Behandlung der spastischen Atmung bei COPD
Bei spastischer Atmung im Rahmen der COPD ist eine Therapie mit Bronchodilatatoren, insbesondere langwirksamen Bronchodilatatoren wie LABA (langwirksame Beta-2-Agonisten) und LAMA (langwirksame Muskarinantagonisten), die wirksamste Behandlungsoption.
Pharmakologische Therapie
Bronchodilatatoren als Basistherapie
- Kurzwirksame Bronchodilatatoren (SABA oder SAMA) sollten als Bedarfsmedikation zur schnellen Symptomlinderung bei akuter spastischer Atmung eingesetzt werden 1
- Langwirksame Bronchodilatatoren bilden die Grundlage der Erhaltungstherapie bei COPD mit spastischer Atmung 1, 2
- Die Inhalation ist der bevorzugte Verabreichungsweg, da sie zu weniger Nebenwirkungen führt 1
Therapiealgorithmus nach Schweregrad
Leichte Erkrankung:
- Kurzwirksame Beta-2-Agonisten (SABA) oder kurzwirksame Anticholinergika (SAMA) nach Bedarf 1
Mittelschwere Erkrankung:
Schwere Erkrankung:
Zusätzliche pharmakologische Optionen
- Bei häufigen Exazerbationen (≥2 pro Jahr) und FEV1 <50% des Sollwerts sollte die Zugabe von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) zur Bronchodilatator-Therapie erwogen werden 1
- Die Kombination aus ICS und LABA reduziert Exazerbationen stärker als Placebo oder ICS allein 1
- Bei Patienten mit schwerer COPD kann eine Dreifachtherapie (ICS + LABA + LAMA) in Betracht gezogen werden 1
Akutbehandlung bei spastischer Atmung
- Bei akuter Verschlechterung der spastischen Atmung:
Nicht-pharmakologische Maßnahmen
- Raucherentwöhnung ist essenziell in allen Stadien der Erkrankung 1
- Pulmonale Rehabilitation verbessert den Gesundheitszustand und reduziert Dyspnoe 1
- Bei Patienten mit Ruhehypoxämie (PaO₂ <7,3 kPa) reduziert eine Sauerstoff-Langzeittherapie die Mortalität 1
Besondere Überlegungen
- Die Inhalationstechnik sollte bei der ersten Verschreibung geschult und regelmäßig überprüft werden 1
- Bei Patienten, die bereits mit LAMA behandelt werden, kann die zusätzliche Inhalation von SABA vor körperlicher Anstrengung die dynamische Überblähung verbessern und die Belastungstoleranz steigern 3
- Die Wirksamkeit von Bronchodilatatoren sollte nicht nur anhand spirometrischer Veränderungen beurteilt werden, da auch ohne messbare Verbesserung der Lungenfunktion eine Symptomlinderung und verbesserte funktionelle Kapazität auftreten kann 1
Fallstricke und Vorsichtsmaßnahmen
- Beta-2-Agonisten können bei anfälligen Patienten zu Sinustachykardie und Herzrhythmusstörungen führen 1
- ICS-Anwendung ist mit einem erhöhten Risiko für Pneumonien verbunden 1
- Methylxanthine werden aufgrund ihres ungünstigen Nebenwirkungsprofils nicht als Erstlinientherapie empfohlen 1
- Bei der Behandlung von Exazerbationen bietet die intravenöse Verabreichung von Bronchodilatatoren in den meisten Fällen keinen Vorteil gegenüber der Inhalation 1
Die Therapie der spastischen Atmung bei COPD sollte auf einer optimalen Kombination von Bronchodilatatoren basieren, wobei langwirksame Präparate die Grundlage bilden und kurzwirksame zur Symptomlinderung eingesetzt werden.