Wiederaufnahme der Piperidondepot-Therapie nach Unterbrechung
Bei einem Patienten, der nach einer 6-wöchigen Unterbrechung und einer 2-wöchigen Überbrückung mit oralem Paliperidon 6mg wieder auf Piperidondepot 150mg umgestellt wurde, sollte die Depottherapie mit der ursprünglichen Dosis von 150mg fortgesetzt werden, da der Patient zuvor stabil darauf eingestellt war.
Bewertung der aktuellen Situation
- Die Depotformulierung von Paliperidon (Piperidondepot) bietet eine gleichmäßige Freisetzung des Medikaments über einen Monat, verbessert die Therapietreue und vermeidet tägliche Schwankungen der Plasmakonzentration 1
- Die orale Überbrückung mit Paliperidon 6mg über 2 Wochen war eine angemessene Maßnahme, um die antipsychotische Wirkung während der Unterbrechung der Depottherapie aufrechtzuerhalten 2
- Nach einer Unterbrechung der Depottherapie ist eine Wiederaufnahme mit der ursprünglichen Dosis in der Regel sicher, wenn der Patient zuvor stabil darauf eingestellt war 3
Empfohlenes Vorgehen
Kurzfristige Maßnahmen:
- Fortführung der Piperidondepot-Therapie mit 150mg in regulären Intervallen, wie vor der Unterbrechung 3
- Engmaschige klinische Überwachung in den ersten 4-6 Wochen nach Wiederaufnahme der Depottherapie, um die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen zu beurteilen 3
- Beurteilung der psychotischen Symptome, um sicherzustellen, dass die Dosis von 150mg weiterhin ausreichend ist 3
Mittelfristige Maßnahmen:
- Regelmäßige Kontrollen alle 3-4 Wochen in den ersten 3 Monaten nach Wiederaufnahme der Depottherapie 3
- Beurteilung der Notwendigkeit einer Dosisanpassung basierend auf dem klinischen Ansprechen 3
- Bei unzureichender Wirkung oder Verschlechterung der Symptome sollte eine Dosiserhöhung in Betracht gezogen werden 3
Begründung
Die Wiederaufnahme der Depottherapie mit der ursprünglichen Dosis ist gerechtfertigt, da:
- Der Patient zuvor stabil auf Piperidondepot 150mg eingestellt war 3
- Die Unterbrechung von 6 Wochen zwar bedeutsam, aber nicht so lang war, dass eine vollständige Neueinstellung erforderlich wäre 3
- Die orale Überbrückung mit Paliperidon 6mg über 2 Wochen hat wahrscheinlich einen Teil der antipsychotischen Wirkung aufrechterhalten 2, 4
Wichtige Überlegungen und mögliche Fallstricke
- Bei Anzeichen einer unzureichenden Wirksamkeit sollte die Dosis nicht sofort erhöht werden, sondern zunächst eine Beobachtungszeit von 4-6 Wochen eingehalten werden, da die volle Wirkung des Depotpräparats sich erst nach diesem Zeitraum vollständig entfaltet 3
- Die Kombination verschiedener Antipsychotika sollte vermieden werden, es sei denn, es liegt eine klare Indikation vor, da Polypharmazie das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann 3
- Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte eine Dosisreduktion oder ein Wechsel des Antipsychotikums in Betracht gezogen werden 3
- Eine regelmäßige Überprüfung der Notwendigkeit der antipsychotischen Therapie und der Dosierung ist wichtig, um die langfristige Sicherheit zu gewährleisten 3