Ultraschallbefund des ovariellen Teratoms
Ovarielle Teratome (Dermoidzysten) zeigen im Ultraschall typischerweise eine echoreiche, schallabschwächende Komponente oder kleine horizontale Grenzflächen, die durch Fett-, Haar- und Kalkstrukturen entstehen 1.
Charakteristische Ultraschallmerkmale
Klassische Befunde (in >80% der Fälle)
Die häufigsten sonographischen Erscheinungsformen umfassen 2:
- "Dots and Lines": Kleine echoreiche Punkte und Linien durch Haare und Fettgewebe
- Echogener "weißer Ball": Hyperechogene kugelförmige Struktur (Dermoidpfropf)
- Schallschatten: Distale akustische Abschattung durch Kalk oder Knochen (in 72% der Fälle) 2
- Gemischte Echotextur: Zystischer Inhalt mit gemischter Echogenität (in 81% der Fälle) 2
Neu beschriebene Merkmale 2
- "Cotton wool tufts": Watteähnliche echoreiche Strukturen
- "Mushroom cap sign": Pilzkappenförmige Konfiguration
- "Starry sky sign": Sternenhimmelartige Verteilung
- Komplett hyperechogene Läsion: Wenn der Dermoidpfropf die gesamte Zyste ausfüllt
Morphologische Klassifikation
Zystische Erscheinungsformen (häufigste Form)
Die meisten maturen zystischen Teratome präsentieren sich als 2:
- Unilokulär (58% der Fälle): Einzelne Zyste mit gemischtem Inhalt
- Multilokulär (15% der Fälle): Mehrere Kammern
- Median-Durchmesser: 66 mm (Bereich 15-310 mm)
Farbdoppler-Befunde
Teratome zeigen typischerweise keine oder minimale Vaskularisation 2:
- Color Score 1 (keine Durchblutung): 53% der Fälle
- Color Score 2 (minimale Durchblutung): 27% der Fälle
Wichtige Differenzierungen
Benigne vs. Maligne Transformation
Vorsicht bei folgenden Befunden, die auf maligne Transformation hinweisen können 3:
- Vaskularisierte solide Komponenten (Color Score 3-4)
- Große Tumorgröße (>10 cm, besonders >20 cm bei muzinösen Malignomen)
- Postmenopausaler Status bei neu aufgetretener Läsion
- Irreguläre Binnenstrukturen ohne typische Teratom-Merkmale
Wichtig: 40% der malignen Transformationen können sonographisch wie benigne Teratome aussehen 3. Bei postmenopausalen Patientinnen oder atypischen Befunden ist erhöhte Wachsamkeit geboten.
Immature Teratome (selten, aber wichtig)
Immature Teratome zeigen ein völlig anderes Ultraschallbild 4:
- Große unilaterale Raumforderung (Median 150 mm)
- Multilokulär-solide (50%) oder rein solide (34%) Struktur
- Pathognomonisch: Heterogene, bizarre Echogenität der soliden Anteile mit hyperechogenen Arealen, zystischen Räumen und Schallschatten (in 84% der Fälle)
- Minimale bis moderate Vaskularisation (86% der Fälle)
- Typisches Alter: Median 24,5 Jahre
Diagnostische Genauigkeit
Der transvaginale Ultraschall kann in 82% der Fälle präoperativ die korrekte Diagnose eines maturen zystischen Teratoms stellen 2. Die Kombination aus Grauskala-Morphologie und Farbdoppler erreicht die höchste diagnostische Genauigkeit 1.
MRT zur Bestätigung
MRT ist die bevorzugte Zusatzmodalität zur Bestätigung von Fettgewebe, wenn der Ultraschallbefund unklar ist 1:
- Fett zeigt Signalabfall in fettgesättigten Sequenzen
- Höhere Genauigkeit als CT für Fettnachweis
- Besonders hilfreich bei kleinen intravaskulären Fettmengen