Handcreme-Empfehlung bei leichter Neurodermitis und trockener Haut im Winter
Verwenden Sie eine Handcreme mit Harnstoff (Urea) und Glycerol in Tubenform, die parfümfrei ist und Petrolatum oder Mineralöl enthält, und tragen Sie diese mindestens alle 3-4 Stunden sowie unmittelbar nach jedem Händewaschen auf. 1, 2
Spezifische Produkteigenschaften
Wirkstoffe mit nachgewiesener Wirksamkeit
- Harnstoff (Urea) ist besonders wirksam bei Neurodermitis und trockener Haut, da es keratolytisch, feuchtigkeitsspendend, antipruritisch und hautbarriere-stärkend wirkt 3, 4, 5
- Eine 30%ige Harnstoff-Creme zeigte in Studien signifikante Verbesserungen bei Handekzemen mit reduziertem transepidermalem Wasserverlust, erhöhter Hautfeuchtigkeit und verminderter Hautrötung 4
- Kombinationen aus Harnstoff und Glycerol sind besonders effektiv, da sie die Hautbarriere stärker verbessern als einfache Paraffin-Cremes oder reine Glycerol-Produkte 5
- Glycerol-haltige Feuchtigkeitscremes zeigten in Netzwerk-Meta-Analysen signifikante Verbesserungen bei Neurodermitis-Symptomen 6
Grundzusammensetzung
- Parfümfreie Produkte mit Petrolatum oder Mineralöl werden von der American Academy of Dermatology als am wirksamsten und am wenigsten allergen empfohlen 1, 2
- Salben bieten maximale Penetration durch okklusive Eigenschaften, während Cremes wasserbasiert und nicht fettend sind - beide sind für sehr trockene Haut oder Winterzeit geeignet 1
- Vermeiden Sie Produkte in Tiegeln, um Kontamination zu verhindern; bevorzugen Sie Tubenverpackungen 1, 2
Anwendungsalgorithmus
Häufigkeit und Technik
- Tragen Sie mindestens 2 Fingerspitzen-Einheiten pro Hand auf (eine Fingerspitzen-Einheit = Menge vom Fingerendglied bis zur ersten Falte) 1, 2
- Verteilen Sie eine dünne Schicht gleichmäßig über die Hand, zwischen den Fingern, auf Nagelhaut und Fingerspitzen 1
- Warten Sie 1-3 Minuten vor Wiederaufnahme der Aktivität 1
- Wiederholen Sie die Anwendung alle 3-4 Stunden und nach jedem Händewaschen 1, 2
Intensivbehandlung für Winter
- "Soak and Smear"-Technik für schwere Trockenheit: Hände 20 Minuten in klarem Wasser einweichen, dann sofort Feuchtigkeitscreme auf die noch feuchte Haut auftragen, nächtlich für bis zu 2 Wochen 1, 2
- Nachts Feuchtigkeitscreme auftragen, gefolgt von Baumwoll- oder lockeren Plastikhandschuhen zur Schaffung einer okklusiven Barriere 1, 2
Händewaschen und Hautpflege-Routine
Richtige Händewasch-Technik
- Verwenden Sie lauwarmes oder kühles Wasser (niemals sehr heißes Wasser), um Hautbarriereschäden zu vermeiden 2
- Wählen Sie Seifen ohne allergene Tenside, Konservierungsstoffe, Duftstoffe oder Farbstoffe, idealerweise mit zugesetzten Feuchtigkeitscremes 2
- Tupfen Sie die Hände sanft trocken statt zu reiben 2
- Tragen Sie sofort nach dem Händewaschen Feuchtigkeitscreme auf - dies ist entscheidend für die Barrierefunktion 1, 2
Zu vermeidende Faktoren
- Vermeiden Sie Händewaschen mit Spülmittel oder anderen bekannten Reizstoffen 1, 2
- Vermeiden Sie Desinfektionstücher zur Handreinigung 2
- Vermeiden Sie das Auftragen von Handschuhen, wenn die Hände noch feucht vom Waschen sind 2
Zusätzliche Behandlungsoptionen
Bei unzureichender Besserung
- Wenn konservative Maßnahmen nach 6 Wochen versagen, erwägen Sie topische Kortikosteroide zur Behandlung von Schüben 1, 2
- Bei leichter bis mittelschwerer Neurodermitis haben topische Kortikosteroide niedrig bis mittlerer Potenz (z.B. Fluticason oder Mometason) einen steroidsparenden Effekt 1
- Bei therapierefraktären Fällen sollte eine dermatologische Überweisung erfolgen 2
Langfristige Kontrolle
- Regelmäßige Anwendung von Feuchtigkeitscremes verlängert die Zeit bis zum nächsten Schub und reduziert die benötigte Menge an topischen Kortikosteroiden 6
- Feuchtigkeitscremes in Kombination mit aktiver Behandlung sind wirksamer als aktive Behandlung allein 6
Wichtige Hinweise
- Tragen Sie taschengroße Feuchtigkeitscremes bei sich für häufige Wiederanwendung 1, 2
- Die Hautbarriere-Reparatur kann die nachfolgende atopische Entwicklung verhindern 1
- Harnstoff-Glycerol-Kombinationen zeigten FLG-abhängige Verstärkung der Behandlungseffekte, was besonders bei genetisch prädisponierten Neurodermitis-Patienten relevant ist 5