Generalisierte rhythmische Delta-Aktivitäten im EEG bei Hyponatriämie mit ZNS-Beteiligung
Ja, bei Hyponatriämie mit ZNS-Beteiligung können generalisierte rhythmische Delta-Aktivitäten im EEG auftreten, ähnlich wie bei anderen metabolischen Enzephalopathien. 1
EEG-Befunde bei metabolischen Enzephalopathien
- Bei Hyponatriämie mit ZNS-Beteiligung zeigt das EEG charakteristische Veränderungen, die auch bei anderen metabolischen Enzephalopathien beobachtet werden können 1
- Mit zunehmender Schwere der Enzephalopathie kommt es zu einer progressiven Verlangsamung der EEG-Aktivität, die sich als Delta-Aktivität manifestieren kann 1
- Triphasische Wellen sind ein bemerkenswerter Befund, der bei metabolischen Enzephalopathien wie Hyponatriämie auftreten kann, sind jedoch nicht spezifisch für eine bestimmte Ursache 1
Spezifische EEG-Veränderungen bei Hyponatriämie
- Bei Hyponatriämie mit ZNS-Beteiligung kann es zu einer Zunahme der Delta-Aktivität kommen, ähnlich wie bei hepatischer Enzephalopathie, urämischer Enzephalopathie oder Medikamentenintoxikationen 1
- Die EEG-Veränderungen korrelieren mit dem Schweregrad der neurologischen Symptomatik und können von leichter Verlangsamung bis hin zu generalisierten Delta-Wellen reichen 1
- Stupor ist oft, aber nicht immer, mit triphasischen Wellen assoziiert; Koma ist in der Regel mit Delta-Wellen assoziiert 1
Pathophysiologie der EEG-Veränderungen bei Hyponatriämie
- Hyponatriämie führt zu einer Hypoosmolalität, die einen Wassereinstrom ins Gehirn verursacht und zu einem Hirnödem führen kann 2
- Diese Veränderungen beeinträchtigen die neuronale Funktion und führen zu den charakteristischen EEG-Veränderungen 3
- Bei akuter Hyponatriämie ist die erhöhte Hirnwassermenge mit verschiedenen Graden der Enzephalopathie verbunden, was sich im EEG als generalisierte Delta-Aktivität widerspiegeln kann 4
Klinische Relevanz
- Die EEG-Veränderungen können bei der Diagnose und Überwachung der ZNS-Beteiligung bei Hyponatriämie hilfreich sein 1
- Das EEG bietet eine Echtzeit-Beurteilung der Hirnfunktion und ist daher ein einzigartiges Instrument zur Untersuchung sich schnell ändernder Aktivitäten wie epileptischer Phänomene, triphasischer Wellen und periodischer Muster 1
- Die Schwere der EEG-Veränderungen kann mit dem klinischen Zustand und der Prognose korrelieren 1
Differentialdiagnose
- Ähnliche EEG-Veränderungen können bei anderen metabolischen Enzephalopathien wie hepatischer Enzephalopathie, urämischer Enzephalopathie oder Medikamentenintoxikationen (Lithium, Valproat, Baclofen) auftreten 1
- Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Ursachen metabolischer Enzephalopathien erfordert eine Korrelation mit klinischen und laborchemischen Befunden 5
- Bei ZNS-Infektionen mit Hyponatriämie (z.B. durch SIADH oder zerebrales Salzverlustsyndrom) können ebenfalls ähnliche EEG-Veränderungen auftreten 5
Wichtige Hinweise zur Behandlung
- Bei symptomatischer Hyponatriämie mit ZNS-Beteiligung ist eine prompte, aber kontrollierte Korrektur des Serumnatriums erforderlich 2
- Eine zu schnelle Korrektur einer chronischen Hyponatriämie muss vermieden werden, um das Risiko einer osmotischen Demyelinisierung zu begrenzen 2, 4
- Bei neurologischen Erkrankungen muss zwischen euvolämischer Hyponatriämie (meist durch SIADH) und hypovolämischen Zuständen wie zerebralem Salzverlustsyndrom unterschieden werden, da die Behandlung dieser beiden Zustände unterschiedlich ist 6