Management von Makrohämaturie bei Patienten unter Eliquis (Apixaban)
Bei einem Patienten mit Makrohämaturie unter Eliquis-Therapie sollte eine vollständige urologische Abklärung durchgeführt und die Antikoagulation vorübergehend unterbrochen werden, bis die Blutung kontrolliert ist.
Sofortmaßnahmen
Beurteilung der Blutungsschwere:
- Quantifizierung der Blutmenge im Urin
- Hämodynamische Stabilität überprüfen (Vitalzeichen)
- Laborwerte: Blutbild, Kreatinin, Gerinnungsstatus
- Berechnung der Kreatinin-Clearance mit Cockcroft-Gault-Formel 1
Antikoagulation:
Diagnostische Maßnahmen
Initiale Diagnostik:
Erweiterte Diagnostik:
Ursachenabklärung
Die häufigsten Ursachen für Makrohämaturie bei antikoagulierten Patienten sind:
- Hämorrhagische Zystitis
- Prostatahyperplasie bei Männern
- Urothel-Karzinom (25,3% der geriatrischen Patienten mit Makrohämaturie) 4
- Urolithiasis
- Nierentumoren 5
Therapeutisches Vorgehen
Bei leichter Blutung:
- Ambulante urologische Abklärung
- Ausreichende Hydratation sicherstellen 1
- Überwachung der Vitalzeichen und Urinausscheidung
Bei schwerer oder anhaltender Blutung:
Management der Antikoagulation:
Wichtige Hinweise
- Makrohämaturie muss immer abgeklärt werden, unabhängig von der Antikoagulation 5
- Auch bei älteren, geriatrischen Patienten unter Antikoagulation zeigt die urologische Diagnostik einen hohen Prozentsatz signifikanter Malignome (25,3%) 4
- Entgegen der Erwartung ist eine Überdosierung nicht die Hauptursache für Hämaturie bei Patienten unter Vitamin-K-Antagonisten 4
- Dauerkatheter stellen einen Risikofaktor für intensivere Makrohämaturie dar 4
Wiederaufnahme der Antikoagulation
- Eliquis kann nach Sistieren der Blutung wieder begonnen werden, in der Regel 24-72 Stunden postinterventionell 3
- Die erste "therapeutische" Dosis sollte 12 Stunden nach der letzten "prophylaktischen" LMWH-Gabe verabreicht werden 3
- Regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion nach der Intervention, wenn diese die Nierenfunktion beeinträchtigen könnte 3
Die Behandlung erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen dem Blutungsrisiko und dem thromboembolischen Risiko, wobei die vollständige urologische Abklärung nicht vernachlässigt werden sollte, da in einem erheblichen Prozentsatz der Fälle maligne Erkrankungen vorliegen können.