Lebendimpfungen: Welche Aussage ist richtig?
• Die richtige Antwort ist: b) Lebendimpfungen sind nur bei primären Immundefekten immer kontraindiziert. 1
Begründung:
- Primäre Immundefekte mit schwerem T‑Zell‑Defekt (z. B. SCID, komplettes DiGeorge) haben eine klare, generelle Kontraindikation für alle Lebendimpfstoffe wegen Risiko für disseminierte Impfkrankheit → Morbidität/Mortalität entscheidend 1.
- Bei sekundären Immundefekten (z. B. HIV je nach CD4, Transplantierte nach Immunrekonstitution, bestimmte Biologika) gilt keine pauschale “immer”-Kontraindikation; es gibt Ausnahmen/Erwägungen (z. B. MMR/Varizellen bei ausreichenden CD4 unter kontrollierter HIV-Therapie sind teils zulässig; Zoster/Varizellen lebend sind bei vielen sekundären Zuständen kontraindiziert, aber nicht ausnahmslos “immer”) 2, 1.
- Andere Optionen sind falsch:
- a) “bei prim. Immundefekten immer kontraindiziert” ist zu absolut: Bei partiellen T‑Zell‑Defekten kann MMR/Varizellen nach strenger CD4‑Schwelle erwogen werden → also nicht “immer” 1.
- c) “bei allen Immundefekten immer indiziert” ist klar falsch 2, 1.
- d) “Sekundärtumor” durch Lebendimpfstoffe: keine evidenzbasierte Aussage 2, 1.
- e) “aplastische Krise” durch Lebendimpfstoffe: nicht belegt; aplastische Krisen sind klassisch Parvovirus B19‑assoziiert, kein Lebendimpfstoff 2, 1.
Praxis-Algorithmus (Kurz):
- Primärer schwerer T‑Zell‑Defekt oder fehlende Immunrekonstitution nach HCT: keine Lebendimpfstoffe (immer kontraindiziert) 1.
- Primäre partielle Defekte: ggf. MMR/Varizellen nur bei ausreichenden CD4‑Zahlen nach Fachprüfung; sonst vermeiden 1.
- Sekundäre Defekte (z. B. HIV): differenziert nach CD4/Status; einige Lebendimpfstoffe erlaubt, andere kontraindiziert → keine “immer”-Regel 2.
Pitfalls: