Should oral anticoagulants be bridged with heparin (unfractionated heparin) before surgery?

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Last updated: December 28, 2025View editorial policy

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Bridging oraler Antikoagulanzien mit Heparin vor Operationen

Bei den meisten Patienten unter oraler Antikoagulation sollte kein Heparin-Bridging vor elektiven Operationen durchgeführt werden, da dies das Blutungsrisiko um das 2-3-fache erhöht, ohne thromboembolische Ereignisse zu reduzieren. 1, 2

Wann KEIN Bridging durchgeführt werden sollte

Die Mehrheit der Patienten benötigt kein Bridging:

  • Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern sollten NICHT gebridgt werden, unabhängig vom CHADS₂-Score 1, 3
  • Patienten mit venöser Thromboembolie (VTE) älter als 3 Monate benötigen kein Bridging 1
  • Patienten mit Thrombophilie (Faktor-V-Leiden, Protein-C/S-Mangel) benötigen trotz Laborabnormalitäten kein Bridging 1
  • Alle Patienten unter direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs) benötigen aufgrund der kurzen Halbwertszeit kein Bridging 4, 1

Die französische GIHP-Leitlinie betont explizit: "Präoperatives Bridging mit UFH oder LMWH wird nicht empfohlen" für DOAK-Patienten 4. Die European Heart Rhythm Association bestätigt: "Präoperatives Bridging mit LMWH oder Heparin wird bei DOAK-behandelten Patienten nicht empfohlen" 4.

Wann Bridging durchgeführt werden sollte

Nur Hochrisikopatienten profitieren vom Bridging:

  • Mechanische Mitralklappe oder jede mechanische Klappe mit vorherigem Schlaganfall/TIA 4, 1, 3
  • Vorhofflimmern MIT Mitralstenose 1
  • Frische VTE innerhalb der letzten 3 Monate 1, 3
  • Schwere Thrombophilie mit aktiven thrombotischen Komplikationen 1
  • Ausgewählte Krebspatienten mit hohem VTE-Risiko 1

Bei mechanischen Aortenklappen (bileaflet) ohne zusätzliche Risikofaktoren ist kein Bridging erforderlich 3.

Praktisches Bridging-Protokoll für Hochrisikopatienten

Präoperatives Management bei Vitamin-K-Antagonisten:

  • Tag -5: Warfarin/Phenprocoumon absetzen 1, 5
  • Tag -3 bis -4: LMWH in therapeutischer Dosis beginnen, wenn INR <2,0 fällt 1, 3
    • Enoxaparin 1 mg/kg zweimal täglich ODER
    • Dalteparin 100 IE/kg zweimal täglich 1
  • Tag -1: Letzte LMWH-Dosis 24 Stunden vor dem Eingriff 1, 5
  • Bei Niereninsuffizienz (CrCl <30 ml/min): Unfraktioniertes Heparin i.v. statt LMWH verwenden 1, 6

Postoperatives Management:

Hochblutungsrisiko-Eingriffe (kardiale, intrakranielle, spinale Chirurgie, große Gefäßchirurgie):

  • Therapeutisches Heparin für 48-72 Stunden verzögern 1
  • Stufenweiser Ansatz erwägen: Prophylaktische LMWH-Dosis (Enoxaparin 40 mg täglich) für erste 24-48 Stunden, dann Steigerung auf therapeutische Dosis 1

Niedriges bis moderates Blutungsrisiko:

  • Therapeutisches LMWH 24 Stunden nach dem Eingriff wieder aufnehmen, wenn adäquate Hämostase erreicht ist 1

Vitamin-K-Antagonisten:

  • Am Abend nach oder am Morgen nach der Operation in üblicher Erhaltungsdosis wieder beginnen (oder 1,5-fache Erhaltungsdosis für 2 Tage) 1

Management direkter oraler Antikoagulanzien (DOAKs)

Kein Bridging erforderlich – einfach zeitgerechtes Absetzen basierend auf Nierenfunktion und Blutungsrisiko 4, 1:

Niedriges Blutungsrisiko:

  • Letzte Dosis am Morgen des Vortages (bei zweimal täglicher Einnahme) 4
  • Letzte Dosis am Morgen des Vortages (bei einmal täglicher Morgeneinnahme) 4

Hohes Blutungsrisiko:

  • Xabane (Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban): 3 Tage vor dem Eingriff absetzen bei CrCl >30 ml/min 4
  • Dabigatran: 4 Tage bei CrCl >50 ml/min, 5 Tage bei CrCl 30-50 ml/min 4

Wiederaufnahme:

  • 24-72 Stunden nach dem Eingriff, abhängig vom Blutungsrisiko und erreichter Hämostase 4, 1

Kritische Fallstricke

  • Nicht allein aufgrund der Antikoagulationsindikation bridgen – selbst Vorhofflimmern-Patienten mit CHADS₂-Scores von 5-6 profitieren nicht vom Bridging 1
  • Therapeutisches Heparin nicht zu früh postoperativ beginnen – dies ist der Haupttreiber für schwere Blutungskomplikationen 1
  • Chirurgische Hämostase vor jeglichem postoperativen Heparin beurteilen – Wunddrainage (Menge, Art, Verlauf) prüfen, bevor therapeutische Dosen gegeben werden 1
  • Schwere Blutungen erfordern verlängerte Antikoagulationsunterbrechung, was paradoxerweise das thrombotische Risiko erhöht – Blutungsprävention hat oberste Priorität 1

References

Guideline

Heparin Bridging Guidelines

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Anticoagulation Bridging in High-Risk Patients

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

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