How long after nerve damage is denervation detectable in an Electromyogram (EMG)?

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Last updated: September 3, 2025View editorial policy

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Zeitlicher Nachweis von Denervierung im EMG nach Nervenschaden

Denervierungszeichen im EMG sind frühestens nach etwa 7-10 Tagen nach einem Nervenschaden nachweisbar und können über mehrere Monate bis Jahre bestehen bleiben, abhängig vom Ausmaß der Schädigung und einer möglichen Reinnervation.

Zeitlicher Verlauf der Denervierungszeichen

  • Akute Phase (0-7 Tage):

    • In den ersten Tagen nach Nervenschädigung sind noch keine EMG-Veränderungen nachweisbar
    • Wallerian-Degeneration beginnt etwa 3 Tage nach der Schädigung 1
    • EMG-Befunde sind in dieser Phase noch nicht aussagekräftig und können irreführend sein 1
  • Frühe Denervierungsphase (7-14 Tage):

    • Erste pathologische Spontanaktivität im EMG erscheint etwa 7-14 Tage nach der Nervenschädigung 1, 2
    • Fibrillationspotentiale und positive scharfe Wellen beginnen aufzutreten 1
    • EMG-Befunde werden ab etwa 7 Tagen nach Symptombeginn stabil und aussagekräftig 1, 3
  • Etablierte Denervierungsphase (2-3 Wochen):

    • Deutliche Zunahme der pathologischen Spontanaktivität 2
    • Typische histopathologische Denervierungszeichen erscheinen etwa 3 Wochen nach Nervenschädigung 2
    • Erste sonographische Veränderungen mit erhöhter Echointensität und inhomogener Echotextur 2, 4
  • Chronische Phase (ab 4 Wochen):

    • Fibrillationspotentiale können über Monate bis Jahre bestehen bleiben
    • Amplitude der Fibrillationspotentiale korreliert mit dem Grad der Muskelatrophie 5
    • Fibrillationspotentiale und Muskelquerschnittsfläche nehmen in den ersten 15 Monaten nach Denervierung kontinuierlich ab 5

Faktoren, die die Nachweisbarkeit beeinflussen

  • Ausmaß der Nervenschädigung:

    • Bei kompletter Nervenschädigung sind die Denervierungszeichen ausgeprägter und länger nachweisbar
    • Bei partieller Schädigung können die Zeichen weniger deutlich sein
  • Reinnervationsprozess:

    • Bei einsetzender Reinnervation erscheinen polyphasische Potentiale mit verlängerter Dauer und komplexeren Wellenformen 1
    • Single-Fiber-EMG-Parameter wie Jitter und Blocking können die Reinnervation anzeigen 6
    • Mittlere Jitter-Werte können etwa 1,5 Jahre nach Beginn der Reinnervation wieder normal werden 6
  • Zeitpunkt der Untersuchung:

    • Optimaler Zeitpunkt für die erste diagnostische EMG-Untersuchung: 7-14 Tage nach Nervenschädigung 1, 3
    • Untersuchungen nach 14-21 Tagen können weniger zuverlässig sein 1

Praktische Hinweise für die EMG-Diagnostik

  • Bei Verdacht auf Nervenschädigung sollte die EMG-Untersuchung frühestens 7 Tage nach dem Ereignis durchgeführt werden
  • Qualitative EMG-Beurteilung ist stark von der Erfahrung des Untersuchers abhängig 1
  • Für die Beurteilung der Prognose bei kompletter Gesichtslähmung kann die Elektroneurographie (ENoG) hilfreich sein 1
  • Bei Amplituden >10% der gesunden Seite ist die Prognose für eine normale oder fast normale Erholung gut 1

Besonderheiten bei verschiedenen Nervenschädigungen

  • Laryngeale EMG:

    • Normale laryngeale Muskel-MUAPs haben eine kürzere Dauer (<5 ms) als andere Muskeln 1
    • Unerfahrene Untersucher können normale laryngeale MUAPs fälschlicherweise als Fibrillationspotentiale interpretieren 1
  • Brachialplexus-Verletzungen:

    • Bildgebende Verfahren zur Beurteilung des Ausmaßes der Plexusschädigung sollten idealerweise etwa 1 Monat nach dem Trauma durchgeführt werden 1
    • Dies erlaubt die Entwicklung von Pseudomeningozelen und das Abklingen von Blutungen und regionalem Weichteilödem 1

Die EMG-Diagnostik ist ein wichtiges Instrument zur Beurteilung von Nervenschäden, aber die zeitliche Dynamik der Denervierungszeichen muss bei der Interpretation berücksichtigt werden.

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