In a patient with sinus rhythm (heart rate 79/min), marked right‑ward QRS axis (264°, –96°), slightly prolonged QRS duration (112 ms) consistent with an incomplete right bundle‑branch block, atypical precordial morphology explained by pectus excavatum, no acute ischemic changes, normal QTc interval, and no symptoms, should a transthoracic echocardiogram be performed?

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Last updated: October 6, 2026 • View editorial policy

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Echokardiographie bei inkomplettem Rechtsschenkelblock und Pectus excavatum

Bei diesem asymptomatischen Patienten mit inkomplettem Rechtsschenkelblock (iRSB), ausgeprägt rechtsverlagerter QRS-Achse und bekanntem Pectus excavatum ist eine transthorakale Echokardiographie sinnvoll und sollte durchgeführt werden.

Begründung der Empfehlung

Die 2018 ACC/AHA/HRS-Leitlinie gibt klare Empfehlungen zur kardialen Bildgebung bei Leitungsstörungen 1:

  • Class IIa-Empfehlung (B-NR): Bei ausgewählten Patienten mit Bradykardie oder Leitungsstörungen außer Linksschenkelblock, Mobitz-II-Block oder höhergradigen AV-Blockierungen ist eine transthorakale Echokardiographie sinnvoll, wenn eine strukturelle Herzerkrankung vermutet wird 1.

  • Class III (No Benefit): Routinebildgebung ist nicht indiziert bei asymptomatischer Sinusbradykardie oder AV-Block I° ohne klinische Hinweise auf strukturelle Herzerkrankung 1.

Warum hier eine Echokardiographie durchführen?

Pectus excavatum als Risikofaktor

Ihr Patient hat mehrere Faktoren, die eine strukturelle Herzerkrankung nahelegen:

  1. Pectus excavatum ist mit kardialen Abnormalitäten assoziiert:

    • 70% der PE-Patienten zeigen kardiale Auffälligkeiten präoperativ 2
    • Rechtsventrikuläre Kompression tritt bei 33,1% auf 2
    • Mitralklappenprolaps bei 46,3% (15% in anderen Serien) 3, 2
    • iRSB bei 17,7% der PE-Patienten 2
  2. Die EKG-Befunde sind zwar typisch für PE, aber nicht ausschließlich benigne:

    • iRSB mit RSR'-Muster in V1/V2 (40,6% präoperativ bei PE) 4
    • T-Negativierung V1-V3 (62,3% präoperativ bei PE) 4
    • Ausgeprägte Rechtsachsenabweichung (−96°) ist ungewöhnlich ausgeprägt
  3. Funktionelle Bedeutung: Präoperatives Vorhandensein von RBBB (OR=4,8) und T-Negativierung V1-3 (OR=2,3) waren mit abnormalen Belastungstests assoziiert 4 – dies deutet auf mögliche kardiopulmonale Einschränkungen hin, auch wenn der Patient aktuell asymptomatisch ist.

Klinischer Algorithmus

Führen Sie die Echokardiographie durch, um zu evaluieren:

  • Rechtsventrikuläre Kompression/Volumen – häufig bei PE, kann asymptomatisch sein
  • Mitralklappenprolaps – bei 15-46% der PE-Patienten 3, 2
  • Rechtsventrikuläre Funktion und Größe – zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz
  • Andere strukturelle Anomalien – die den iRSB und die extreme Achsenabweichung erklären könnten

Wichtige Fallstricke

Was Sie vermeiden sollten:

  • Nicht als "nur kosmetisch" abtun: PE hat dokumentierte kardiopulmonale Konsequenzen 3, 5, 2
  • Nicht die extreme Achsenabweichung ignorieren: −96° ist sehr ausgeprägt, selbst für PE
  • Nicht auf Symptome warten: 70% haben kardiale Abnormalitäten, viele sind asymptomatisch 2

Nuancen der Evidenz:

Die Leitlinie 1 sagt explizit, dass bei iRSB (im Gegensatz zu komplettem Linksschenkelblock) keine automatische Class-I-Indikation besteht. Jedoch verschiebt das Vorhandensein von PE mit seinen bekannten kardialen Assoziationen diesen Fall in die Class-IIa-Kategorie ("reasonable if structural heart disease is suspected").

Die neueste Evidenz 4, 2 aus 2024-2026 zeigt eindeutig, dass:

  • EKG-Veränderungen bei PE häufig sind (>60% haben Abnormalitäten)
  • Diese nach chirurgischer Korrektur oft reversibel sind
  • Präoperative Evaluation wichtig ist für Risikostratifizierung

Praktisches Vorgehen

Bei der Gesundenuntersuchung:

  1. Echokardiographie anordnen
  2. Bei normaler Echokardiographie: Verlaufskontrolle nur bei Symptomen oder EKG-Progression
  3. Bei Nachweis von RV-Kompression, Mitralklappenprolaps oder anderen Abnormalitäten: Kardiologen-Mitbetreuung und ggf. Diskussion einer PE-Korrektur (wenn Haller-Index >3,25 oder andere Kriterien erfüllt) 3, 5

Die P-Dauer von 157 ms sollte tatsächlich manuell überprüft werden – bei PE ist eine negative P-Welle in V1 typisch (86,9%) 4, aber eine echte P-Verlängerung könnte auf biatriale Vergrößerung hinweisen.

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