Zeitpunkt der Paracetamolgabe nach Impfungen
Paracetamol sollte therapeutisch erst nach dem Auftreten von Symptomen nach einer Impfung gegeben werden und nicht prophylaktisch, da die prophylaktische Gabe die Immunantwort auf die Impfung verringern kann. 1, 2
Auswirkungen von Paracetamol auf die Immunantwort
- Studien haben gezeigt, dass die prophylaktische Gabe von Paracetamol (vor oder zum Zeitpunkt der Impfung) zu signifikant niedrigeren Antikörperkonzentrationen führen kann als bei Personen, die kein Paracetamol erhalten haben 1
- Bei Erwachsenen wurde nachgewiesen, dass die prophylaktische Paracetamolgabe die Antikörperkonzentration nach Hepatitis-B-Impfung signifikant reduziert, während die therapeutische Gabe (6 Stunden nach der Impfung) keinen negativen Einfluss auf die Antikörperbildung hatte 2
Empfehlungen zur Paracetamolgabe
Therapeutische Anwendung (empfohlen):
- Paracetamol sollte erst bei Auftreten von Symptomen wie Fieber oder Schmerzen nach der Impfung verabreicht werden 2
- Die Dosierung sollte 10-15 mg/kg Körpergewicht alle 4-6 Stunden betragen, ohne die maximale Tagesdosis zu überschreiten 3
Prophylaktische Anwendung (nur in Ausnahmefällen):
Die prophylaktische Gabe von Paracetamol wird nur für bestimmte Risikogruppen empfohlen:
In diesen Fällen sollte Paracetamol in einer Dosierung von 15 mg/kg zum Zeitpunkt der Impfung und dann alle 4 Stunden für 24 Stunden gegeben werden 3
Besondere Situationen
Bei Kindern mit neurologischen Erkrankungen kann die Gabe von Paracetamol zum Zeitpunkt der Impfung und alle 4 Stunden für 24 Stunden erwogen werden, um das Risiko von Fieber und damit verbundenen Komplikationen zu reduzieren 3
Bei gesunden Kindern ohne Risikofaktoren ist die routinemäßige prophylaktische Gabe von Paracetamol nicht empfehlenswert, da sie die Immunantwort beeinträchtigen kann 1
Alternativen zu Paracetamol
- Topische Lokalanästhetika wie Lidocain-Prilocain-Creme (EMLA) können 30-60 Minuten vor der Injektion aufgetragen werden, um Schmerzen zu reduzieren 3
- Kühlsprays (Vapocoolant) können kurzfristige Schmerzen bei Injektionen reduzieren und können ähnlich wirksam sein wie Lidocain-Prilocain-Creme 3
- Mefenamsäure könnte eine Alternative zu Paracetamol sein, da sie in einer Studie wirksamer als Placebo bei der Schmerzprophylaxe vor Impfungen bei Kindern war 4
Zusammenfassung
Um die optimale Immunantwort auf Impfungen zu gewährleisten, sollte Paracetamol nicht routinemäßig prophylaktisch, sondern nur therapeutisch bei Auftreten von Symptomen nach der Impfung verabreicht werden. Die therapeutische Anwendung (frühestens 6 Stunden nach der Impfung) hat keinen negativen Einfluss auf die Antikörperbildung 2.