MRT-Befunde 2 Wochen nach Abschluss der Radiotherapie bei Weichteilsarkom der Extremitäten
Nach Abschluss einer Radiotherapie bei einem Weichteilsarkom (UPS) der Extremitäten sind in einer Kontrastmittel-MRT bereits 2 Wochen nach Behandlung typischerweise verstärktes und heterogenes Kontrastmittelenhancement sowie ödematöse Veränderungen im behandelten Gewebe zu erwarten, was auf strahleninduzierte Entzündungsreaktionen zurückzuführen ist. 1
Typische frühe MRT-Veränderungen nach Radiotherapie
- Verstärktes Kontrastmittelenhancement im Bereich des bestrahlten Gewebes ist ein häufiger Befund, der auf strahleninduzierte Entzündungsreaktionen und Gefäßpermeabilitätsveränderungen zurückzuführen ist 1
- Die Kontrastmittelaufnahme kann diffus oder heterogen sein und ist bereits wenige Wochen nach Abschluss der Behandlung nachweisbar 1, 2
- Ödematöse Veränderungen im umgebenden Gewebe sind häufig und können in den ersten Wochen nach Therapie sogar zunehmen 1, 3
- In der T2-Wichtung kann ein initial intermediäres bis hohes Signalverhalten des Tumors bestehen bleiben, das sich erst mit der Zeit in ein niedriges Signalverhalten (fibrotisches Gewebe) umwandelt 2
Herausforderungen bei der Interpretation
- Die Bildgebung kann in den ersten Wochen nach der Behandlung fälschlicherweise eine Progression der Erkrankung suggerieren, obwohl klinisch eine Verbesserung vorliegt 1
- Die Unterscheidung zwischen frühen Strahlenveränderungen und Resttumor ist besonders schwierig in den ersten 2 Monaten nach Abschluss der Radiotherapie 2
- Eine retrospektive Studie zeigte, dass bei 37% der MRT-Untersuchungen 5 Wochen nach Abschluss der Radiotherapie keine eindeutige Unterscheidung zwischen Resttumor und fibrotischen Veränderungen möglich war 2
- Trotz pathologischer Behandlungsansprechrate von 50-67,5% zeigen insbesondere hochgradige Sarkome minimal frühe volumetrische Reaktion auf die Bestrahlung 4
Differenzierung zwischen Therapiefolgen und Tumorrezidiv
- Tumorrezidive zeigen typischerweise eine fokale, noduläre Kontrastmittelaufnahme, während therapiebedingte Veränderungen eher diffus erscheinen 1
- Die Kombination aus MRT und klinischer Beurteilung ist entscheidend für die Interpretation der Befunde 1, 2
- Veränderungen im umgebenden Ödem und im kontrastmittelaufnehmenden Ödem können mit dem Therapieansprechen korrelieren 3
Zeitlicher Verlauf der MRT-Veränderungen
- Die optimale Zeit für die Beurteilung des Therapieansprechens mittels MRT liegt bei 3-6 Monaten nach Abschluss der Therapie 2
- Eine frühere Bildgebung (wie 2 Wochen nach Therapie) kann für eine Zwischenbewertung der Tumorregression zur Prognosestellung verwendet werden, hat jedoch Einschränkungen bei der Beurteilung des endgültigen Ansprechens 2
- Mit zunehmender Zeit nach der Radiotherapie wandelt sich das anfänglich intermediäre bis hohe Signalverhalten auf T2-gewichteten Bildern in ein niedriges Signalverhalten (fibrotisches Gewebe) um 2
Klinische Relevanz und Empfehlungen
- Die MRT-Befunde sollten immer im Zusammenhang mit dem klinischen Zustand des Patienten interpretiert werden 1, 2
- Die Verwendung von intravenösem Kontrastmittel verbessert die Gewebecharakterisierung und wird für die Nachsorge-MRT empfohlen 2
- Bei unklaren Befunden kann eine FDG-PET/CT oder FDG-PET/MRT zur weiteren Differenzierung zwischen Therapiefolgen und Tumorrezidiv hilfreich sein 2
- Trotz persistierender oder progressiver bildgebender Veränderungen können die meisten Patienten ein erfolgreiches Behandlungsergebnis haben 1
Besonderheiten bei verschiedenen Sarkomtypen
- Myxoide Liposarkome zeigen typischerweise eine stärkere volumetrische Reaktion auf die Bestrahlung (mediane Volumenreduktion von 82,1%) im Vergleich zu nicht-myxoiden niedriggradigen Sarkomen (13,8%) und hochgradigen Sarkomen (<1%) 4
- Eine partielle Ansprechrate in der MRT (Volumenreduktion ≥50%) ist hochprädiktiv für ein gutes pathologisches Ansprechen 4