Folgen einer kompletten Epididymektomie auf die Fruchtbarkeit
Die komplette Entfernung des Nebenhodens (Epididymektomie) führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Unfruchtbarkeit auf der operierten Seite, da der Nebenhoden für die Spermienreifung und den Transport essentiell ist.
Hauptfolgen der Epididymektomie
Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit
Einseitige Epididymektomie:
- Bei einem gesunden kontralateralen Hoden/Nebenhoden kann die Gesamtfruchtbarkeit erhalten bleiben
- Die Spermienproduktion erfolgt dann nur noch über den verbleibenden Hoden 1
- Möglicherweise reduzierte Gesamtspermienzahl im Ejakulat
Beidseitige Epididymektomie:
Hormonelle Funktion
- Die Testosteronproduktion bleibt in der Regel unbeeinträchtigt, da die Leydig-Zellen im Hoden verbleiben 1
- Keine direkten Auswirkungen auf die sexuelle Funktion oder Libido zu erwarten
Wichtige Beratungspunkte für den Patienten
Fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen
- Kryokonservierung von Spermien:
- Sollte vor der Operation angeboten werden, falls nicht bereits durchgeführt 1
- Ermöglicht spätere assistierte Reproduktionstechniken wie ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion)
Prognose und Alternativen
- Bei einseitiger Epididymektomie: Überwachung der Spermiogramme nach 3,6 und 12 Monaten empfohlen 4
- Bei Azoospermie nach der Operation:
Mögliche Komplikationen
- Postoperative Schmerzen (in der Regel vorübergehend)
- Schwellung des Skrotums
- Infektionsrisiko
- Hämatombildung
- Selten: chronische Schmerzen im Hodenbereich 6
Besondere Hinweise
- Die Patienten sollten darüber informiert werden, dass die Hormonproduktion und sexuelle Funktion in der Regel nicht beeinträchtigt werden
- Bei jungen Patienten mit Kinderwunsch ist die präoperative Beratung zur Fruchtbarkeitserhaltung besonders wichtig 1
- Die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Konzeption nach beidseitiger Epididymektomie ist praktisch nicht gegeben
- Bei einseitiger Epididymektomie hängt die Fruchtbarkeit vom Zustand des verbleibenden Hodens/Nebenhodens ab
Patienten mit Hodentumoren haben generell ein erhöhtes Risiko für Fruchtbarkeitsstörungen, auch unabhängig von der Epididymektomie, was bei der Beratung berücksichtigt werden sollte 1.