Therapie bei blutdruckwirksamen tachykarden Vorhofflimmern
Bei blutdruckwirksamen tachykarden Vorhofflimmern sollten Beta-Blocker oder Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker als Erstlinientherapie zur Herzfrequenzkontrolle eingesetzt werden, wobei die Auswahl vom klinischen Zustand des Patienten abhängt. 1
Akute Frequenzkontrolle
Medikamentöse Therapie
Bei hämodynamisch stabilen Patienten:
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter EF (HFrEF):
Bei hämodynamisch instabilen Patienten:
- Sofortige elektrische Kardioversion erwägen 1
Zielfrequenz
- In Ruhe: 60-80 Schläge/min
- Bei moderater Belastung: 90-115 Schläge/min 1
Langfristige Frequenzkontrolle
Medikamentöse Therapie
Erste Wahl:
Alternative bei erhaltener LV-Funktion:
Bei Herzinsuffizienz mit reduzierter EF:
Kombinationstherapie:
- Bei unzureichender Monotherapie kann eine Kombination aus Digoxin und Beta-Blocker erwogen werden 1
Therapieresistente Fälle
- Amiodaron kann erwogen werden, wenn andere Medikamente nicht ausreichend wirksam sind 1
- AV-Knoten-Ablation mit ventrikulärer Schrittmacherstimulation bei medikamentös nicht kontrollierbarer Frequenz 1
Besondere Patientengruppen
Patienten mit Herzinsuffizienz
- Bei HFrEF: Beta-Blocker, Digoxin oder deren Kombination 1
- Bei HFpEF: Beta-Blocker oder Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker 1
- Verapamil und Diltiazem sollten bei Patienten mit LVEF <40% vermieden werden 1
Patienten mit COPD
- Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker sind zu bevorzugen 1
Patienten mit WPW-Syndrom
- Digoxin, Adenosin, Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker und Amiodaron sind kontraindiziert 1
Wichtige Hinweise und Fallstricke
- Die Frequenzkontrolle sollte sowohl in Ruhe als auch unter Belastung beurteilt werden 1
- Eine anhaltende unkontrollierte Tachykardie kann zu einer Tachykardie-induzierten Kardiomyopathie führen 1
- Studien wie AFFIRM, RACE und PIAF haben gezeigt, dass eine Frequenzkontrollstrategie der Rhythmuskontrolle hinsichtlich der Mortalität nicht unterlegen ist 3
- Bei Patienten mit hohem Schlaganfallrisiko sollte unabhängig von der gewählten Strategie (Frequenz- oder Rhythmuskontrolle) eine Antikoagulation erfolgen 2
- Regelmäßige Nachkontrollen sind wichtig, um die Wirksamkeit der Therapie zu überprüfen und Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen 2
Die Therapie des blutdruckwirksamen tachykarden Vorhofflimmerns erfordert eine schnelle und effektive Frequenzkontrolle, wobei die Medikamentenwahl vom klinischen Zustand des Patienten, insbesondere der linksventrikulären Funktion, abhängt.