Retrolisthesis
Der Begriff für eine posteriore (nach hinten gerichtete) Verschiebung eines gesamten Wirbelkörpers mit Ober- und Unterkante ist "Retrolisthesis".
Definition und Abgrenzung
Retrolisthesis beschreibt die dorsale Verschiebung eines Wirbelkörpers in seiner Gesamtheit gegenüber dem darunterliegenden Wirbel. Dies unterscheidet sich von der Spondylolisthesis, bei der der Wirbelkörper nach anterior (vorne) verschoben ist 1.
Wichtige Unterscheidungsmerkmale:
- Retrolisthesis: Posteriore Verschiebung des gesamten Wirbelkörpers nach hinten
- Spondylolisthesis: Anteriore, laterale oder posteriore Verschiebung eines superioren Wirbels über den angrenzenden inferioren Wirbel, meist nach vorne 1
- Bone Cement Displacement: Anteriore Verschiebung von Knochenzement nach Vertebroplastie, nicht zu verwechseln mit Wirbelkörperverschiebung 2
Klinische Relevanz
Die Unterscheidung ist wichtig für:
- Diagnosestellung: Bildgebung mittels Röntgen, CT oder MRT zeigt die Richtung der Verschiebung
- Stabilitätsbeurteilung: Retrolisthesis kann auf Instabilität der Wirbelsäule hinweisen
- Behandlungsplanung: Die Verschiebungsrichtung beeinflusst therapeutische Entscheidungen
Häufige Fallstricke:
Die Begriffe werden oft verwechselt oder ungenau verwendet. Bei der Dokumentation sollte immer die genaue Verschiebungsrichtung angegeben werden, da dies therapeutische Konsequenzen hat, insbesondere bei der Entscheidung für konservative versus operative Behandlung.