Lithium-Spiegelüberwachung und Wechselwirkungsmanagement
Lithiumspiegel müssen während der akuten Phase zweimal wöchentlich gemessen werden, bis sie stabil sind, danach alle 2-3 Monate während der Erhaltungstherapie, wobei der therapeutische Zielbereich bei 0,6-1,2 mEq/L liegt. 1
Häufigkeit der Spiegelkontrollen
Akutphase
- Zweimal wöchentlich Lithiumspiegel-Messungen während der akuten Behandlungsphase, bis Serumspiegel und klinischer Zustand stabilisiert sind 1, 2
- Blutentnahme sollte 8-12 Stunden nach der letzten Dosis erfolgen, unmittelbar vor der nächsten Dosis, wenn die Konzentrationen relativ stabil sind 1
Erhaltungstherapie
- Mindestens alle 2 Monate bei unkomplizierten Fällen während der Remission 1
- Alle 3-6 Monate zusammen mit Nieren- und Schilddrüsenfunktion sowie Urinanalyse 3
- Mindestens alle 3 Monate wird empfohlen, da bereits ein einzelner Lithiumspiegel >1,0 mmol/L mit einem signifikanten eGFR-Abfall innerhalb von 3 Monaten assoziiert ist 4
Therapeutische Zielbereiche
Akute Manie
Langzeiterhaltung
Wichtiger Hinweis: Patienten mit abnormaler Lithiumempfindlichkeit können bereits bei 1,0-1,5 mEq/L toxische Zeichen zeigen; ältere Patienten reagieren oft auf reduzierte Dosierungen und zeigen Toxizitätszeichen bei Spiegeln, die von anderen Patienten toleriert werden 1
Laborüberwachung vor Therapiebeginn
Obligatorische Baseline-Untersuchungen
- Komplettes Blutbild 3
- Schilddrüsenfunktionstests (TSH, T4) 3
- Nierenfunktion: Harnstoff, Kreatinin, eGFR 3
- Urinanalyse 3
- Serum-Calcium 3
- Schwangerschaftstest bei weiblichen Jugendlichen und Frauen im gebärfähigen Alter 3
Laufende Laborüberwachung während der Erhaltungstherapie
Alle 3-6 Monate
- Lithiumspiegel 3, 1
- Nierenfunktion (Kreatinin, eGFR) 3, 2
- Schilddrüsenfunktion 3
- Urinanalyse 3
- Elektrolyte 2
Kritische Wechselwirkungen und Präventionsmaßnahmen
Medikamente, die Lithiumspiegel erhöhen
- NSAIDs vermeiden – diese können Lithiumspiegel erhöhen und sollten nicht gleichzeitig verwendet werden 2
- ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker können Lithiumspiegel erhöhen
- Thiazid-Diuretika erhöhen Lithiumspiegel signifikant
Situationen, die Lithium-Unterbrechung erfordern
Lithium sollte vorübergehend ausgesetzt werden bei: 2
- Interkurrenten Erkrankungen (besonders mit Dehydratation)
- Geplanter intravenöser Kontrastmittelgabe
- Darmvorbereitung
- Vor größeren chirurgischen Eingriffen
Hydratationsstatus
- Ausreichende Hydratation aufrechterhalten, besonders während Erkrankungen, um Lithiumtoxizität zu verhindern 2
- Dehydratation ist ein Hauptauslöser für Toxizität 2
Frühe Toxizitätszeichen – Patientenaufklärung
Patienten und Angehörige müssen über frühe Toxizitätszeichen aufgeklärt werden: 5, 2
- Tremor (feinschlägig, verstärkt)
- Übelkeit
- Durchfall
- Polyurie-Polydipsie (vermehrtes Wasserlassen und Durst)
Diese Aufklärung ermöglicht prompte Intervention, da periodische Überwachung allein nicht garantiert, dass Abnormalitäten rechtzeitig erkannt werden 3
Besondere Vorsichtsmaßnahmen
Elektrokrampftherapie (EKT)
- Lithium sollte während EKT-Behandlung abgesetzt werden, wenn klinisch möglich, da gleichzeitige Anwendung mit akutem Hirnsyndrom assoziiert wurde 5
Ältere Patienten
- Benötigen oft reduzierte Dosierungen 1
- Zeigen Toxizitätszeichen bei Spiegeln, die normalerweise von anderen Patienten toleriert werden 1
- Niedrigere Zielspiegel können initial angemessen sein 6
Niereninsuffizienz
- Faktoren evaluieren, die Toxizität auslösten: Dehydratation, Medikamenteninteraktionen oder Niereninsuffizienz 2
- Bereits ein einzelner Lithiumspiegel >1,0 mmol/L verursacht einen akuten eGFR-Abfall 4
Klinische Fallstricke
- Nicht ausschließlich auf Serumspiegel verlassen – genaue Patientenevaluation erfordert sowohl klinische als auch Laboranalyse 1
- Standardisierte Blutentnahmezeit einhalten (8-12 Stunden nach letzter Dosis) für vergleichbare Werte 1
- Überwachungsfrequenz nicht reduzieren, bis die Auswirkungen wiederholter Expositionen gegenüber erhöhten Spiegeln vollständig geklärt sind 4