What are the best treatment options for a couple where the male has severe male factor infertility with 90% teratozoospermia?

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Last updated: November 6, 2025View editorial policy

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Behandlung bei schwerer männlicher Faktorinfertilität mit 90% Teratozoospermie

Bei einem Paar mit schwerer Teratozoospermie (90% Kopfdefekte, nur 6% normale Spermien) sollte die Behandlung direkt mit IVF/ICSI erfolgen, da dies die effektivste Methode zur Überwindung schwerer männlicher Faktorinfertilität darstellt. 1

Primäre Behandlungsempfehlung

ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) ist die Behandlung der Wahl bei schwerer Teratozoospermie, da diese Technik speziell entwickelt wurde, um schwere Formen männlicher Faktorinfertilität und Gametendefekte zu überwinden. 2, 3

Warum ICSI bei dieser Indikation?

  • Schwere Teratozoospermie mit 90% Kopfdefekten stellt eine absolute Indikation für ICSI dar, da Spermien mit schweren Kopfanomalien nachweislich mit niedrigen Befruchtungs-, Implantations- und Schwangerschaftsraten assoziiert sind. 3, 4

  • IUI (Intrauterine Insemination) ist bei dieser Schwere der Teratozoospermie nicht empfohlen, da die Erfolgsraten bei niedrigem Total Motile Sperm Count deutlich reduziert sind und ART (IVF/ICSI) in Betracht gezogen werden sollte. 1

  • Die Morphologie ist ein kritischer Parameter: Während ein TMSC >10 Millionen normalerweise IUI ermöglichen würde, macht die extreme Teratozoospermie (90% Defekte) ICSI zur bevorzugten Option. 5

Behandlungsalgorithmus

Schritt 1: Vollständige Evaluation beider Partner

  • Beide Partner müssen gleichzeitig untersucht werden, um die Ursache der Infertilität zu kategorisieren und die Therapie angemessen zu steuern. 1

  • Hormonelle Bestimmungen beim Mann: Messung von Gesamttestosteron, FSH und LH als grundlegendes hormonelles Workup, da männliche Infertilität häufig mit Hypogonadismus verbunden ist. 1

  • Genetische Testung sollte in Betracht gezogen werden, da die Häufigkeit genetischer Anomalien mit dem Grad der spermatogenen Dysfunktion zusammenhängt. 1

Schritt 2: Erweiterte Spermiendiagnostik

  • Spermien-DNA-Fragmentierung (SDF) sollte evaluiert werden, da erhöhte SDF-Werte mit schlechter Spermienqualität assoziiert sind und möglicherweise von Lebensstilfaktoren (z.B. Rauchen) und Umweltexposition beeinflusst werden. 1

  • Bei erhöhter SDF kann testikuläre Spermienextraktion für ICSI in Betracht gezogen werden, da testikuläre Spermien niedrigere SDF-Werte aufweisen als ejakulierte Spermien und möglicherweise bessere ART-Ergebnisse liefern. 1, 6

Schritt 3: ICSI-Behandlung

  • ICSI sollte als primäre Behandlungsmethode durchgeführt werden, da sie bei schwerer männlicher Faktorinfertilität Befruchtungs- und Schwangerschaftsraten ähnlich wie bei konventioneller IVF (aber für andere Indikationen) ermöglicht. 2

  • Die Befruchtungsrate bei ICSI mit ejakulierten Spermatozoen liegt bei etwa 75%, mit einer klinischen Schwangerschaftsrate von etwa 43%. 7

  • IVF-Behandlung ermöglicht typischerweise eine Lebendgeburtenrate von 37% pro initiiertem Zyklus, wobei die Ergebnisse eng mit dem Alter der Frau zusammenhängen. 6

Erweiterte Optionen bei persistierendem Versagen

IMSI (Intracytoplasmic Morphologically Selected Sperm Injection)

  • IMSI kann bei wiederholtem ICSI-Versagen in Betracht gezogen werden, da die Spermienauswahl bei 6000-facher Vergrößerung eine verbesserte Beurteilung des Spermienkerns ermöglicht. 4

  • Mehrere Berichte zeigen, dass IMSI mit verbesserten Implantations- und klinischen Schwangerschaftsraten sowie niedrigeren Abortraten im Vergleich zu ICSI assoziiert ist, obwohl standardisierte klinische Indikationen noch fehlen. 4

Testikuläre Spermienextraktion

  • Bei erhöhter Spermien-DNA-Fragmentierung sollte die Verwendung testikulärer Spermien für ART erwogen werden, da Meta-Analysen verbesserte klinische Schwangerschaftsraten, Lebendgeburten und reduzierte Schwangerschaftsverlustraten zeigen. 6

  • Diese Option sollte nur nach vollständiger Aufklärung des Paares und nach Ausschluss häufiger Risikofaktoren für erhöhte SDF angeboten werden, da das Evidenzniveau für diesen Ansatz niedrig ist. 1

Medizinische Interventionen (begrenzte Wirksamkeit)

  • Antioxidantien und Vitamine haben fraglichen klinischen Nutzen bei der Behandlung männlicher Infertilität, und die vorhandenen Daten sind unzureichend, um spezifische Wirkstoffe zu empfehlen. 1

  • SERMs (Selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren) haben bei idiopathischer Infertilität begrenzte Vorteile im Vergleich zu ART-Ergebnissen. 1

  • FSH-Analoga können bei Männern mit idiopathischer Infertilität in Betracht gezogen werden, mit dem Ziel, Spermienkonzentration, Schwangerschaftsrate und Lebendgeburtenrate zu verbessern. 1

Wichtige Warnhinweise

  • Testosteron-Monotherapie sollte bei Männern mit Kinderwunsch NICHT verschrieben werden, da es die Spermatogenese unterdrückt. 1, 6

  • Ohne adäquate männliche Evaluation kann die weibliche Partnerin unnötige, kostspielige, zeitaufwändige und invasive Behandlungsoptionen verfolgen. 6

  • ICSI-Nachkommen haben ein leicht erhöhtes Risiko für kongenitale Malformationen, epigenetische Störungen und chromosomale Anomalien, obwohl dies wahrscheinlich mit der Genetik der infertilen Paare zusammenhängt und nicht mit dem ICSI-Verfahren selbst. 8, 7

  • Genetisches Screening und Beratung von Paaren, die sich einer ICSI unterziehen, erscheint angemessen, insbesondere da Y-Chromosom-Deletionen identisch auf männliche Nachkommen übertragen werden. 7

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Research

To ICSI or Not to ICSI.

Seminars in reproductive medicine, 2015

Research

Indications for intracytoplasmic sperm injection.

Human reproduction (Oxford, England), 1998

Guideline

Management of Male Infertility with Poor Sperm Morphology

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Male Infertility Treatment Guidelines

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

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