Umstellen von Escitalopram 10mg auf Bupropion
Empfohlene Umstellungsstrategie
Bei der Umstellung von Escitalopram 10mg auf Bupropion sollten Sie Escitalopram schrittweise über 1-2 Wochen ausschleichen, bevor Sie Bupropion beginnen, um Absetzerscheinungen zu vermeiden und das Risiko für Serotonin-Syndrom oder Arzneimitteltoxizität zu minimieren. 1, 2
Schritt-für-Schritt-Algorithmus
Phase 1: Ausschleichen von Escitalopram (Woche 1-2)
- Woche 1: Reduzieren Sie Escitalopram von 10mg auf 5mg täglich 1
- Woche 2: Reduzieren Sie auf 2,5mg täglich oder setzen Sie ab, je nach Verträglichkeit 2
- Alle SSRIs müssen langsam ausgeschlichen werden, da das Risiko für Absetzerscheinungen besteht 1
- Überwachen Sie auf Absetzerscheinungen: Schwindel, Parästhesien, grippeähnliche Symptome, Schlafstörungen, Reizbarkeit 2
Phase 2: Auswaschphase (3-7 Tage)
- Nach vollständigem Absetzen von Escitalopram warten Sie mindestens 3-7 Tage, bevor Sie Bupropion starten 2
- Diese Auswaschphase minimiert das Risiko für Arzneimittelinteraktionen und ermöglicht die Beurteilung des Baseline-Zustands 2
- Konservative Umstellungsstrategien mit angemessener Auswaschphase sind sicherer als direkte Cross-Taper-Methoden 2
Phase 3: Beginn von Bupropion (ab Woche 3)
- Tage 1-3: Bupropion SR 150mg einmal täglich morgens 1
- Ab Tag 4: Erhöhen Sie auf 150mg zweimal täglich (Gesamtdosis 300mg/Tag), falls gut vertragen 1
- Maximaldosis: 300mg pro Tag (aufgeteilt in zwei Dosen) 1
- Beginnen Sie Bupropion 1-2 Wochen vor dem geplanten vollständigen Rauchstopp, falls Raucherentwöhnung das Ziel ist 1
Wichtige Kontraindikationen und Warnhinweise
Absolute Kontraindikationen für Bupropion
- Krampfanfallsrisiko: Schlaganfall, Hirnmetastasen, Epilepsie in der Anamnese 1
- MAO-Hemmer: Erhöhtes Risiko für hypertensive Reaktionen 1
- Tamoxifen-Einnahme: Bupropion kann die Wirksamkeit beeinträchtigen 1
- Engwinkelglaukom 1
Überwachung auf neuropsychiatrische Nebenwirkungen
- Obwohl selten, überwachen Sie auf Entwicklung oder Verschlechterung von Depression, Suizidgedanken oder Suizidverhalten 1
- Bei Auftreten dieser Symptome sofort absetzen 1
- Die Vorteile der Raucherentwöhnung bzw. Depressionsbehandlung müssen gegen diese Risiken abgewogen werden 1
Häufige Nebenwirkungen
- Bupropion: Übelkeit (häufig, besonders während Chemotherapie zu beachten), Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit 1
- Escitalopram-Absetzen: Schwindel, Parästhesien, Reizbarkeit, Schlafstörungen 2
Alternative Strategien (falls direkte Umstellung nicht möglich)
Wenn schnellere Umstellung erforderlich ist
- Die STAR*D-Studie zeigte keine signifikanten Unterschiede in Wirksamkeit beim direkten Wechsel von einem SSRI (Citalopram) zu Bupropion SR, Sertralin oder Venlafaxin 1
- Etwa 25% der Patienten erreichen Symptomfreiheit nach Medikamentenwechsel 1
- Bei direktem Wechsel ist engmaschige Überwachung auf Arzneimittelinteraktionen erforderlich 2
Wenn Augmentation statt Wechsel erwogen wird
- Die American College of Physicians empfiehlt, Escitalopram beizubehalten und Bupropion SR hinzuzufügen, falls nur partielle Response auf Escitalopram besteht 3
- Augmentation mit Bupropion zeigte in STAR*D signifikant weniger Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen (12,5%) im Vergleich zu Buspiron (20,6%; P < 0,001) 1, 3
- Eine offene Pilotstudie zeigte 50% Remissionsrate mit der Kombination Escitalopram + Bupropion SR bei chronischer/rezidivierender Depression 4
Klinische Fallstricke
- Zu schnelles Ausschleichen: Führt zu schweren Absetzerscheinungen und potenziellem Rückfall 2
- Keine Auswaschphase: Erhöht Risiko für Arzneimitteltoxizität 2
- Übersehen von Kontraindikationen: Besonders Krampfanfallsrisiko bei Bupropion 1
- Unzureichende Aufklärung: Patienten müssen über mögliche Verschlechterung der Depression während der Umstellungsphase informiert werden 1, 2