Sofortmaßnahmen bei akutem Asthmaanfall bei Jugendlichen
Bei einem akuten Asthmaanfall bei Jugendlichen sollten Sie sofort hochdosierten Sauerstoff (40-60%) über Gesichtsmaske geben, vernebeltes Salbutamol 5 mg oder Terbutalin 10 mg über einen sauerstoffbetriebenen Vernebler verabreichen, und systemische Kortikosteroide (Prednisolon 30-60 mg oral oder Hydrokortison 200 mg intravenös) geben 1.
Schweregrad-Beurteilung
Erkennen Sie einen schweren Asthmaanfall anhand folgender Kriterien 1:
- Zu kurzatmig zum Sprechen
- Atemfrequenz >50/min
- Puls >140/min
- Peak-Flow <50% des Sollwerts
Lebensbedrohliche Merkmale umfassen 1:
- Zyanose, "stille Lunge"
- Schwache Atemanstrengung
- Erschöpfung oder Ermüdung
- Agitiertheit oder Bewusstseinstrübung
- Peak-Flow <33% des Sollwerts
Initiale Behandlung (erste 15-30 Minuten)
Basistherapie für alle schweren Anfälle:
Sauerstoff: 40-60% über Gesichtsmaske (CO₂-Retention wird durch Sauerstofftherapie bei Asthma nicht verschlimmert) 1
Bronchodilatatoren:
Systemische Kortikosteroide sofort:
- Prednisolon 30-60 mg oral ODER
- Hydrokortison 200 mg intravenös 1
Ipratropium hinzufügen: 100 µg vernebelt alle 6 Stunden 1
Bei lebensbedrohlichen Merkmalen zusätzlich:
Aminophyllin intravenös: 5 mg/kg über 20 Minuten als Ladedosis, dann 1 mg/kg/h als Dauerinfusion (Ladedosis weglassen, wenn Patient bereits orale Theophylline einnimmt) 1
Monitoring und Verlaufsbeurteilung
- Peak-Flow wiederholen 15-30 Minuten nach Behandlungsbeginn 1
- Sauerstoffsättigung: >92% anstreben (Oximetrie) 1
- Peak-Flow dokumentieren vor und nach jedem vernebelten Bronchodilatator 1
Wenn KEINE Besserung nach 15-30 Minuten:
- Sauerstoff und Steroide fortsetzen
- Vernebelte β-Agonisten häufiger geben: alle 15-30 Minuten 1
- Ipratropium zum Vernebler hinzufügen und alle 6 Stunden wiederholen bis Besserung eintritt 1
Wenn Besserung eintritt:
- Hochdosierter Sauerstoff fortsetzen
- Prednisolon 1-2 mg/kg Körpergewicht täglich (maximal 40 mg) 1
- Vernebelter β-Agonist alle 4 Stunden 1
Intensivstation-Verlegung
Sofortige Verlegung auf Intensivstation (begleitet von einem zur Intubation bereiten Arzt) bei 1:
- Sich verschlechterndem Peak-Flow
- Zunehmender Erschöpfung, schwacher Atmung
- Anhaltender Hypoxie oder Hyperkapnie
- Koma, Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung
- Atemstillstand
Wichtige Fallstricke
Keine Sedativa geben – diese können die Atemanstrengung verschlechtern 1
Blutgasanalysen sind bei Kindern/Jugendlichen selten hilfreich für die initiale Behandlungsentscheidung 1
Unterschätzen Sie nicht die Schwere – Jugendliche mit schweren Anfällen können nicht alle Abnormalitäten zeigen; das Vorhandensein eines einzigen Merkmals sollte alarmieren 1
Die British Thoracic Society Leitlinien 1 bilden die Grundlage dieser Empfehlungen und betonen, dass viele Todesfälle durch Asthma vermeidbar sind – Verzögerungen können tödlich sein. Die systematische Anwendung dieser algorithmischen Schritte mit objektiver Schweregradmessung ist entscheidend für die Mortalitäts- und Morbiditätsreduktion.