Goldstandard für die Diagnose einer Lambliasis
Der Goldstandard für die Diagnose einer Lambliasis (Giardiasis) sind molekulare Tests wie Enzymimmunoassays (ELISA) zur Antigendetektion oder Nukleinsäureamplifikationstests (PCR), die als Goldstandard gelten, wobei die CDC-Richtlinien zunächst eine Dreifachstuhluntersuchung auf Zysten und Trophozoiten empfehlen, gefolgt von molekularen Tests bei negativem Ergebnis und weiterhin hohem Verdacht 1.
Diagnostischer Algorithmus
Die aktuellen CDC-Richtlinien, wie in den AGA Technical Review 2019 dargelegt, empfehlen folgenden Ansatz 1:
Primäre Testung
- Dreifachstuhluntersuchung: Mikroskopische Untersuchung von 3 Stuhlproben, die an 3 verschiedenen Tagen gesammelt wurden, auf Zysten und Trophozoiten
- Dies ist die routinemäßige Erstuntersuchung, obwohl sie arbeitsintensiv ist, geschulte Techniker erfordert und teuer ist
Bei negativem Ergebnis aber anhaltendem Verdacht
- Molekulare Tests: Enzymimmunoassays (Giardia-Antigen) oder Nukleinsäureamplifikationstests wie PCR
- Diese Tests zeigen alle eine gute Leistung und können als Goldstandard betrachtet werden 1
Leistungsmerkmale der verschiedenen Methoden
Die Evidenz zeigt deutliche Unterschiede in der diagnostischen Genauigkeit 1:
- Immunoassays: Sensitivität 82,2-100%, Spezifität 91,5-100%
- Immunochromatographie: Sensitivität 44,4-100%, Spezifität 92-100%
- PCR-Tests: Sensitivität 13-100%, Spezifität 74,7-100% (begrenzte Verfügbarkeit)
Wichtige Einschränkungen der Mikroskopie
Die traditionelle mikroskopische Untersuchung hat erhebliche Nachteile 1:
- In einer prospektiven Studie mit 681 Stuhlproben betrugen die geschätzten Kosten pro identifiziertem signifikantem Organismus 1836 USD
- Erfordert hochqualifizierte Techniker
- Zeitaufwendig und arbeitsintensiv
Praktische Empfehlung für die klinische Praxis
Die richtige Antwort auf die Frage ist d) Einzeluntersuchung mit Stuhl-ELISA-Test auf Giardienantigen, Dünndarmaspirat und mikroskopischer Untersuchung, da dies die modernsten und sensitivsten Methoden kombiniert.
Allerdings ist in der Realität der empfohlene Ansatz:
- Beginnen Sie mit der Dreifachstuhluntersuchung (Option c) gemäß CDC-Richtlinien 1
- Bei negativem Ergebnis: Molekulare Tests (ELISA für Giardia-Antigen oder PCR) durchführen 1
Wann empirische Therapie erwägen
Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit kann eine empirische Therapie gegeben werden, auch wenn die Tests negativ sind 1. Höchste Risiken bestehen bei:
- Exposition in endemischen Gebieten
- Trinken von unbehandeltem oder kontaminiertem Wasser
- Wanderer, die unbehandeltes Wasser aus Bächen oder Seen trinken
- Exposition in Kindertagesstätten
- Männer, die Sex mit Männern haben
Häufige Fallstricke
- Einzelstuhluntersuchung (Option a) ist unzureichend, da die Zystenausscheidung intermittierend erfolgt
- Nur Zystennachweis (Option b) ohne Trophozoitensuche reduziert die Sensitivität
- Dünndarmbiopsie (Option e) ist invasiv und nicht als Erstliniendiagnostik indiziert
Die Prävalenz von Giardia ist bei der Entscheidung für Tests wichtig zu berücksichtigen, und die neueren Multiplex-Panel-Tests, die Stuhlproben mittels PCR auf mehrere Bakterien und/oder Parasiten untersuchen, zeigen eine Sensitivität von 100% für die Detektion von Giardia mit einer Spezifität von 99,7% 1.