What is the relationship between essential thrombocythemia (ET) and the risk of stroke?

Medical Advisory BoardAll articles are reviewed for accuracy by our Medical Advisory Board
Educational purpose only • Exercise caution as content is pending human review
Article Review Status
Submitted
Under Review
Approved

Last updated: September 26, 2025View editorial policy

Personalize

Help us tailor your experience

Which best describes you? Your choice helps us use language that's most understandable for you.

Zusammenhang zwischen Essentieller Thrombozythämie und Schlaganfall

Essentielle Thrombozythämie (ET) ist ein signifikanter Risikofaktor für Schlaganfälle, wobei das Schlaganfallrisiko bei ET-Patienten deutlich erhöht ist und spezifische antithrombotische und zytoreduktive Therapien erforderlich sind.

Pathophysiologischer Zusammenhang

Die essentielle Thrombozythämie gehört zu den myeloproliferativen Neoplasien und ist durch eine abnorme Megakaryopoese und Thrombozytendysfunktion gekennzeichnet. Diese führen zu einem erhöhten Thromboserisiko, einschließlich zerebraler arterieller und venöser Thrombosen 1.

Epidemiologische Daten:

  • ET kann als seltene, aber wichtige Ursache für ischämische Schlaganfälle betrachtet werden 2
  • Schlaganfälle können als Erstmanifestation einer ET auftreten, bevor die hämatologische Diagnose gestellt wird 3, 4
  • Bei bis zu 8/11 Patienten (73%) treten Schlaganfälle trotz bereits bestehender antithrombotischer Therapie auf 2

Risikofaktoren für Schlaganfälle bei ET:

  • Alter >60 Jahre
  • JAK2 V617F-Mutation (bei etwa 60% der ET-Patienten vorhanden) 5
  • Vorherige thrombotische Ereignisse
  • Kardiovaskuläre Risikofaktoren 1

Diagnostische Überlegungen

Bei der Diagnose einer ET im Zusammenhang mit Schlaganfällen ist zu beachten:

  • Die Thrombozytenzahl muss nicht extrem erhöht sein; in einigen Fällen liegt sie unter 600×10^9/L 4
  • Die JAK2 V617F-Mutation ist bei etwa 60% der ET-Patienten nachweisbar 5
  • Bildgebende Verfahren zeigen häufig periventrikuläre, subkortikale oder Basalganglien-Lakunen sowie chronische ischämische Läsionen der weißen Substanz 2
  • Watershed-Infarkte können auch ohne Stenosen großer Arterien auftreten 3

Therapeutische Strategien

Akutbehandlung:

  • Die Akutbehandlung des ischämischen Schlaganfalls bei ET entspricht der Standardbehandlung wie bei Patienten ohne myeloproliferative Erkrankungen 1

Sekundärprävention:

  1. Antithrombotische Therapie:

    • Bei arteriellen thrombotischen Ereignissen (wie atherothrombotischen Schlaganfällen):
      • Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (81-100 mg/Tag) 6, 5
      • Bei Hochrisikopatienten (Alter >60 Jahre, JAK2-Mutation, kardiovaskuläre Risikofaktoren) wird ASS zweimal täglich empfohlen 1
  2. Zytoreduktive Therapie:

    • Indiziert bei Hochrisikopatienten (Alter >60 Jahre oder Thrombose in der Vorgeschichte) 6, 5
    • Optionen umfassen:
      • Hydroxyurea (erste Wahl)
      • Interferon-α
      • Busulfan 5
  3. Kombinationstherapie:

    • Die Kombination aus antithrombotischer und zytoreduktiver Therapie wird empfohlen, um das Risiko weiterer zerebrovaskulärer Ereignisse zu reduzieren 3, 4

Besondere Überlegungen:

  • Bei venösen Thrombosen kann eine Kombination aus Thrombozytenaggregationshemmern und Antikoagulanzien in Betracht gezogen werden, wobei das erhöhte Blutungsrisiko zu beachten ist 1
  • Engmaschige Überwachung auf Krankheitsprogression und Transformation ist erforderlich 5

Prognose und Verlauf

Trotz kombinierter antithrombotischer und zytoreduktiver Therapie besteht ein erhöhtes Risiko für rezidivierende ischämische Schlaganfälle 3. Eine frühzeitige Diagnose der ET und ein striktes Management vaskulärer Risikofaktoren können helfen, zusätzliche zerebrovaskuläre Ereignisse zu verhindern 3.

Fazit

Die essentielle Thrombozythämie stellt einen bedeutenden ätiologischen Faktor für Schlaganfälle dar, insbesondere bei jüngeren Patienten ohne klassische vaskuläre Risikofaktoren. Die frühzeitige Erkennung und adäquate Behandlung mit einer Kombination aus antithrombotischer und zytoreduktiver Therapie ist entscheidend, um das Risiko rezidivierender thrombotischer Ereignisse zu reduzieren.

References

Research

Antithrombotic Management in Ischemic Stroke with Essential Thrombocythemia: Current Evidence and Dilemmas.

Medical principles and practice : international journal of the Kuwait University, Health Science Centre, 2021

Research

Stroke in essential thrombocythemia.

Journal of the neurological sciences, 2014

Research

Ischemic stroke with essential thrombocythemia: a case series.

Journal of stroke and cerebrovascular diseases : the official journal of National Stroke Association, 2015

Guideline

Myeloproliferative Neoplasms

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Professional Medical Disclaimer

This information is intended for healthcare professionals. Any medical decision-making should rely on clinical judgment and independently verified information. The content provided herein does not replace professional discretion and should be considered supplementary to established clinical guidelines. Healthcare providers should verify all information against primary literature and current practice standards before application in patient care. Dr.Oracle assumes no liability for clinical decisions based on this content.

Have a follow-up question?

Our Medical A.I. is used by practicing medical doctors at top research institutions around the world. Ask any follow up question and get world-class guideline-backed answers instantly.