Amlodipine bei Myasthenie
Amlodipine sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis vermieden werden, da Calciumkanalblocker das Risiko einer Verschlechterung der myasthenischen Symptome erhöhen können. 1
Risiken von Calciumkanalblockern bei Myasthenie
- Calciumkanalblocker (einschließlich Amlodipin) gehören zu den Medikamentengruppen, die nachweislich myasthenische Symptome verschlechtern können 1
- Die Weltgesundheitsorganisation-Pharmakovigilanzdatenbank zeigt ein erhöhtes Risiko für myastheniebezogene unerwünschte Ereignisse bei Calciumkanalblockern 1
- Es wurden Fälle dokumentiert, in denen Calciumkanalblocker wie Felodipin und Nifedipin zu einer Exazerbation der Myasthenia gravis geführt haben 2
- Der Wirkmechanismus der Calciumantagonisten an der neuromuskulären Verbindung ist noch nicht vollständig geklärt, könnte aber sowohl auf präsynaptischer als auch auf postsynaptischer Ebene liegen 2
Alternative Behandlungsoptionen für Patienten mit Myasthenie
- Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten, ACE-Hemmer und Diuretika scheinen bei der antihypertensiven Therapie bei Myasthenie-Patienten sicher zu sein 1
- Amiodaron könnte eine sichere Alternative in der antiarrhythmischen Therapie bei Patienten mit Myasthenie sein 1
- Für Patienten mit Myasthenie, die eine Behandlung für Bluthochdruck benötigen, sollten Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten bevorzugt werden, da sie ein unterdurchschnittliches Risiko für myasthenische Exazerbationen aufweisen 1
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen bei Medikamenten für Myasthenie-Patienten
- Patienten mit Myasthenia gravis sollten Beta-Blocker, IV-Magnesium, Fluorchinolone, Aminoglykoside und Makrolid-Antibiotika vermeiden, da diese Medikamente myasthenische Symptome verschlechtern und potenziell eine myasthenische Krise auslösen können 3
- Besonders gefährdet sind Patienten mit generalisierter Myasthenie, während stabile Patienten mit wenigen Symptomen seltener auf medikamenteninduzierte Exazerbationen reagieren 4
- Bei der Einführung eines neuen Medikaments ist es wichtig, auf eine mögliche Zunahme der Muskelschwäche zu achten 4
- Bei Verschlechterung muss die neue Behandlung abgesetzt oder die Dosis reduziert werden 4
Management der Myasthenie
- Pyridostigminbromid, oral zwei- bis viermal täglich verabreicht, ist die Erstlinienbehandlung für Myasthenia gravis, aber etwa die Hälfte der Patienten mit strabismusassoziierter Myasthenie zeigt nur minimales Ansprechen 5
- Etwa 66% bis 85% der Patienten zeigen ein positives Ansprechen auf Kortikosteroide 5
- Verschiedene Formen der immunsuppressiven Therapie mit Azathioprin und anderen Wirkstoffen können von behandelnden Neurologen angeboten werden 5
- Thymektomie ist in einigen Fällen indiziert, immer bei Vorliegen eines Thymoms, und kann die Symptome bei bestimmten Untergruppen mit Myasthenia gravis erheblich reduzieren 5
Fazit
Bei Patienten mit Myasthenia gravis sollte Amlodipin vermieden werden, da es das Risiko einer Verschlechterung der myasthenischen Symptome erhöht. Stattdessen sollten alternative Antihypertensiva wie Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten, ACE-Hemmer oder Diuretika in Betracht gezogen werden. Die Behandlung sollte in Zusammenarbeit mit einem Neurologen erfolgen, der Erfahrung in der Behandlung von Myasthenia gravis hat.