Pembrolizumab und Alopezie
Pembrolizumab kann in Kombination mit Chemotherapie zu Alopezie führen, jedoch ist Haarausfall bei Pembrolizumab-Monotherapie selten und nicht unter den häufigsten Nebenwirkungen aufgeführt.
Häufigkeit und Art der Haarprobleme bei Pembrolizumab
- Alopezie wird in der FDA-Kennzeichnung als häufige Nebenwirkung (≥20%) von Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie oder Chemoradiotherapie aufgeführt, jedoch nicht als häufige Nebenwirkung der Pembrolizumab-Monotherapie 1
- Einzelfälle von Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) wurden bei Patienten unter Pembrolizumab-Monotherapie berichtet, was auf einen immunvermittelten Mechanismus hindeutet 2
- Bei Melanompatienten wurde unter Pembrolizumab-Therapie auch Vitiligo (Pigmentverlust) beobachtet, was mit einer besseren Ansprechrate auf die Therapie assoziiert sein kann 3
Häufigste Nebenwirkungen von Pembrolizumab
- Die häufigsten Nebenwirkungen der Pembrolizumab-Monotherapie sind laut FDA-Kennzeichnung: Müdigkeit, Muskel-Skelett-Schmerzen, Hautausschlag, Durchfall, Fieber, Husten, verminderter Appetit, Juckreiz, Atemnot, Verstopfung, Schmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Hypothyreose 1
- Laut NCCN-Leitlinien gehören zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen bei Pembrolizumab: Müdigkeit, Juckreiz, Durchfall, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Übelkeit, Hautausschlag, Fieber, Husten, Atemnot und muskuloskelettale Schmerzen 4
Immunvermittelte Nebenwirkungen
- Pembrolizumab kann mit immunvermittelten Nebenwirkungen verbunden sein, darunter Kolitis, Hepatitis, Endokrinopathien, Pneumonitis oder Nephritis 4
- Hautbezogene immunvermittelte Nebenwirkungen können Hautausschlag, Juckreiz und seltenere Manifestationen wie Alopecia areata umfassen 4, 2
- Bei älteren Patienten wurde ein erhöhtes Risiko für multiple autoimmune Nebenwirkungen beobachtet 5
Management von hautbezogenen Nebenwirkungen
- Die Behandlung von immunvermittelten Hautreaktionen basiert hauptsächlich auf dem Schweregrad und kann von topischen Kortikosteroiden bei leichten Reaktionen bis hin zu systemischen Kortikosteroiden bei schwereren Fällen reichen 4
- Bei Grad 4 dermatologischen Nebenwirkungen, Stevens-Johnson-Syndrom/toxischer epidermaler Nekrolyse oder DRESS-Syndrom ist ein dauerhaftes Absetzen der Immuntherapie erforderlich 4
- Dermatologische Beurteilungen sind bei Patienten mit bekannter Vorgeschichte von immunbedingten Hauterkrankungen wie Psoriasis, bullösem Pemphigoid oder Lupus angezeigt 4
Fazit
- Alopezie ist keine typische Nebenwirkung der Pembrolizumab-Monotherapie, tritt jedoch häufiger auf, wenn Pembrolizumab mit Chemotherapie kombiniert wird 1
- Bei Verdacht auf immunvermittelte Alopezie (wie Alopecia areata) sollte eine dermatologische Beurteilung erfolgen und je nach Schweregrad eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden 4, 2
- Die Gesamtinzidenz tödlicher Nebenwirkungen bei Pembrolizumab liegt bei etwa 1,2%, wobei die häufigsten Ursachen infektiöse Komplikationen (26,5%), kardiale Toxizität (14,7%) und Pneumonitis (13,2%) sind 6