IV-Infusion bei Kindern mit Influenza
Intravenöse Peramivir ist die einzige zugelassene IV-Infusionsoption für die Behandlung von akuter unkomplizierter Influenza bei Kindern ab 2 Jahren, sollte jedoch nur bei nicht-hospitalisierten Kindern mit Symptomen von nicht mehr als 2 Tagen Dauer eingesetzt werden, da die Wirksamkeit bei schwerer, hospitalisierungspflichtiger Influenza nicht nachgewiesen ist. 1
Verfügbare IV-Antivirale Optionen
Peramivir (Rapivab) - FDA-zugelassen
- Zugelassene Indikation: Akute unkomplizierte Influenza bei nicht-hospitalisierten Kindern ≥2 Jahre mit Symptomen ≤2 Tage 1
- Dosierung:
- Wichtige Einschränkung: Die Wirksamkeit bei hospitalisierten Patienten mit schwerer Influenza ist nicht etabliert 1
- Nicht empfohlen für Chemoprophylaxe 1
IV-Zanamivir - Nicht in den USA zugelassen
- IV-Zanamivir ist in den USA nicht zugelassen und bleibt investigativ 1
- Kann möglicherweise für compassionate use verfügbar sein, aber Verfügbarkeit ist unsicher 1
Klinische Entscheidungsfindung für IV-Therapie
Wann IV-Peramivir in Betracht ziehen:
- Primäre Indikation: Kinder ≥2 Jahre mit akuter unkomplizierter Influenza, die orale oder inhalative Medikamente nicht tolerieren können 1
- Limitierte Optionen: Wenn Kinder oral/enteral verabreichtes Oseltamivir nicht absorbieren können oder inhaliertes Zanamivir nicht tolerieren 1
Wichtige Einschränkungen:
- Nicht für hospitalisierte Patienten mit schwerer Erkrankung validiert - die Wirksamkeit ist in dieser Population nicht nachgewiesen 1
- Zeitfenster: Nur für Kinder mit Symptomen ≤2 Tage 1
- Altersgrenze: Nicht zugelassen für Kinder <2 Jahre 1
Bevorzugte Behandlungsstrategien
Erste Wahl bleibt oral/inhalativ:
- Orales Oseltamivir bleibt das antivirale Medikament der Wahl für die Behandlung von Influenza bei Kindern jeden Alters 1
- Inhaliertes Zanamivir ist eine gleichwertige Alternative für Patienten ohne chronische Atemwegserkrankungen 1
Behandlungsindikationen (unabhängig von der Verabreichungsform):
- Sofortige Behandlung anbieten für:
- Behandlung erwägen für:
Wichtige Fallstricke
Häufige Fehler vermeiden:
- Suboptimale Verschreibung: Studien zeigen, dass nur 37% der Kinder <2 Jahre und 34% der Kinder 2-5 Jahre mit Influenza antivirale Behandlung erhalten 1
- Hospitalisierte Kinder: Die Hälfte oder weniger der berechtigten hospitalisierten Kinder erhalten antivirale Behandlung 1
- Hochrisikokinder: Nur 58,1% der ambulanten Hochrisikokinder mit Influenza-Diagnose erhalten Behandlung 1, 2
Faktoren, die mit verminderter Behandlung assoziiert sind:
Praktische Überlegungen
Peramivir sollte nicht als Ersatz für orale/inhalative Therapie bei hospitalisierten Kindern mit schwerer Influenza verwendet werden, da keine Wirksamkeitsdaten für diese Population vorliegen 1. In solchen Fällen bleibt orales Oseltamivir die bevorzugte Option, auch wenn enterale Absorption suboptimal sein könnte 1, 3.
Die Entscheidung für IV-Therapie sollte auf der Unfähigkeit basieren, orale oder inhalative Medikamente zu verabreichen, nicht auf der Schwere der Erkrankung 1.