Is there a psychological condition where a person has multiple personalities?

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Dissoziative Identitätsstörung (DID)

Ja, es gibt eine psychische Erkrankung, bei der eine Person mehrere Persönlichkeiten hat. Diese wird als Dissoziative Identitätsstörung (DID), früher Multiple Persönlichkeitsstörung genannt, bezeichnet.

Definition und Hauptmerkmale

  • DID ist durch das Vorhandensein von mindestens zwei unterschiedlichen Identitäten oder Persönlichkeitszuständen gekennzeichnet, die abwechselnd die Kontrolle über das Verhalten der Person übernehmen 1, 2.
  • Jede dieser Identitäten hat ihre eigenen Erinnerungen, Eigenschaften und Verhaltensweisen, die sich deutlich voneinander unterscheiden können 1, 3.
  • Die verschiedenen Identitäten können sich in Geschlecht, Namen, sexueller Orientierung, Interessen und Verhaltensmustern unterscheiden 1.

Diagnostische Einordnung

  • In der ICD-11 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) wird die Störung unter den dissoziativen Störungen klassifiziert (früher F44.8 in ICD-10) 4.
  • Die Störung ist nicht zu verwechseln mit Schizophrenie oder anderen psychotischen Störungen 1.
  • Die Diagnose erfordert einen umfassenden multimodalen Ansatz, der klinische Beobachtung, psychometrische Bewertung und manchmal bildgebende Verfahren kombiniert 1.

Ätiologie

  • Die Erfahrung schwerer Traumata, insbesondere in der Kindheit und vor allem im Zusammenhang mit körperlichem und emotionalem Missbrauch, gilt als häufigste ätiologische Quelle 1, 3.
  • Die Störung entwickelt sich als Schutzmechanismus, um unerträgliche traumatische Erinnerungen zu vermeiden 3.
  • Dissoziative Mechanismen entstehen als Bewältigungsstrategie, um das psychische Überleben zu sichern 1.

Klinische Präsentation

  • Patienten erleben häufig amnestische Episoden und wiederkehrende Identitätswechsel, was zu einer mangelnden Kontinuität des autobiografischen Gedächtnisses führt 1.
  • Die betroffene Person kann Zeitverluste erleben und sich nicht an Aktivitäten erinnern, die von anderen Identitäten ausgeführt wurden 5.
  • Identitätswechsel können beobachtet werden und gehen mit deutlichen Verhaltensänderungen einher 1.
  • Die Anzahl der Identitäten kann erheblich variieren, in dokumentierten Fällen wurden bis zu 46 verschiedene Persönlichkeiten berichtet 1.

Psychobiologische Aspekte

  • Forschungsstudien haben gezeigt, dass verschiedene Identitätszustände unterschiedliche psychobiologische Reaktionen auf traumabezogene Erinnerungen zeigen können 6.
  • Es wurden Unterschiede in subjektiven Bewertungen, kardiovaskulären Reaktionen und zerebralen Aktivierungsmustern zwischen verschiedenen Identitätszuständen nachgewiesen 6.
  • Neutrale Identitätszustände (NIS) hemmen den Zugang zu traumatischen Erinnerungen, während traumatische Identitätszustände (TIS) Zugang zu diesen Erinnerungen haben und darauf reagieren 6.

Gedächtnisfunktion bei DID

  • Ein charakteristisches Merkmal der DID sind scheinbar schwere amnestische Symptome zwischen den verschiedenen Identitäten 5.
  • Experimentelle Studien haben asymmetrische Gedächtnistransfers zwischen verschiedenen Identitäten bestätigt, obwohl ein gewisses "Durchsickern" von Informationen stattfinden kann 5.
  • Die Amnesie zwischen den Identitäten kann mit zustandsabhängigem Gedächtnis verglichen werden 5.

Abgrenzung zu anderen Störungen

  • DID ist von anderen psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolaren Störungen oder Borderline-Persönlichkeitsstörung zu unterscheiden 1.
  • Die Störung ist nicht mit vorübergehenden dissoziativen Zuständen zu verwechseln, die bei anderen psychischen Erkrankungen auftreten können 4.

Herausforderungen bei der Diagnose

  • Die Diagnose von DID ist komplex und erfordert eine sorgfältige Differentialdiagnostik 1, 3.
  • Es ist wichtig, zwischen echter DID und Simulation zu unterscheiden 2, 5.
  • Persönlichkeitsinventare können helfen, die Konsistenz und Anpassungsstile der verschiedenen Identitäten zu charakterisieren und bei der Beurteilung von möglicher Simulation zu unterstützen 2.

Die Dissoziative Identitätsstörung ist eine komplexe psychische Erkrankung, die durch das Vorhandensein mehrerer Persönlichkeiten oder Identitätszustände gekennzeichnet ist. Sie entsteht typischerweise als Reaktion auf schwere Traumata, besonders in der Kindheit, und stellt einen Bewältigungsmechanismus dar, der es der Person ermöglicht, unerträgliche Erfahrungen zu verarbeiten.

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