Behandlung der Depression nach Apoplex
Patienten mit post-Schlaganfall Depression sollten mit Antidepressiva, vorzugsweise selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI), behandelt werden, in Kombination mit psychotherapeutischen Maßnahmen. 1, 2
Screening und Diagnose
- Die Verwendung strukturierter Depressions-Inventare wie des Patient Health Questionnaire-2 wird für das routinemäßige Screening auf post-Schlaganfall Depression empfohlen 1
- Regelmäßige Neubewertungen der Depression, Angst und anderer psychiatrischer Symptome sind im Verlauf der Nachsorge sinnvoll 1, 2
- Validierte Screening-Tools wie die Center for Epidemiological Studies Depression Scale, Hamilton Depression Rating Scale oder Patient Health Questionnaire-9 haben optimale Eigenschaften zur Erkennung von post-Schlaganfall Depression 1
Pharmakologische Behandlung
- SSRIs und SNRIs (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) sind die Mittel der ersten Wahl für die Behandlung der post-Schlaganfall Depression 2, 3
- Die Wirksamkeit von SSRIs bei der Behandlung der post-Schlaganfall Depression wurde in kontrollierten Studien nachgewiesen 4, 5
- Bei Patienten mit hämorrhagischem Schlaganfall sollten SSRIs mit Vorsicht eingesetzt werden, da ein leicht erhöhtes Risiko für intrazerebrale Blutungen besteht 1, 6
- Die Behandlung sollte mindestens 6 Monate dauern mit sorgfältiger Überwachung während des Absetzens 3
Besondere Überlegungen bei der SSRI-Therapie
- Fluoxetin hat in mehreren Studien nicht nur depressive Symptome verbessert, sondern auch positive Effekte auf die motorische Erholung gezeigt 1, 7
- Citalopram hat sich als wirksam und gut verträglich bei der Behandlung der post-Schlaganfall Depression erwiesen 4
- Bei Patienten mit zentralen post-Schlaganfall Schmerzen können SNRIs (besonders Duloxetin) oder trizyklische Antidepressiva in Betracht gezogen werden, die sowohl Depression als auch neuropathische Schmerzen behandeln 3
Nicht-pharmakologische Ansätze
- Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) wird als wirksame Behandlung für post-Schlaganfall Depression empfohlen 2, 3
- Achtsamkeitsbasierte Therapien zeigen Nutzen bei Depression nach Schlaganfall 2, 3
- Bewegungsprogramme (mindestens 4 Wochen Dauer) können als ergänzende Behandlung für post-Schlaganfall Depression dienen 1, 2
- Patientenaufklärung über den Schlaganfall wird empfohlen, wobei Patienten Informationen, Ratschläge und Gelegenheiten erhalten sollten, über die Auswirkungen der Erkrankung auf ihr Leben zu sprechen 1, 2
Zeitpunkt der Behandlung
- Frühe wirksame Behandlung der Depression kann sich positiv auf die Rehabilitationsergebnisse auswirken 2, 3
- In der frühen Phase nach dem Schlaganfall (2-6 Wochen) kann eine hohe spontane Erholungsrate beobachtet werden, unabhängig von der Behandlung 7, 4
- Bei Patienten, die 7 Wochen oder mehr nach dem Schlaganfall depressiv werden, ist die spontane Erholung ohne Behandlung selten 4
Wichtige klinische Überlegungen
- Die prophylaktische Verwendung von Antidepressiva bei nicht-depressiven Schlaganfallpatienten wird aufgrund des Risikos von Frakturen und anderen unerwünschten Ereignissen nicht empfohlen 2, 3
- Überwachung auf Nebenwirkungen ist besonders wichtig bei älteren Patienten, die möglicherweise mehrere Medikamente einnehmen 3
- Depression nach Schlaganfall wird häufig unterdiagnostiziert und unzureichend behandelt, was zu schlechteren funktionellen Ergebnissen führt 6, 5
- Eine wirksame Behandlung der post-Schlaganfall Depression ist mit einer verbesserten funktionellen Erholung und potenziell längerem Überleben bei Schlaganfallpatienten verbunden 2
Fallstricke und Vorsichtsmaßnahmen
- Die Wirksamkeit einer alleinigen Psychotherapie bei der Behandlung der post-Schlaganfall Depression bleibt unklar 2
- Es gibt unzureichende Evidenz für oder gegen Akupunktur, entweder allein oder als Ergänzung zur Pharmakotherapie, bei Depression nach Schlaganfall 2
- Bei Patienten mit pathologischem Affekt (unkontrollierbares Lachen/Weinen) sind SSRIs besonders wirksam 3
- Angst tritt häufig zusammen mit post-Schlaganfall Depression auf und sollte gleichzeitig beurteilt und behandelt werden 3