How does the composition and histology of a thrombus (blood clot) indicate the underlying etiology of a stroke?

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Last updated: September 26, 2025View editorial policy

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Thrombuszusammensetzung als Hinweis für die zugrundeliegende Schlaganfall-Ätiologie

Die histologische Zusammensetzung eines Thrombus kann wichtige Hinweise auf die Ätiologie eines Schlaganfalls liefern, wobei kardiale Thromben typischerweise fibrin- und plättchenreicher sind, während arteriogene Thromben einen höheren Anteil an roten Blutkörperchen aufweisen.

Histologische Merkmale verschiedener Thrombustypen

Kardioembolitische Thromben

  • Zusammensetzung:
    • Höherer Fibrin-/Plättchenanteil (39,5% ± 13,5%) 1
    • Geringerer Erythrozytenanteil 2, 1, 3
    • Höherer Leukozytenanteil 1, 4
    • Mehr extrazelluläre DNA 3
  • Strukturelle Merkmale:
    • Plättchen sind in fibrinreichen Clustern eingebettet 2
    • Deutlich organisierte Fibrinstrukturen

Arteriogene (Atherosklerotische) Thromben

  • Zusammensetzung:
    • Höherer Anteil roter Blutkörperchen (56,9% ± 12,2%) 2, 3
    • Geringerer Fibrin-/Plättchenanteil 1, 5
    • Weniger Leukozyten 1
  • Strukturelle Merkmale:
    • Plättchen bedecken die Fibrinschichten oder sind am Rand des Thrombus lokalisiert 2
    • Weniger organisierte Struktur

Klinische Bedeutung für die Schlaganfall-Diagnostik

Kryptogene Schlaganfälle

  • Thromben von Patienten mit kryptogenem Schlaganfall zeigen eine starke Überlappung mit kardioembolitischen Thromben in ihrer Zusammensetzung 1, 4
  • Diese Beobachtung unterstützt die Hypothese, dass die Mehrheit der kryptogenen Schlaganfälle kardioembolitischen Ursprungs sein könnte 1, 4
  • In einer Studie zeigten 5 von 6 Patienten mit unbestimmter Ätiologie histologische Merkmale, die kardioembolitischen Thromben ähnelten 2

Diagnostische Herausforderungen

  • Trotz statistisch signifikanter Unterschiede zwischen kardioembolitischen und atherosklerotischen Thromben sind die Unterschiede klinisch oft nicht ausreichend ausgeprägt, um allein aufgrund der Histologie eine eindeutige Ätiologie zu bestimmen 5
  • Ein multivariables logistisches Regressionsmodell zeigte, dass es schwierig ist, die Schlaganfall-Ätiologie ausschließlich auf Basis der individuellen Thrombuszusammensetzung vorherzusagen 3

Pathophysiologische Grundlagen

Entstehungsmechanismen

  • Kardioembolitische Thromben entstehen typischerweise unter Bedingungen von Stase im linken Vorhofsohr, was zu einer charakteristischen Zusammensetzung führt 6
  • Atherosklerotische Thromben entstehen durch Plaqueruptur und lokale Thrombusbildung, was den höheren Erythrozytenanteil erklären kann 6
  • Die Thrombusbildung beginnt mit der Virchow-Trias: Stase, Endotheldysfunktion und hyperkoagulabler Zustand 6

Schlaganfall-Mechanismen

  • Die meisten Symptome bei karotider Atherosklerose entstehen durch Plaqueentzündung und -ruptur mit nachfolgender Embolisierung von lokal gebildetem Thrombus oder Plaquedebris 6
  • Bei hochgradigen Stenosen oder Verschlüssen kann eine zerebrale Ischämie auch durch Flussreduktion (hämodynamischer Mechanismus) entstehen 6
  • Bei Vorhofflimmern ist die Thrombusbildung im linken Vorhofsohr die häufigste Ursache für kardioembolische Schlaganfälle 6

Praktische Anwendung in der Diagnostik

Bedeutung für die ätiologische Einordnung

  • Die histologische Analyse kann besonders bei kryptogenen Schlaganfällen wertvolle Hinweise liefern 4
  • Die Thrombusanalyse kann zur Differenzierung zwischen kardioembolitischen und nicht-kardioembolitischen Schlaganfällen beitragen 1
  • Bei unklarer Ätiologie kann die Thrombushistologie die weitere diagnostische Aufarbeitung lenken

Limitationen

  • Die alleinige Bestimmung der Hauptkomponenten (Erythrozyten, Leukozyten, Fibrin/Plättchen) reicht für eine sichere ätiologische Zuordnung nicht aus 5
  • Zukünftige Studien sollten molekulare, proteomische und immunhistochemische Charakteristika untersuchen, um stärkere Verbindungen zwischen Thrombuszusammensetzung und Ätiologie herzustellen 5
  • Die CT-Dichte eines Thrombus kann durch Partialvolumeneffekte mit benachbartem Kalzium, Liquor und anderen Geweben beeinflusst werden, was die Bestimmung seiner Zusammensetzung ungenau macht 6

Die Thrombusanalyse stellt somit ein wertvolles diagnostisches Werkzeug dar, das in Kombination mit klinischen und bildgebenden Befunden zur Identifizierung der Schlaganfall-Ätiologie beitragen kann, wobei die charakteristischen Unterschiede zwischen kardioembolitischen und atherosklerotischen Thromben trotz Überlappungen wichtige Hinweise liefern können.

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