Der betroffene Nerv ist der mediale Ast des Nervus cutaneus dorsalis medialis (auch bekannt als dorsomediale kutane Nerv des Hallux)
Der Nerv, der die Hautempfindung zwischen dem Großzeh (Hallux/D1) und dem zweiten Zeh (D2) versorgt, ist der mediale Ast des medialen dorsalen kutanen Nervs (dorsomedial cutaneous nerve of the hallux), ein Endast des Nervus fibularis superficialis (oberflächlicher Peronäusnerv). 1, 2, 3
Anatomische Details
Der dorsomediale kutane Nerv des Hallux ist ein terminaler Ast des Nervus fibularis superficialis und versorgt spezifisch:
- Die dorsomediale Seite des ersten Metatarsophalangealgelenks
- Die Haut zwischen dem ersten und zweiten Zeh
- Den dorsomedialen Aspekt des Großzehs 1, 2, 4
Wichtige anatomische Landmarken
Der Nerv kreuzt die Sehne des Musculus extensor hallucis longus (EHL) etwa 2 cm proximal des Metatarsophalangealgelenks. An dieser Kreuzungsstelle verläuft der Nerv tief unter einer charakteristischen transversalen "Sentinel-Vene", die als anatomischer Marker dient 5, 1.
Bei Verwendung einer "Uhrzeiger-Referenz" (mit der EHL-Sehne bei 12 Uhr für einen rechten Fuß) liegt der dorsomediale kutane Nerv typischerweise zwischen 10 und 12 Uhr 1.
Klinische Relevanz
Gefahrenzone: Der Nerv liegt 12-19 mm medial von der EHL-Sehne auf Höhe des Metatarsophalangealgelenks. Diese Distanz variiert mit dem Schweregrad einer eventuellen Hallux-valgus-Deformität - bei normalen Füßen etwa 12 mm, bei schweren Deformitäten bis zu 19 mm 2, 1.
Häufige Verletzungsursachen
Iatrogene Schädigungen dieses Nervs können auftreten bei:
- Hallux-valgus-Korrekturen
- Bunionektomien
- Cheilektomien
- Operationen am ersten Metatarsophalangealgelenk 4, 1
Solche Verletzungen führen zu Sensibilitätsverlust, Neurombildung oder schmerzhafter Kausalgie im betroffenen Bereich 4, 3.
Unterscheidung von Polyneuropathie
Da Sie explizit erwähnen, dass es sich nicht um eine Polyneuropathie handelt und nur die Zehenflächen zwischen D1 und D2 betroffen sind, deutet dies auf eine isolierte Läsion dieses spezifischen Nervs hin - entweder durch:
- Traumatische Verletzung
- Kompression
- Iatrogene Schädigung
- Lokale pathologische Prozesse
Dies unterscheidet sich deutlich von der typischen "Strumpf-Handschuh-Verteilung" einer diabetischen oder anderen symmetrischen distalen Polyneuropathie 6.