Dosierung und Überwachung bei Topiramat intravenös
Intravenöses Topiramat sollte mit einer Anfangsdosis von 100 mg verabreicht werden, gefolgt von einer langsamen Titration auf eine Erhaltungsdosis von 200-400 mg/Tag in zwei geteilten Dosen, mit kontinuierlicher Überwachung der Vitalparameter, des Serumbikarbonat-Spiegels und der Nierenfunktion. 1, 2
Dosierung
Initiale Dosierung und Titration
- Beginnen Sie mit 100 mg als intravenöse Infusion über 30 Minuten 2
- Titrieren Sie die Dosis langsam nach folgendem Schema:
- Woche 1: 25 mg morgens, 25 mg abends
- Woche 2: 50 mg morgens, 50 mg abends
- Woche 3: 75 mg morgens, 75 mg abends
- Woche 4: 100 mg morgens, 100 mg abends 1
Erhaltungsdosis
- Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 200-400 mg/Tag in zwei geteilten Dosen 1
- Eine therapeutische Wirkung kann bereits bei 100 mg/Tag in der zweiten Behandlungswoche beobachtet werden 3
- Dosierungen über 400 mg/Tag haben keine verbesserte Wirksamkeit gezeigt 1
Dosisanpassungen bei besonderen Patientengruppen
- Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance <70 ml/min/1,73m²) sollte die Dosis halbiert werden 1
- Bei älteren Patienten (>65 Jahre) mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich 1
- Bei Patienten unter Hämodialyse kann eine zusätzliche Dosis erforderlich sein, da Topiramat während der Dialyse 4-6 mal schneller eliminiert wird 1
Überwachung
Erforderliche Überwachungsparameter
- Vitalzeichen: Blutdruck, Herzfrequenz und Atemfrequenz 4
- Serumbikarbonat-Spiegel wegen des Risikos einer metabolischen Azidose 4
- Nierenfunktion und Hydratationsstatus wegen des Risikos von Nierensteinen 4
- Gewicht und BMI zur Überwachung des erwarteten Gewichtsverlusts 4
- Schwangerschaftstests bei Frauen im gebärfähigen Alter aufgrund der teratogenen Wirkung von Topiramat 4
Überwachungsintervalle
- Während der intravenösen Verabreichung: kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter 4
- Nach Beginn der Therapie: wöchentliche Kontrollen während der Titrationsphase
- Bei stabiler Erhaltungsdosis: monatliche Kontrollen der Laborparameter und klinische Untersuchung
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Häufige Nebenwirkungen
- ZNS-bezogene Nebenwirkungen: Schwindel, Müdigkeit, Sehstörungen, Ataxie, verlangsamtes Denken und beeinträchtigte Konzentration 5
- Parästhesien, Anorexie, Gewichtsverlust 5
- Somnolenz, Müdigkeit, Nervosität 3
Schwerwiegende Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
- Metabolische Azidose: regelmäßige Überwachung des Serumbikarbonat-Spiegels 4
- Nierensteine: ausreichende Hydratation sicherstellen 4
- Teratogene Wirkungen: effektive Verhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter 4
- Vermeiden Sie versehentliche Bolus-Injektionen oder zu schnelle Infusionen, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren 4
Praktische Anwendung
Infusionstechnik
- Verwenden Sie nicht-resorbierbares Infusionsmaterial zur Vermeidung von Komplikationen 4
- Verabreichen Sie die Infusion über mindestens 30 Minuten, um Nebenwirkungen zu minimieren 2
- Eine neue Meglumin-basierte Lösung (1%) von Topiramat (10 mg/ml) hat sich als gut verträglich erwiesen 2
Therapieerfolg und Abbruchkriterien
- Die Therapie sollte abgebrochen werden, wenn der Gewichtsverlust weniger als 3% nach 12 Wochen bei moderaten Dosen oder weniger als 5% nach 12 Wochen bei maximalen Dosen beträgt 4
- Das Absetzen von Topiramat sollte schrittweise erfolgen, indem das Medikament mindestens eine Woche lang jeden zweiten Tag eingenommen wird, um das Anfallsrisiko zu minimieren 4
Besondere Überlegungen
- Bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz ist besondere Vorsicht geboten 4
- Bei Patienten, die sich einer Hämodialyse unterziehen, kann eine Anpassung der Dosis erforderlich sein 1
- Topiramat kann ohne Rücksicht auf Mahlzeiten eingenommen werden 1
Durch die Einhaltung dieser Dosierungs- und Überwachungsrichtlinien kann die intravenöse Topiramat-Therapie sicher und wirksam durchgeführt werden, wobei das Risiko von Nebenwirkungen minimiert wird.