Antibiotische Therapie bei Weichteilinfektionen mit Darmgewebspenetration
Für Weichteilinfektionen mit Beteiligung von Darmgewebe wird eine Kombination aus Breitspektrum-Antibiotika wie Piperacillin-Tazobactam 3,375 g alle 6 Stunden oder 4,5 g alle 8 Stunden intravenös empfohlen, mit einer Behandlungsdauer von 5-7 Tagen. 1
Empfohlene Antibiotika-Regime
Für ambulante Infektionen (leicht bis mittelschwer):
Monotherapie-Optionen:
Kombinationstherapie-Optionen:
Für nosokomiale oder schwere Infektionen:
Monotherapie-Optionen:
Kombinationstherapie-Optionen:
Dosierung und Behandlungsdauer
Dosierung:
Die Dosierung richtet sich nach dem Schweregrad der Infektion und dem gewählten Antibiotikum:
- Piperacillin-Tazobactam: 3,375 g alle 6 Stunden oder 4,5 g alle 8 Stunden i.v. 1
- Imipenem-Cilastatin: 500 mg alle 6 Stunden i.v. 1
- Meropenem: 1 g alle 8 Stunden i.v. 1
- Ciprofloxacin: 400 mg i.v. alle 12 Stunden oder 750 mg oral alle 12 Stunden 1
- Metronidazol: 500 mg alle 8 Stunden i.v. 1
Behandlungsdauer:
- Für die meisten Weichteilinfektionen: 5-7 Tage 1
- Die Therapie sollte verlängert werden, wenn nach 5 Tagen keine Besserung eintritt 1
- Bei nekrotisierenden Infektionen: 7-15 Tage 2
Wichtige Überlegungen bei der Antibiotikawahl
Erregerspektrum:
- Bei ambulant erworbenen Infektionen: Meist E. coli und Streptokokken 1
- Bei nosokomialen Infektionen: Enterokokken, Enterobacter spp., S. aureus und koagulase-negative Staphylokokken 1
- Bei nekrotisierenden Infektionen: Polymikrobielle Ätiologie oder Gruppe-A-Streptokokken/MRSA 1
Gewebepenetration:
- Für eine optimale Wirksamkeit ist eine gute Gewebepenetration entscheidend, besonders bei eingeschränkter regionaler Perfusion und Gewebenekrose 2
- Fluorochinolone wie Ciprofloxacin zeigen eine gute Gewebepenetration und können bei bestimmten Erregern (z.B. Pseudomonas) oral wirksam sein 3, 4
Fallstricke und Vorsichtsmaßnahmen
- Resistenzentwicklung beachten: Lokale Resistenzmuster sollten bei der empirischen Therapie berücksichtigt werden 1
- Chirurgische Intervention: Bei aggressiven Infektionen mit systemischer Toxizität oder Verdacht auf nekrotisierende Fasziitis ist eine sofortige chirurgische Konsultation erforderlich 1
- Anpassung der Therapie: Nach Erhalt der Kulturergebnisse sollte die Antibiotikatherapie gezielt angepasst werden, um Resistenzentwicklung zu vermeiden und Kosten zu senken 5
- Monotherapie bevorzugen: Wenn möglich, sollte eine Monotherapie mit einem Breitspektrum-Antibiotikum eingesetzt werden, um Toxizität, Arzneimittelwechselwirkungen und Kosten zu reduzieren 1, 5
Spezielle Situationen
Bei nekrotisierenden Infektionen:
- Penicillin plus Clindamycin bei nachgewiesener Gruppe-A-Streptokokken-Infektion 1
- Bei polymikrobiellen Infektionen: Breitspektrum-Beta-Laktam plus Clindamycin plus Ciprofloxacin 1