Trabectedin und Alopezie
Trabectedin führt selten zu Alopezie und stellt daher eine günstige Behandlungsoption für Patienten dar, bei denen Haarausfall vermieden werden soll. 1
Trabectedin und seine Nebenwirkungen
Trabectedin (Yondelis) ist ein neuartiges DNA-bindendes Arzneimittel, das ursprünglich aus der Seescheide Ecteinascidia turbinata gewonnen wurde und mittlerweile synthetisch hergestellt wird. Es wird zur Behandlung von fortgeschrittenen Weichteilsarkomen und in Kombination mit pegyliertem liposomalem Doxorubicin bei rezidiviertem, platinsensitivem Ovarialkarzinom eingesetzt. 2
Die häufigsten Nebenwirkungen von Trabectedin umfassen:
- Neutropenie, Anämie und Thrombozytopenie 2
- Übelkeit und Erbrechen 2
- Erhöhte Lebertransaminasen 2
- Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Durchfall 2
Alopezie und Trabectedin
Im Gegensatz zu vielen anderen Chemotherapeutika ist Trabectedin durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:
- Alopezie tritt selten auf 1
- Es verursacht keine Kardiotoxizität oder Neurotoxizität 1
- Die meisten Nebenwirkungen sind nicht kumulativ, reversibel und gut behandelbar 1
Diese Eigenschaften machen Trabectedin zu einer interessanten Option für Patienten, bei denen Haarausfall vermieden werden soll, wie bei einer 66-jährigen Patientin mit metastasiertem Leiomyosarkom, die aufgrund von kardiovaskulären Komorbiditäten und starker Angst vor Alopezie, Erbrechen und Müdigkeit nicht für eine Standardtherapie mit Anthrazyklinen geeignet war. 3
Vergleich mit anderen Chemotherapeutika
Während viele Chemotherapeutika, insbesondere solche zur Behandlung von soliden Tumoren, häufig zu Alopezie führen, zeigt Trabectedin ein günstigeres Profil:
- Chemotherapie-induzierte Alopezie (CIA) tritt bei etwa 48% der Chemotherapien mit einem Schweregrad 2 auf (mehr als 50% Haarverlust) 4
- CIA beginnt typischerweise 1-3 Wochen nach Therapiebeginn und betrifft die gesamte Kopfhaut, manchmal auch Augenbrauen, Wimpern und Körperbehaarung 4
- Im Gegensatz dazu ist Alopezie bei Trabectedin selten und nicht als häufige Nebenwirkung dokumentiert 1, 5
Management und Überwachung
Bei der Behandlung mit Trabectedin sollte auf folgende Aspekte geachtet werden:
- Regelmäßige Überwachung der Leberfunktion, da Lebertoxizität eine spezifische Nebenwirkung darstellt 5
- Kontrolle des Blutbildes zur Überwachung von Neutropenie und anderen hämatologischen Nebenwirkungen 2
- Beachtung möglicher Rhabdomyolyse, die jedoch selten klinisch bedeutsam ist 5
Fazit
Trabectedin bietet ein günstiges Nebenwirkungsprofil mit seltenem Auftreten von Alopezie und stellt damit eine wertvolle Alternative für Patienten dar, die besonders empfindlich auf Haarverlust reagieren oder für die eine Standardtherapie mit Anthrazyklinen nicht geeignet ist. 1, 3