Ja, Quercetin ist in Grapefruit enthalten
Grapefruitsaft enthält Quercetin als einen von mehreren Flavonoiden, die pharmakologisch aktiv sind und Arzneimittelinteraktionen verursachen können. 1
Evidenz aus medizinischen Leitlinien
Die American Academy of Pediatrics-Leitlinie von 2017 listet Quercetin explizit als eines der Flavonoide auf, die in Grapefruitsaft vorkommen. Die Leitlinie nennt speziell:
- Grapefruitsaft enthält mehrere Flavonoide, darunter Naringin, Naringenin, Hesperidin, Hesperetin, Quercetin und Kaempferol 1
- Diese Flavonoide können die Aktivität verschiedener Enzyme und Transportproteine beeinflussen, die für die Arzneimitteldisposition wichtig sind
- Grapefruitsaft hemmt nachweislich das intestinale Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4), was zu Arzneimittel-Nährstoff-Interaktionen führt
Klinische Relevanz
Die Anwesenheit von Quercetin in Grapefruit ist medizinisch bedeutsam, weil:
- Quercetin ist ein potenter In-vitro-Inhibitor von CYP3A 2
- Es kann den hepatischen Metabolismus bestimmter Medikamente beeinflussen 2
- Die Konzentration in Grapefruitsaft ist jedoch relativ gering (<10 mg pro 200 ml) 3
Wichtiger Hinweis zur Arzneimittelinteraktion
Obwohl Quercetin in Grapefruit vorhanden ist, ist es wahrscheinlich nicht der Hauptverursacher der bekannten Grapefruit-Arzneimittel-Interaktionen. Eine klinische Studie zeigte, dass Quercetin in Dosen von 400 mg die Nifedipin-Pharmakokinetik nicht signifikant veränderte, während Grapefruitsaft dies tat 3. Dies deutet darauf hin, dass andere Flavonoide (insbesondere Naringin/Naringenin) für die klinisch relevanten Interaktionen hauptverantwortlich sind.
Weitere Quellen von Quercetin
Quercetin kommt auch in anderen Lebensmitteln vor 4:
- Rotwein
- Zwiebeln
- Äpfeln
- Schwarzem Tee
- In geringeren Mengen in grünem Blattgemüse und Bohnen