Clozapin und Hyponatriämie: Eine schützende Assoziation
Clozapin ist nicht mit einem erhöhten Risiko für Hyponatriämie assoziiert; im Gegenteil zeigt die Evidenz, dass Clozapin Hyponatriämie bei schizophrenen Patienten mit Polydipsie-Hyponatriämie-Syndrom korrigiert und normalisiert.
Therapeutischer Nutzen von Clozapin bei Hyponatriämie
Die verfügbare Evidenz zeigt durchweg, dass Clozapin eine schützende Wirkung auf den Natriumhaushalt hat:
Clozapin normalisiert die Plasmaosmolalität bei polydipsischen, hypoosmolaren schizophrenen Patienten, mit einem durchschnittlichen Anstieg von 15,2 mosm/kg (95% CI: 5-25,0) 1
Eine Dosis von 300 mg/Tag Clozapin ist ausreichend, um die Plasmaosmolalität zu normalisieren und wird im Allgemeinen gut vertragen 1
Clozapin stellt die erste wirksame Pharmakotherapie für schwere Wasserbilanzstörungen bei Schizophrenie dar 1
Vergleichende Häufigkeit von Hyponatriämie
Eine naturalistische Querschnittsstudie aus dem Jahr 2014 untersuchte die Häufigkeit von Hyponatriämie bei verschiedenen Antipsychotika-Behandlungen 2:
- Clozapin-Monotherapie: 3,4% (95% CI: -0,7,1) - wobei keiner der Clozapin-Patienten mit Hyponatriämie eine Monotherapie erhielt 2
- Andere atypische Antipsychotika: 4,9% (95% CI: -0,5,10,3) 2
- Typische Antipsychotika: 26,1% (95% CI: 8,2,44,0) - signifikant höher 2
Die Häufigkeit von Hyponatriämie unter Clozapin war ähnlich wie bei anderen atypischen Antipsychotika und signifikant niedriger als bei typischen Neuroleptika 2
Mechanismus der Natriumregulation
Bei Patienten mit Polydipsie und intermittierender Hyponatriämie zeigt Clozapin:
Signifikante Verbesserung der routinemäßig überwachten Natriumspiegel um 6 Uhr und 16 Uhr, was eine Normalisierung des Natriumstoffwechsels widerspiegelt 3
Verbesserung der Häufigkeit, Schwere und geschätzten Menge der Polydipsie über 26 Wochen Behandlung 3
Zeitreihenanalyse zeigte einen signifikanten Effekt von Clozapin (p = 0,017) auf die Normalisierung abnormaler Natriumspiegel 4
Wichtige klinische Überlegungen
Vorsicht bei schneller Natriumkorrektur
Ein Fall von Rhabdomyolyse wurde nach schneller Korrektur einer Hyponatriämie bei einem mit Clozapin behandelten Patienten berichtet, möglicherweise durch erhöhte Muskelzellpermeabilität unter Clozapin 5
Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer langsamen, kontrollierten Korrektur der Hyponatriämie, unabhängig von der antipsychotischen Medikation 5
Andere häufige Nebenwirkungen von Clozapin
Während Clozapin nicht mit Hyponatriämie assoziiert ist, sind andere wichtige Nebenwirkungen zu beachten:
Agranulozytose tritt bei etwa 0,4-1% der Patienten auf, unabhängig von der Dosis, ist aber bei sofortigem Absetzen in der Regel reversibel 6
Gewichtszunahme tritt bei 31% der Patienten auf und stellt eine der häufigsten Nebenwirkungen dar 7
Krampfanfälle treten bei etwa 3-5% der Patienten bei höheren Dosen auf, insbesondere bei schnellen Dosisänderungen 6
Klinische Implikation
Clozapin sollte nicht aufgrund von Bedenken hinsichtlich Hyponatriämie vermieden werden. Im Gegenteil, bei schizophrenen Patienten mit Polydipsie und Hyponatriämie kann Clozapin therapeutisch vorteilhaft sein 1, 3, 4. Die Evidenz deutet auf ein sicheres oder sogar positives Profil von Clozapin bei der Elektrolytregulation hin 2.