Empfehlungen für Dialyseparameter bei Patienten mit Beta-Blockern
Bei Patienten unter Beta-Blocker-Therapie sollte eine intensivierte Hämodialyse mit einem High-Flux-Dialysator (>1m² Kapillaroberfläche pro 1m² Körperoberfläche) und maximalem Blutfluss (>150-200 cm³/min/m² Körperoberfläche) durchgeführt werden.
Dialyseparameter für Patienten mit Beta-Blockern
Hämodialyseparameter
- Dialysator-Typ: High-Flux-Dialysator mit >1m² Kapillaroberfläche pro 1m² Körperoberfläche 1
- Blutfluss: Maximaler Blutfluss >150-200 cm³/min/m² Körperoberfläche 1
- Dialysefrequenz: Mindestens 3x wöchentlich für Patienten mit einer Kreatinin-Clearance <2 ml/min/1,73m² 1
- Behandlungsdauer: Mindestens 3 Stunden pro Sitzung bei 3x wöchentlicher Dialyse 1
- Kt/V-Zielwert: Standard-Kt/V von mindestens 2,0 pro Woche 1
Besonderheiten bei Beta-Blocker-Therapie
Beta-Blocker sind bei Dialysepatienten mit einer reduzierten Rate an plötzlichem Herztod und Gesamtmortalität assoziiert 2. Daher ist die Optimierung der Dialyseparameter für diese Patientengruppe besonders wichtig.
Dialysierbarkeit von Beta-Blockern
Die Dialysierbarkeit von Beta-Blockern kann ihre Wirksamkeit beeinflussen:
- Dialysierbare Beta-Blocker: Atenolol, Acebutolol, Metoprolol und Bisoprolol 3
- Nicht-dialysierbare Beta-Blocker: Betaxolol, Carvedilol und Propranolol 3
Interessanterweise zeigen neuere Studien, dass dialysierbare Beta-Blocker mit einer niedrigeren Gesamtmortalität und einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert sind als nicht-dialysierbare Beta-Blocker 3.
Personalisierung des Dialyseregimes
Das Dialyseregime sollte basierend auf klinischen Beobachtungen und Plasmaoxalatwerten personalisiert werden 1:
- Überwachung der Hämodynamik: Engmaschige Kontrolle des Blutdrucks vor, während und nach der Dialyse
- Elektrolytmanagement: Besondere Beachtung des Kaliumspiegels, da sowohl Beta-Blocker als auch die Dialyse den Kaliumspiegel beeinflussen können 1
- Anpassung der Ultrafiltration: Vorsichtige Ultrafiltration, um hämodynamische Instabilität zu vermeiden, besonders bei Patienten mit Herzinsuffizienz unter Beta-Blocker-Therapie
Nierentransplantierte Patienten mit Beta-Blockern
Bei nierentransplantierten Patienten unter Beta-Blocker-Therapie:
- HBsAg-positive Patienten: Sollten Entecavir (ETV) oder Tenofovir alafenamid (TAF) als Prophylaxe oder Behandlung erhalten 1
- Überwachung der Nierenfunktion: Sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion während der Behandlung mit Nukleosidanaloga 1
- Blutdruckkontrolle: Optimale Kontrolle von Bluthochdruck und Diabetes mellitus 1
Vorsichtsmaßnahmen und Komplikationen
Potentielle Komplikationen
- Hämodynamische Instabilität: Beta-Blocker können die kardiovaskuläre Reaktion auf Volumenänderungen während der Dialyse dämpfen
- Bradykardie: Verstärkte bradykarde Wirkung während der Dialyse möglich
- Hyperkaliämie: Beta-Blocker können die Kaliumausscheidung verringern, was bei Dialysepatienten besonders relevant ist 1
Überwachung und Management
- Regelmäßige EKG-Kontrollen: Zur Erkennung von Rhythmusstörungen
- Engmaschige Blutdruckmessung: Vor, während und nach der Dialyse
- Laborkontrollen: Regelmäßige Überwachung von Elektrolyten, insbesondere Kalium
Fazit
Die Dialyseparameter für Patienten unter Beta-Blocker-Therapie sollten eine intensivierte Hämodialyse mit High-Flux-Dialysator und maximalem Blutfluss umfassen. Die Dialysierbarkeit des verwendeten Beta-Blockers sollte berücksichtigt werden, wobei neuere Daten darauf hindeuten, dass dialysierbare Beta-Blocker mit besseren klinischen Ergebnissen verbunden sein könnten. Eine engmaschige Überwachung der Hämodynamik und des Elektrolythaushalts ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen.