Are live vaccines possible in individuals with immunosuppression?

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Last updated: September 15, 2025View editorial policy

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Lebendimpfstoffe bei Immunsuppression

Lebendimpfstoffe sind bei Patienten unter Immunsuppression grundsätzlich kontraindiziert und sollten vermieden werden, solange eine immunsuppressive Therapie besteht. 1

Definition der Immunsuppression

Als immunsuppressive Therapie gelten:

  • Glukokortikoide ≥20 mg/Tag Prednisolon (oder Äquivalent) für ≥2 Wochen
  • Methotrexat ≥0,4 mg/kg/Woche
  • Azathioprin ≥3,0 mg/kg/Tag
  • 6-Mercaptopurin ≥1,5 mg/kg/Tag
  • Biologika (TNF-alpha-Inhibitoren, etc.)
  • Tofacitinib und andere JAK-Inhibitoren 1

Zeitliche Abstände für Lebendimpfungen

Vor Beginn einer Immunsuppression:

  • Lebendimpfstoffe sollten idealerweise ≥4 Wochen vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie verabreicht werden 1
  • Inaktivierte Impfstoffe sollten ≥2 Wochen vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie verabreicht werden 1

Nach Ende einer Immunsuppression:

  • Lebendimpfstoffe sollten frühestens 3 Monate nach Beendigung einer immunsuppressiven Therapie verabreicht werden 1

Ausnahmen: Niedrig-dosierte Immunsuppression

Bei niedrig-dosierter Immunsuppression können in bestimmten Fällen nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung Lebendimpfstoffe erwogen werden:

Als niedrig-dosierte Immunsuppression gilt:

  • Prednisolon <20 mg/Tag
  • Methotrexat ≤0,4 mg/kg/Woche (oder ≤25 mg/Woche)
  • Azathioprin ≤3 mg/kg/Tag
  • 6-Mercaptopurin ≤1,5 mg/kg/Tag 1

Besonders für die Herpes-Zoster-Impfung gibt es Evidenz für die sichere Anwendung bei niedrig-dosierter Immunsuppression, wobei die Antikörpertiter etwas niedriger sein können als bei nicht-immunsupprimierten Patienten. 1

Besondere Patientengruppen

HIV-Patienten:

  • Lebendimpfstoffe können bei asymptomatischen HIV-Patienten mit CD4-Zellzahl ≥200/mm³ erwogen werden 1, 2

Kinder nach In-utero-Exposition gegenüber Biologika:

  • Keine Lebendimpfstoffe für mindestens 6 Monate nach der Geburt 1

Primäre Immundefekte:

  • Bei schweren kombinierten Immundefekten (SCID), DiGeorge-Syndrom mit CD3-T-Zellzahl <500/mm³ und anderen schweren kombinierten Immundefekten sind Lebendimpfstoffe absolut kontraindiziert 1

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen

  1. Vor jeder Impfung sollte eine vollständige Impfanamnese erhoben werden 1
  2. Bei Patienten mit geplanter immunsuppressiver Therapie sollten Impfungen möglichst vor Therapiebeginn aktualisiert werden 1
  3. Bei Unsicherheit bezüglich des Immunstatus sollte ein Immunologe konsultiert werden 1
  4. Die Entscheidung für eine Lebendimpfung unter niedrig-dosierter Immunsuppression sollte immer nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden 1

Fazit

Obwohl Lebendimpfstoffe bei immunsupprimierten Patienten grundsätzlich kontraindiziert sind, können sie in bestimmten Situationen (niedrig-dosierte Immunsuppression, asymptomatische HIV-Infektion mit ausreichender CD4-Zellzahl) nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung erwogen werden. Die Sicherheit von Lebendimpfstoffen bei Immunsuppression kann jedoch nicht abschließend beurteilt werden, weshalb Vorsicht geboten ist 3, 4.

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