Schlüsselkomponenten der Palliativen Therapie am Lebensende
Die palliative Therapie am Lebensende sollte sich auf Symptomkontrolle, Kontinuität der Versorgung und Unterstützung der Pflegenden konzentrieren, um Morbidität und Mortalität zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. 1, 2
Symptommanagement
Schmerzkontrolle
- Regelmäßige und periodische Beurteilung von Schmerzen bei allen Patienten mit schwerer Erkrankung am Lebensende 1, 2
- Einsatz von bewährten Therapien zur Schmerzbehandlung:
- Morphin ist ein essentielles Medikament für die qualitativ hochwertige Versorgung Sterbender 2
Dyspnoe-Management
- Opioide sollten bei Patienten mit schwerer und nicht gelindeter Atemnot in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Krebs- und kardiopulmonalen Erkrankungen 1, 2
- Sauerstofftherapie zur kurzfristigen Linderung von Hypoxämie bei fortgeschrittener COPD 1, 2
- β-Agonisten zur Behandlung von Atemnot bei COPD 1
Behandlung von Depression
- Regelmäßige Beurteilung und Behandlung von Depressionssymptomen bei Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen 1, 2
- Bei Krebspatienten: trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder psychosoziale Interventionen 1, 2
- Psychologische Belastung kann die Wirksamkeit von Symptommanagement-Interventionen verringern 3
Weitere häufige Symptome
- Anorexie, Asthenie, Mundtrockenheit, Verwirrtheit und Verstopfung sind die häufigsten Symptome am Lebensende (>50% der Patienten) 4
- Ganzheitlicher Ansatz zur Symptombehandlung, der nicht nur die physischen, sondern auch die psychologischen, sozialen und spirituellen Dimensionen des Leidens berücksichtigt 5
Vorausschauende Versorgungsplanung
- Vorausschauende Versorgungsplanung, einschließlich Patientenverfügungen, sollte für alle Patienten mit schweren Erkrankungen erfolgen 1, 2
- Wesentliche Elemente der Versorgungsplanung:
- Versorgungspläne sollten bei signifikanten klinischen Veränderungen neu bewertet werden 1, 2
- Multidisziplinärer Ansatz bei Entscheidungen am Lebensende unter Berücksichtigung der Patientenverfügungen und Wünsche der Familie 2
Zusammenarbeit und Beratung zur Verbesserung der Versorgung am Lebensende
- Multidisziplinäre Teams unter Einbeziehung von Pflegekräften und Sozialdiensten verbessern die Lebensqualität und den funktionellen Status der Patienten 1
- Koordination zwischen Hausarzt, Facharzt, Pflegemanagement und Patientenaktivierung verbessert die Lebensqualität und reduziert Wiederaufnahmen und Kosten 1
- Gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Patienten und Fachleuten sowie Koordination der Versorgung durch ein multidisziplinäres Team sind Schlüsselkomponenten eines effektiven Symptommanagements 3
Unterstützung von Pflegenden und Familie
- Routinemäßiges und regelmäßiges Screening von erwachsenen Pflegepersonen auf praktische und emotionale Bedürfnisse 1
- Familienmitglieder und Freunde sollten ermutigt werden, beim Patienten zu sein 2
- Das Pflegeteam sollte unterstützende Betreuung für Familienmitglieder anbieten, einschließlich Zuhören und Aufmerksamkeit für Trauer 2
- Regelmäßige Informationen über den Zustand des Patienten und Möglichkeit, sich nach dem Tod des Patienten zu treffen, um Trauer auszudrücken 2
- Familien haben eine Schlüsselrolle bei der Bestimmung der Wirksamkeit von Interventionen zum Symptommanagement 3
Besondere Überlegungen
- Bei Patienten zu Hause mit Risiko für katastrophale Ereignisse sollten sedierende Medikamente im Voraus vorbereitet werden, mit einem klaren Plan für die Notfallverabreichung 2
- Palliative Sedierung kann bei refraktären Symptomen am Lebensende in Betracht gezogen werden 2
- Für die Erholungssedierung sollte die niedrigste wirksame Dosis des Beruhigungsmittels verabreicht werden 2
- Medikamente zur Symptomlinderung sollten fortgesetzt werden, es sei denn, sie sind unwirksam oder verursachen belastende Nebenwirkungen 2
Hindernisse für ein effektives Symptommanagement
- Teamdiskordanz und mangelndes Verständnis über das Symptommanagement durch Patient und Familien 3
- Psychologische Belastung bei Patienten kann die Wirksamkeit von Interventionen zur Symptombehandlung verringern 3
- Diskussion innerhalb von Teams über Rollenkompetenzen und -grenzen würde einen effektiveren multidisziplinären Ansatz erleichtern 3
Die palliative Therapie am Lebensende erfordert einen umfassenden, koordinierten Ansatz, der auf die Linderung von Leiden und die Verbesserung der Lebensqualität für Patienten und ihre Familien abzielt 6, 7.