In an attempted rape with no penetration and no visible external injuries, is post‑exposure HIV prophylaxis (PEP) required?

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Last updated: September 20, 2026 • View editorial policy

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HIV-Postexpositionsprophylaxe bei versuchter Vergewaltigung ohne Penetration

Bei einer versuchten Vergewaltigung ohne Penetration und ohne äußere Verletzungszeichen ist eine HIV-PEP in der Regel NICHT routinemäßig indiziert, jedoch erfordert jeder Fall eine individuelle Risikobewertung basierend auf der Art des Kontakts und dem HIV-Status der Täterquelle.

Entscheidungsalgorithmus für HIV-PEP nach sexuellem Übergriff

Die aktuellsten CDC-Richtlinien von 2025 1 bieten einen klaren Rahmen:

Wann HIV-PEP empfohlen wird:

  • Analer oder vaginaler Geschlechtsverkehr ohne Kondom innerhalb von ≤72 Stunden
  • Quelle mit bekannter HIV-Infektion oder unbekanntem HIV-Status
  • Quelle mit Virämie oder unbekanntem Suppressionsstatus

Wann HIV-PEP NICHT routinemäßig empfohlen wird:

  • Oral-genitaler Kontakt ohne Kondom 1
  • Intaktes Kondom wurde verwendet
  • Kein penetrativer Kontakt

Spezifische Überlegungen bei versuchter Vergewaltigung ohne Penetration

Das Fehlen von Penetration und äußeren Verletzungen reduziert das HIV-Übertragungsrisiko erheblich. Die CDC-Richtlinien kategorisieren oral-genitalen Kontakt als "nicht routinemäßig empfohlen" für PEP 1. Ohne Penetration liegt das Transmissionsrisiko noch niedriger.

Wichtige Ausnahmen - Fall-zu-Fall-Bewertung erforderlich:

Sie müssen dennoch folgende Faktoren evaluieren:

  • Art des Kontakts: Gab es Schleimhautkontakt mit potenziell infektiösen Körperflüssigkeiten?
  • HIV-Status der Quelle: Ist die Quelle bekanntermaßen HIV-positiv mit Virämie?
  • Zeitfenster: Sind seit der Exposition <72 Stunden vergangen?
  • Versteckte Verletzungen: Können Mikroverletzungen der Schleimhäute trotz fehlender äußerer Zeichen vorliegen?

Praktisches Vorgehen

Wenn innerhalb von 72 Stunden nach Exposition:

  1. Sofortige Risikobewertung durchführen

    • Genaue Dokumentation der Art des Kontakts
    • HIV-Status der Quelle ermitteln (wenn möglich)
    • Schleimhautkontakt mit Blut, Sperma oder Vaginalsekreten?
  2. Bei fehlendem penetrativem Kontakt:

    • PEP ist nicht routinemäßig indiziert 1
    • Ausnahme: Wenn dokumentierter Schleimhautkontakt mit Körperflüssigkeiten einer bekannt HIV-positiven Quelle
  3. Beratung und Unterstützung priorisieren:

    • Umfassende Versorgung nach sexuellem Übergriff 1
    • STI-Screening und Prophylaxe
    • Notfallkontrazeption
    • Psychosoziale Unterstützung
    • Forensische Untersuchung wenn indiziert

Wichtige Fallstricke

Häufige Fehler vermeiden:

  • Nicht automatisch PEP ablehnen ohne gründliche Anamnese - versteckte Penetration oder Schleimhautverletzungen können vorliegen
  • Zeitfenster beachten: PEP muss innerhalb von 72 Stunden begonnen werden, idealerweise so schnell wie möglich 2, 1
  • Expertenkonsultation nutzen: Bei Unsicherheit CDC PEPline kontaktieren (888-448-4911) 1
  • Follow-up sicherstellen: Auch ohne PEP ist HIV-Testing nach 4-6 und 12 Wochen indiziert 1

Wenn PEP doch indiziert ist

Bevorzugte Regime für 28 Tage 1:

  • Bictegravir/Emtricitabin/Tenofovir-Alafenamid (BIC/FTC/TAF)
  • Dolutegravir plus (TAF oder TDF) plus (FTC oder 3TC)

Erste Dosis so schnell wie möglich verabreichen - moderne antiretrovirale Medikamente sind deutlich sicherer und besser verträglich als frühere Regime 1.

Zusammenfassung der Evidenz

Die aktuellsten CDC-Richtlinien von 2025 1 klassifizieren Expositionen ohne anale oder vaginale Penetration als "nicht routinemäßig empfohlen" für PEP. Dies basiert auf dem sehr niedrigen Transmissionsrisiko bei nicht-penetrativem Kontakt. Die Entscheidung muss jedoch die spezifischen Umstände berücksichtigen, insbesondere bei bekannter HIV-positiver Quelle mit Virämie.

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