bei klinischem Verdacht auf Cholangiokarzinom:

  • Kontrastmittel-verstärkte Schnittbildgebung (MRT oder CT) 2
  • Vorstellung im spezialisierten multidisziplinären Team 2

Gallenblasenpolypen

Jährliche Ultraschalluntersuchung der Gallenblase wird empfohlen 2. Bei Nachweis von Polypen erfolgt die Behandlung nach Vorstellung im hepatopankreatikobiliären MDT.

Kolonüberwachung

Patienten mit PSC und begleitender chronisch-entzündlicher Darmerkrankung sollten ab Diagnosestellung der Kolitis jährliche Koloskopien erhalten 2. Dies ist eine starke Empfehlung aufgrund des erhöhten Risikos für kolorektales Karzinom.

Lebertransplantation

PSC ist eine anerkannte Indikation für Lebertransplantation 2. Die Beurteilung der Eignung und Überweisung sollte gemäß nationalen Richtlinien erfolgen. Die Lebertransplantation ist die einzige definitive lebensrettende Intervention bei dekompensierter Erkrankung 1, 3.

Wichtiger Hinweis: Rezidiv-PSC tritt bei 20-30% der Patienten nach Transplantation auf 5, mit einer medianen Zeit von etwa 5 Jahren bis zum Rezidiv 5.

Langzeitbetreuung

Patienten sollten eine lebenslange Nachsorge erhalten 2, da der Krankheitsverlauf unvorhersehbar ist und schwerwiegende Komplikationen auftreten können. Die Betreuung sollte folgendes umfassen:

  • Symptomatische oder komplexe Erkrankung: Überweisung zur multidisziplinären Expertenbewertung 2
  • Frühe, stabile Erkrankung: Kann in allgemeinen Kliniken betreut werden 2
  • Studienteilnahme: Patienten, die Einschlusskriterien erfüllen, sollte die Teilnahme an klinischen Studien angeboten werden 2

Experimentelle Therapien

Mehrere neue therapeutische Strategien befinden sich in verschiedenen Entwicklungsstadien 1, darunter ASBT- und IBAT-Inhibitoren, Integrin-Inhibitoren, PPAR-Agonisten, FXR-Agonisten und nor-Ursodeoxycholsäure. Diese sind jedoch noch nicht für die klinische Routineanwendung zugelassen.

References

Research

Primary sclerosing cholangitis.

Nature reviews. Disease primers, 2025

Research

Endoscopic management of primary sclerosing cholangitis.

Digestive endoscopy : official journal of the Japan Gastroenterological Endoscopy Society, 2025

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