Therapieempfehlung nach TUR-B bei Erstdiagnose Urothelkarzinom der Harnblase pTis
Die Standardtherapie für Carcinoma in situ (pTis) der Harnblase nach TUR-B ist eine intravesikale BCG-Immuntherapie mit Induktions- und anschließender Erhaltungstherapie über 3 Jahre. 1
Therapieprotokoll
Induktionstherapie
- BCG-Instillation einmal wöchentlich für 6 Wochen, beginnend 2-3 Wochen nach der TUR-B 2, 1
- Nach der Induktionsphase folgt eine Ruhephase von 4-6 Wochen mit vollständiger Reevaluation nach 12 Wochen (3 Monate) nach Therapiebeginn 2
Erhaltungstherapie
- Nach erfolgreicher Induktion wird eine Erhaltungstherapie nach dem SWOG-Schema empfohlen:
- Drei wöchentliche Instillationen in den Monaten 3,6,12,18,24,30 und 36 1
- Die vollständige 3-jährige Erhaltungstherapie zeigt die besten Ergebnisse zur Verhinderung von Rezidiven und Progression 1, 3
Begründung
- BCG-Immuntherapie ist der intravesikalen Chemotherapie bei CIS deutlich überlegen:
Alternative bei BCG-Intoleranz
- Falls der Patient BCG nicht verträgt, kann intravesikales Mitomycin C erwogen werden 2
- Die Datenlage für diese Alternative ist jedoch begrenzt 2
Nachsorge und Überwachung
- Regelmäßige Kontrollen mit Urinzytologie und Zystoskopie:
- Bildgebung des oberen Harntrakts alle 1-2 Jahre 2, 1
- Molekulare Urintests für Urotheltumormarker können erwogen werden (Kategorie 2B-Empfehlung) 2
Management bei Rezidiv oder Persistenz
- Bei Rezidiv nach initialer intravesikaler Therapie und 12-Wochen-Evaluation kann ein zweiter Induktionskurs BCG erwogen werden
- Es sollten nicht mehr als 2 aufeinanderfolgende Induktionskurse verabreicht werden 2
- Bei BCG-refraktärer Erkrankung (persistierende Erkrankung nach 3 Monaten adäquater Induktion) oder BCG-Rezidiv innerhalb von 6 Monaten sollten alternative Behandlungsoptionen wie radikale Zystektomie oder alternative intravesikale Substanzen erwogen werden 1
Wichtige Hinweise
- Die BCG-Therapie kann lokale und systemische Nebenwirkungen verursachen, die in 3-5% der Fälle auftreten und meist selbstlimitierend sind 4
- Schwerwiegende Komplikationen wie disseminierte BCG-Infektionen sind selten (0,5-2%) 4
- Nur etwa 16% der Patienten können aufgrund von Nebenwirkungen alle vorgesehenen Instillationen der 3-jährigen Erhaltungstherapie erhalten 4
- Bei zunehmenden Nebenwirkungen kann eine logarithmische Dosisreduktion von BCG erwogen werden, um eine Eskalation der Toxizität zu verhindern 3
Die BCG-Immuntherapie nach TUR-B stellt die wirksamste Behandlung für das Carcinoma in situ der Harnblase dar und sollte als Standardtherapie angesehen werden, um das Risiko für Rezidive und Progression zu minimieren.