Fruchtsäfte und Krebsrisiko
Fruchtsäfte sind nicht die beste Wahl zur Krebsprävention und sollten nur in Maßen konsumiert werden – ganze Früchte und Gemüse sind deutlich vorzuziehen, da Säfte weniger Ballaststoffe, weniger schützende Nährstoffe und mehr natürlichen Zucker enthalten. 1
Hauptempfehlungen der American Cancer Society
Die aktuellsten Leitlinien (2020) der American Cancer Society stellen klar:
Fruchtsäfte können eine bequeme Möglichkeit sein, bioaktive Komponenten aus Obst und Gemüse zu konsumieren, aber sie sind nicht der beste Weg, um Nährstoffe aus pflanzlichen Lebensmitteln zu erhalten. 1
Säfte enthalten weniger Ballaststoffe, niedrigere Mengen einiger anderer nützlicher Nährstoffe und mehr natürlich vorkommenden Zucker als die ganzen Früchte und Gemüse, aus denen sie hergestellt werden. 1
Wenn Sie Frucht- oder Gemüsesäfte trinken, wählen Sie 100% Saft. 1
Evidenz zum Krebsrisiko
Mögliche Risikoerhöhung
Die neueste Forschung zeigt besorgniserregende Zusammenhänge:
Eine Meta-Analyse von 2023 fand, dass jede Erhöhung des Fruchtsaftkonsums um 250 ml/Tag mit einem 31% höheren Risiko für Krebs insgesamt, 22% höherem Melanomrisiko, und 29% höherem Schilddrüsenkrebsrisiko assoziiert war (allerdings mit niedriger Evidenzqualität). 2
Eine Dosis-Wirkungs-Analyse von 2021 zeigte, dass das Krebsrisiko um 14% pro Portion/Tag Fruchtsaft ansteigt. 3
Bei Brustkrebspatientinnen war höherer Fruchtsaftkonsum mit höherer brustkrebsspezifischer Mortalität (33% Erhöhung) und Gesamtmortalität (19% Erhöhung) assoziiert – wobei Apfelsaft hauptsächlich für diese Risiken verantwortlich war, während Orangensaft nicht mit erhöhtem Risiko verbunden war. 4
Mechanismen der möglichen Risikoerhöhung
Fruchtsäfte können das Krebsrisiko indirekt durch ihre Auswirkungen auf Adipositas, Entzündungsmarker, Insulin-like Growth Factor-I (IGF-I) Spiegel und fortgeschrittene Glykationsendprodukte erhöhen. 5
Der hohe Zuckergehalt erhöht die Kalorienaufnahme ohne schützende Nährstoffe bereitzustellen und kann durch Förderung von Adipositas und Erhöhung der Insulinspiegel indirekt das Krebsrisiko steigern. 1
Wichtige Einschränkungen
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass ausschließlicher Konsum von Säften für ≥1 Tag das Krebsrisiko reduziert oder andere gesundheitliche Vorteile bietet – sogenannte "Juice Cleanses" oder "Detox-Diäten" werden nicht durch wissenschaftliche Evidenz gestützt. 1
Praktische Empfehlungen
Was Sie tun sollten:
Essen Sie fünf oder mehr Portionen einer Vielfalt von Gemüse und Früchten täglich in ihren verschiedenen Formen: frisch, gefroren, in Dosen, getrocknet und entsaftet. 1
Bevorzugen Sie ganze Früchte und Gemüse gegenüber Säften, um maximale Ballaststoffe und schützende Nährstoffe zu erhalten. 1
Wenn Sie Säfte konsumieren, tun Sie dies in Maßen als Teil eines gesunden Ernährungsmusters. 1
Besondere Vorsichtsmaßnahmen:
Fruchtsaft kann aufgrund seines Kaloriengehalts zur Gewichtszunahme beitragen, wenn große Mengen konsumiert werden. 1
Kommerziell hergestellte Säfte sollten zu 100% aus Gemüse oder Früchten bestehen. 1
Das Entsaften kann die Absorption einiger Nährstoffe verbessern, aber die Säfte sind weniger sättigend als ganze Früchte und Gemüse. 1
Evidenzqualität
Die Evidenz zur Beziehung zwischen Fruchtsäften und Krebsrisiko ist überwiegend von niedriger bis sehr niedriger Qualität, basierend auf Beobachtungsstudien. 2 Die absoluten Effektgrößen sind klein, aber die konsistente Richtung der Assoziation über mehrere Studien hinweg rechtfertigt einen vorsichtigen Ansatz. Die stärkste und aktuellste Leitlinienempfehlung stammt von der American Cancer Society (2020), die klar ganze Früchte und Gemüse gegenüber Säften priorisiert. 1