Diagnostische Kriterien der GERD
Die Diagnose einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) basiert primär auf typischen Symptomen (Sodbrennen und Regurgitation), gefolgt von einem empirischen PPI-Versuch bei Patienten mit diesen Symptomen, während Patienten mit atypischen oder extraösophagealen Symptomen eine frühzeitige objektive Testung benötigen. 1
Symptombasierte Diagnosekriterien
Typische GERD-Symptome:
- Sodbrennen und Regurgitation haben die höchste Spezifität für die GERD-Diagnose und sind oft ausreichend für eine klinische Diagnose 1, 2
- Diese Symptome müssen rezidivierend und belastend sein, um die diagnostischen Kriterien zu erfüllen 3
- GERD wird definiert als Zustand, bei dem der Reflux von Mageninhalt belastende Symptome und/oder Komplikationen verursacht 4
Atypische Manifestationen:
- Dysphagie, Thoraxschmerz, chronischer Husten, Laryngitis, Asthma, Zahnerosionen und andere extraösophageale Manifestationen können auftreten 1
- Bei diesen Präsentationen ist die symptombasierte Diagnose weniger zuverlässig und erfordert objektive Testung 4
Diagnostischer Algorithmus
Für Patienten mit typischen Symptomen:
- Initialer empirischer 4-8-wöchiger PPI-Versuch mit einmal täglicher Dosierung 1
- Bei unzureichendem Ansprechen Anpassung auf zweimal täglich oder ein wirksameres Präparat 1
- Wichtiger Hinweis: Symptombesserung unter PPI sollte nicht als Bestätigung der GERD-Diagnose betrachtet werden, da die Verbesserung durch andere Mechanismen als Säuresuppression erfolgen kann 4
Bei persistierenden Symptomen trotz PPI-Therapie:
- Endoskopie zur Evaluation von Ösophagitis, Barrett-Ösophagus oder alternativen Diagnosen 1
- Ösophagusmanometrie gefolgt von ambulanter Refluxüberwachung, wenn die Endoskopie normal ist 1
Objektive diagnostische Tests
Endoskopie:
- Indiziert bei Alarmsymptomen oder fehlendem Ansprechen auf empirische PPI-Therapie 1, 5
- Beurteilung umfasst: erosive Ösophagitis, Evaluation des Zwerchfellhiatus und Hiatushernie, Inspektion auf Barrett-Ösophagus mit Biopsie 1
- Endoskopische Befunde haben jedoch Limitationen in Sensitivität und Spezifität 4
Ambulante Refluxüberwachung:
- Optionen umfassen katheterbasierte pH-Überwachung, drahtlose pH-Kapsel und kombinierte Impedanz-pH-Überwachung 1
- Sollte ohne PPI-Therapie durchgeführt werden, es sei denn, es wird auf refraktäre Symptome bei Patienten mit zuvor bestätigter GERD getestet 1, 6
- Composite-Definitionen von GERD unter Verwendung einer Kombination aus Refluxösophagitis, abnormaler pH-Testung und Symptomassoziation haben eine Sensitivität von 42-65% und Spezifität von 70% 4
Ösophagusmanometrie:
- Dient zur Lokalisierung des unteren Ösophagussphinkters, Evaluation der peristaltischen Funktion und Diagnose alternativer Motilitätsstörungen, die GERD imitieren können 1
Besondere diagnostische Herausforderungen
Extraösophageale Refluxkrankheit:
- Es gibt kein einzelnes diagnostisches Instrument, das GER eindeutig als Ursache extraösophagealer Symptome identifizieren kann 4, 1
- Die Bestimmung des GER-Beitrags sollte auf dem globalen klinischen Eindruck basieren, der aus Symptomen, Therapieansprechen und Ergebnissen von Endoskopie und Reflux-Testung abgeleitet wird 4
- Bei Verdacht auf extraösophageale Manifestationen ohne typische GERD-Symptome sollte diagnostische Testung vor PPI-Initiierung erwogen werden 4
Refraktäre GERD:
- Bei Patienten mit vermuteter extraösophagealer Manifestation, die einen Therapieversuch (bis zu 12 Wochen) mit PPI nicht bestanden haben, sollte objektive Testung auf pathologischen GER erwogen werden 4
- pH-Impedanz-Überwachung unter PPI-Therapie kann durchgeführt werden, um die Rolle von anhaltendem saurem oder nicht-saurem Reflux zu evaluieren 4, 1
Häufige diagnostische Fallstricke
Zu vermeidende Fehler:
- Ausschließliches Verlassen auf Symptomansprechen auf PPI als Bestätigung der GERD-Diagnose 4, 1
- Fortsetzung der Langzeit-PPI-Therapie ohne objektive Bestätigung der GERD 1
- Annahme, dass alle extraösophagealen Symptome auf GERD zurückzuführen sind, ohne angemessene Testung 4, 1
- Versäumnis, alternative Diagnosen zu erwägen, die GERD imitieren können 1, 5
- Es gibt keinen "Goldstandard" für die GERD-Diagnose, und die 24-Stunden-pH-Überwachung hat bei nicht-erosiver Refluxkrankheit (NERD) eine eingeschränkte Sensitivität 2