What is the evidence for using compression stockings (CS) in pregnancy and postpartum, particularly for thrombosis prophylaxis?

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Evidenz für Stützstrümpfe in Schwangerschaft und Wochenbett zur Thromboseprophylaxe

Stützstrümpfe werden in der Schwangerschaft und im Wochenbett nicht routinemäßig empfohlen, sondern nur für Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko, insbesondere nach Kaiserschnitt oder bei vorbestehenden Risikofaktoren.

Empfehlungen für verschiedene Patientengruppen

Während der Schwangerschaft

  • Für Frauen ohne Risikofaktoren wird keine routinemäßige Thromboseprophylaxe empfohlen 1
  • Stützstrümpfe allein sind während der Schwangerschaft nicht ausreichend für Hochrisikopatientinnen

Nach vaginaler Geburt

  • Bei unkomplizierter vaginaler Geburt ohne zusätzliche Risikofaktoren: frühe Mobilisation ausreichend
  • Stützstrümpfe können bei Frauen mit Risikofaktoren nach vaginaler Geburt eingesetzt werden
  • Nachgewiesene Wirkung: Stützstrümpfe reduzieren den Durchmesser der V. femoralis communis und erhöhen die Blutflussgeschwindigkeit im tiefen Venensystem 2

Nach Kaiserschnitt

  • Für alle Frauen nach Kaiserschnitt werden sequentielle Kompressionsgeräte (Stützstrümpfe) empfohlen, die vor der Operation angelegt und bis zur vollständigen Mobilisierung getragen werden sollten 1
  • Bei Frauen ohne zusätzliche Risikofaktoren nach Kaiserschnitt wird außer früher Mobilisierung keine weitere Thromboseprophylaxe empfohlen 1
  • Bei Frauen mit erhöhtem VTE-Risiko nach Kaiserschnitt (ein Hauptrisikofaktor oder mindestens zwei kleinere Risikofaktoren) wird entweder eine pharmakologische Prophylaxe (niedermolekulares Heparin) oder eine mechanische Prophylaxe (Stützstrümpfe oder intermittierende pneumatische Kompression) empfohlen 1

Hochrisiko-Patientinnen

Kombinierte Prophylaxe für Hochrisiko-Patientinnen

  • Für Frauen mit sehr hohem VTE-Risiko nach Kaiserschnitt und mehreren anhaltenden Risikofaktoren wird eine Kombination aus niedermolekularem Heparin und Stützstrümpfen und/oder intermittierender pneumatischer Kompression empfohlen 1
  • Bei Frauen mit früherer VTE oder erblicher Thrombophilie wird eine kombinierte mechanische (Stützstrümpfe) und pharmakologische Prophylaxe (für 6 Wochen postpartal) empfohlen 1

Verlängerte Prophylaxe

  • Bei ausgewählten Hochrisiko-Patientinnen mit anhaltenden Risikofaktoren nach der Entbindung wird eine verlängerte Prophylaxe (bis zu 6 Wochen nach der Entbindung) nach der Entlassung aus dem Krankenhaus empfohlen 1

Wirksamkeit und Anwendung von Stützstrümpfen

  • Stützstrümpfe verbessern nachweislich die venöse Funktion durch:
    • Verringerung des Durchmessers der V. femoralis communis
    • Erhöhung der Blutflussgeschwindigkeit im tiefen Venensystem 2
  • Die korrekte Größe und Anwendung der Stützstrümpfe ist entscheidend für ihre Wirksamkeit 3
  • Der reduzierte Blutungsrisiko bei mechanischer Prophylaxe muss gegen die Unannehmlichkeiten von Stützstrümpfen und intermittierender pneumatischer Kompression abgewogen werden 1

Wichtige Hinweise

  • Die Evidenz für den Nutzen und Schaden der VTE-Prophylaxe bei Frauen während der Schwangerschaft und der frühen postnatalen Phase ist insgesamt sehr unsicher 4
  • Die Entscheidung für oder gegen eine pharmakologische Thromboseprophylaxe muss individuell unter Abwägung des VTE-Risikos gegen das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen wie schwerer Blutungskomplikationen getroffen werden 5
  • Jede Einrichtung sollte ein institutionelles Protokoll für die VTE-Prophylaxe bei Frauen nach Kaiserschnitt entwickeln 1

Die Evidenz deutet darauf hin, dass Stützstrümpfe allein für die meisten Schwangeren und Wöchnerinnen nicht ausreichend sind, aber als Teil einer kombinierten Prophylaxe bei Hochrisikopatientinnen oder als Alternative bei Kontraindikationen gegen Antikoagulanzien sinnvoll sein können.

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