Methylprednisolon-Ausschleichen mit 2 mg pro Woche
Ein Ausschleichen von Methylprednisolon um 2 mg pro Woche ist zu schnell und wird nicht empfohlen – die Leitlinien fordern ein langsameres Ausschleichen von 1 mg Prednisolon-Äquivalent alle 4 Wochen, sobald eine Remission erreicht ist. 1, 2
Empfohlenes Ausschleichschema
Die strukturierte Vorgehensweise sollte in zwei Phasen erfolgen:
Phase 1: Initiales schnelles Ausschleichen
- Reduzieren Sie die Dosis innerhalb von 4-8 Wochen auf 10 mg/Tag Prednisolon-Äquivalent (entspricht etwa 8 mg Methylprednisolon) 1, 2
- Diese Phase gilt nach Erreichen der initialen Krankheitskontrolle 1
Phase 2: Langsames Ausschleichen nach Remission
- Reduzieren Sie um 1 mg Prednisolon-Äquivalent alle 4 Wochen (entspricht etwa 0,8 mg Methylprednisolon alle 4 Wochen) bis zum vollständigen Absetzen 1, 2
- Alternative Schemata wie 2,5 mg alle 10 Wochen sind ebenfalls akzeptabel 1
- Bei intramuskulärem Methylprednisolon: Reduktion um 20 mg alle 12 Wochen bis Woche 48, danach 20 mg alle 16 Wochen 1
Warum 2 mg pro Woche zu schnell ist
Das vorgeschlagene Schema von 2 mg/Woche würde bedeuten:
- Von 10 mg auf 0 mg in nur 5 Wochen
- Dies ist 8-mal schneller als die empfohlene Geschwindigkeit von 1 mg alle 4 Wochen 1, 2
- Erhöhtes Risiko für Rezidive und HPA-Achsen-Suppression 2, 3
Wichtige Überwachung
- Nachsorge alle 4-8 Wochen im ersten Jahr, alle 8-12 Wochen im zweiten Jahr 1, 2
- Bei Rezidiv: Erhöhung auf die zuvor wirksame Dosis, dann erneutes graduelles Ausschleichen über 4-8 Wochen 1
- Überwachung von Blutdruck, Blutzucker und Knochendichte bei längerer Therapie 2
Besondere Situationen
Bei Therapiedauer > 3 Wochen:
- Zweiphasiges Ausschleichen ist obligatorisch, um HPA-Achsen-Suppression zu vermeiden 2, 3
- Patienten mit multiplen kürzlichen Steroidkursen können kumulative HPA-Suppression haben 2, 3
Hochrisikopatienten (Diabetes, Hypertonie, Osteoporose, Glaukom):
- Noch vorsichtigeres Ausschleichen erforderlich 2
- Kalzium- und Vitamin-D-Supplementierung während der gesamten Therapie 2
Häufige Fallstricke
- Zu schnelles Ausschleichen führt zu Rezidiven – die Krankheitsaktivität muss während des gesamten Ausschleichens überwacht werden 1
- Abruptes Absetzen vermeiden – graduelles Ausschleichen ist nach längerer Therapie essentiell 4, 5
- Bei Rezidiv nicht einfach die Dosis erhöhen, sondern zur vorherigen wirksamen Dosis zurückkehren 1