What is the appropriate therapy for intracranial dissection?

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Therapie der intrakraniellen Dissektion

Bei intrakranieller Dissektion sollte die Therapiewahl primär davon abhängen, ob eine Subarachnoidalblutung (SAB) vorliegt oder nicht: Bei ischämischer Präsentation ohne SAB ist Thrombozytenaggregationshemmung die Erstlinientherapie, während bei SAB mit Rupturrisiko eine endovaskuläre oder chirurgische Intervention erforderlich ist. 1, 2

Diagnostische Abklärung vor Therapieentscheidung

  • Bildgebung zum Ausschluss intrakranieller Blutung ist obligat vor Beginn jeglicher antithrombotischer Therapie 1
  • CTA oder MRA sind die bevorzugten diagnostischen Modalitäten zur Bestätigung der intrakraniellen Dissektion 3
  • Die Lokalisation (anterior vs. posterior) und das Vorliegen einer SAB bestimmen maßgeblich Prognose und Therapie 4, 5

Medikamentöse Therapie bei ischämischer Präsentation (ohne SAB)

Thrombozytenaggregationshemmung als Erstlinientherapie

Die American Heart Association empfiehlt Thrombozytenaggregationshemmung als First-Line-Behandlung bei intrakranieller Dissektion ohne SAB 1:

  • Aspirin 81-325 mg täglich 1
  • Clopidogrel 75 mg täglich 1
  • Aspirin 25 mg + Dipyridamol 200 mg retard zweimal täglich 1

Antikoagulation: Kontroverse Datenlage

Die Evidenz zur Antikoagulation bei intrakranieller Dissektion ist begrenzt und widersprüchlich:

  • Antikoagulation kann bei intrakranieller Dissektion das Outcome negativ beeinflussen, wenn eine SAB durch intrakranielle Extension auftritt 6
  • Die Canadian Stroke Best Practice Guidelines (2018) stellen fest, dass es an Evidenz zur Antikoagulation bei intrakranieller Dissektion mangelt und Entscheidungen auf individuellen klinischen Faktoren basieren müssen 3
  • Intrakranielle Dissektionen, besonders im vertebrobasilären Stromgebiet, bergen ein erhöhtes Risiko für SAB 3

Wichtiger Caveat: Einige Ärzte vermeiden Antikoagulation bei intrakraniellen Dissektionen aufgrund des potenziell erhöhten SAB-Risikos 3

Therapiedauer

  • Antithrombotische Therapie sollte für mindestens 3 Monate fortgesetzt werden, analog zu extrakraniellen Dissektionen 1
  • Die American Heart Association empfiehlt antithrombotische Therapie für 3-6 Monate bei symptomatischer Dissektion 7, 6

Endovaskuläre oder chirurgische Intervention

Indikationen für invasive Therapie

Endovaskuläre oder chirurgische Revaskularisation ist ausschließlich Patienten vorbehalten, die trotz optimaler antithrombotischer Therapie persistierende oder rezidivierende ischämische Symptome entwickeln 7, 6

SAB-Präsentation

  • Bei intrakranieller Dissektion mit SAB sollte eine frühe endovaskuläre oder chirurgische Intervention erfolgen, um Reblutungen zu verhindern 2
  • Die meisten Patienten mit SAB (76,9% in einer Serie) werden endovaskulär und/oder chirurgisch behandelt 4

Prognose und klinische Unterschiede

Ischämische vs. hämorrhagische Präsentation

Die Prognose unterscheidet sich erheblich je nach Präsentationsform:

  • Patienten mit ischämischer Präsentation haben eine günstigere Prognose (83,3% mit mRS ≤3 nach 90 Tagen) im Vergleich zu SAB-Patienten (46,2% mit mRS ≤3) 4
  • Bei allen Patienten mit ischämischer Präsentation, die medikamentös behandelt wurden, traten keine Todesfälle oder sekundäre intrakranielle Blutungskomplikationen nach 90 Tagen auf 4
  • Die Prognose ist bei Patienten mit SAB schlechter als bei solchen ohne 5

Anatomische Heilung

  • Anatomische Heilung tritt bei 72-100% der Patienten unter alleiniger medikamentöser Therapie auf 6
  • Dissektionen, die nicht vollständig anatomisch heilen, sind nicht mit einem erhöhten Rezidivschlaganfallrisiko assoziiert, sodass weitere Interventionen bei asymptomatischen Läsionen nicht gerechtfertigt sind 6

Algorithmus zur Therapieentscheidung

  1. Bildgebung durchführen: CT/MRT zum Ausschluss von SAB 1
  2. Bei SAB: Endovaskuläre/chirurgische Intervention erwägen 2
  3. Bei ischämischer Präsentation ohne SAB:
    • Thrombozytenaggregationshemmung beginnen (Aspirin, Clopidogrel oder Aspirin/Dipyridamol) 1
    • Antikoagulation nur mit äußerster Vorsicht erwägen, insbesondere bei vertebrobasilären Dissektionen 3, 6
  4. Therapiedauer: Mindestens 3 Monate antithrombotische Therapie 1
  5. Bei therapierefraktären Symptomen: Endovaskuläre/chirurgische Revaskularisation erwägen 7, 6

Wichtige Fallstricke

  • Antikoagulation bei intrakranieller Dissektion ist kontraindiziert, wenn eine SAB aus intrakranieller Extension auftritt, da intrakranielle vertebrobasiläre Dissektionen ein höheres Rupturrisiko tragen 6
  • Die Datenlage basiert hauptsächlich auf Beobachtungsstudien und Fallserien, da randomisierte kontrollierte Studien fehlen 5, 2
  • Intrakranielle Dissektionen werden häufiger bei Kindern und asiatischen Populationen beobachtet als extrakranielle Dissektionen 5

References

Guideline

Antithrombotic Therapy for Intracranial Dissection

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Research

Prognosis of intracranial dissection relates to site and presenting features.

Journal of clinical neuroscience : official journal of the Neurosurgical Society of Australasia, 2011

Guideline

Treatment of Vertebral Artery Dissection

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Vertebral Artery Dissection Diagnosis and Management

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

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