Testosteron-Injektion: Verabreichungstechnik und Dosierung
Testosteron wird intramuskulär tief in den Glutealmuskel injiziert, wobei Testosteron-Enanthat oder -Cypionat in einer Dosis von 100-200 mg alle 2 Wochen oder 50-100 mg wöchentlich verabreicht wird. 1, 2, 3
Injektionsorte
Primäre Injektionsstellen:
- Glutealmuskel (Gesäßmuskel): Die bevorzugte Stelle für die Verabreichung durch eine andere Person, mit tiefer intramuskulärer Injektion 1, 2, 3
- Anterolateraler Oberschenkel: Geeignet für die Selbstinjektion durch den Patienten 1, 2
Wichtiger Hinweis: Die FDA-Kennzeichnung betont ausdrücklich, dass Testosteron-Cypionat nur zur intramuskulären Anwendung bestimmt ist und nicht intravenös verabreicht werden darf 3
Dosierungsschemata
Kurzwirksame Injektionen (Enanthat/Cypionat):
- Standarddosierung: 100-200 mg alle 2 Wochen 1, 2, 3
- Wöchentliche Dosierung: 50-100 mg wöchentlich - bietet stabilere Testosteronspiegel mit weniger Schwankungen 1, 2
- Die wöchentliche Verabreichung reduziert die Zeit in supra- und subtherapeutischen Bereichen und kann das kardiovaskuläre Risiko verringern 1, 2
Langwirksame Injektionen (Undecanoat):
- Initialdosis: 750 mg, gefolgt von 750 mg nach 4 Wochen 1, 2
- Erhaltungsdosis: 750 mg alle 10 Wochen 1, 2
- Muss ausschließlich als gluteale intramuskuläre Injektion verabreicht werden 1, 2
Benötigte medizinische Materialien
Für die Injektion erforderlich:
- Nadeln zum Aufziehen: 18-Gauge-Nadeln zum Aufziehen aus der Durchstechflasche 2
- Injektionsnadeln: 21-23 Gauge, 1-1,5 Zoll Länge für intramuskuläre Injektion 2
- Spritzen: 1-3 ml (typischerweise 3 ml für 100-200 mg Dosen) 2
- Alkoholtupfer zur Reinigung der Durchstechflasche und Injektionsstelle 2
- Mullkompressen oder Wattebällchen zum Druckausüben nach der Injektion 2
- Pflaster zum Abdecken der Injektionsstelle 2
- Kanülenabwurfbehälter zur sicheren Entsorgung 2
Überwachung und Dosisanpassung
Testosteronspiegel-Kontrolle:
- Erstmessung: 2-3 Monate nach Therapiebeginn oder Dosisänderung 1, 2
- Zeitpunkt bei Injektionen: Mittelpunkt zwischen den Injektionen messen, Zielwert im mittleren Normalbereich (500-600 ng/dL) 1, 2
- Langzeitüberwachung: Alle 6-12 Monate nach Erreichen stabiler Spiegel 1, 2
Dosisanpassung: Die Dosierung wird entsprechend dem Ansprechen des Patienten und dem Auftreten von Nebenwirkungen angepasst 3
Alternative: Subkutane Verabreichung
Neuere Evidenz zeigt, dass subkutane Testosteron-Injektionen eine wirksame Alternative darstellen 4, 5:
- Dosen von 50-150 mg wöchentlich subkutan erreichen therapeutische Testosteronspiegel 4
- Wirksam über einen breiten BMI-Bereich (19,0-49,9 kg/m²) 4
- Weniger schmerzhaft und einfacher zur Selbstverabreichung 4
- In einer Studie bevorzugten alle 22 Patienten, die von IM auf SC wechselten, die subkutane Methode 4
- Stabile Testosteronspiegel zwischen den Injektionen (Mittelwert 627 ± 206 ng/dL) 5
Sicherheitsüberlegungen
Kardiovaskuläres Risiko:
- Injizierbare Testosteronpräparate können ein höheres kardiovaskuläres Risiko im Vergleich zu transdermalen Präparaten aufweisen, möglicherweise aufgrund schwankender Testosteronspiegel 1, 2
- Die FDA hat 2015 eine Kennzeichnungsänderung vorgenommen, um auf ein mögliches erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall hinzuweisen 1
Häufige Fallstricke vermeiden:
- Durchstechflasche vor der Verabreichung erwärmen und schütteln, um Kristalle aufzulösen, die sich bei niedrigeren Temperaturen gebildet haben könnten 3
- Vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbungen prüfen 3
- Von Anfang an eine sichere Entsorgungsmethode für Kanülen bereitstellen 2
Vergleich mit transdermalen Alternativen
Obwohl Injektionen die Standardtherapie darstellen, sind transdermale Präparate (Gele, Pflaster) eine Alternative für Patienten, die Injektionen ablehnen 6: