Can paracetamol (acetaminophen) be given to patients with liver cirrhosis?

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Last updated: December 28, 2025View editorial policy

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Paracetamol bei Leberzirrhose: Ja, aber mit Dosisreduktion

Paracetamol kann bei Patienten mit Leberzirrhose sicher angewendet werden, sollte jedoch auf eine maximale Tagesdosis von 2-3 g begrenzt werden, anstatt der üblichen 4 g bei gesunden Erwachsenen. 1, 2, 3

Empfohlene Dosierung

  • Maximale Tagesdosis: 2-3 g (2000-3000 mg) täglich für alle Schweregrade der Zirrhose 3, 4, 5, 6
  • Verabreichungsschema: 500-650 mg alle 6-8 Stunden in geteilten Dosen, nicht als Einzeldosis 3
  • Diese Reduktion berücksichtigt die verlängerte Halbwertszeit und veränderte Metabolisierung bei Zirrhose 1

Warum Paracetamol das bevorzugte Analgetikum ist

Paracetamol ist tatsächlich das Analgetikum der ersten Wahl bei zirrhotischen Patienten, da Alternativen deutlich gefährlicher sind:

  • NSAIDs müssen vermieden werden wegen des Risikos für Nierenversagen, hepatorenales Syndrom, gastrointestinale Blutungen und Dekompensation von Aszites 1, 3, 4, 5, 6
  • Opioide bergen ein erhebliches Risiko für hepatische Enzephalopathie und sollten wenn möglich vermieden werden 1, 3

Evidenz für Sicherheit

Die aktuellen Leitlinien basieren auf solider Evidenz:

  • Keine Assoziation mit Dekompensation: Studien zeigen, dass tägliche Dosen von 2-3 g keine Dekompensation bei Patienten mit Leberzirrhose verursachen 2, 3
  • Kurzzeitanwendung sicher: Eine kontrollierte Studie von 2022 zeigte, dass selbst bei kompensierter Zirrhose 1,3 g/Tag über 5 Tage keine klinischen Nebenwirkungen oder Erhöhung sensitiver Leberschädigungsmarker (GLDH, K18) verursachte 7
  • Langzeitanwendung: Selbst bei aktiv trinkenden Alkoholikern mit Zirrhose führte die Einnahme von bis zu 3 g Paracetamol täglich über 30 Tage nicht zu vermehrten Dekompensationsepisoden 1

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Bei Alkoholkonsum und Mangelernährung

  • Erhöhte Vorsicht bei aktiven Alkoholikern und mangelernährten Patienten, da diese ein höheres Risiko für Leberschädigung haben 1, 3
  • Die EASL-Leitlinien von 2018 warnen explizit vor der Anwendung bei mangelernährten ALD-Patienten 1
  • Dennoch: Selbst bei chronischen Alkoholkonsumenten verursachen therapeutische Dosen keine progressive Zirrhose 2

Kombinationspräparate

  • Prüfen Sie alle Medikamente auf Paracetamol-Gehalt, um unbeabsichtigte Überdosierung zu vermeiden 3, 8
  • Die FDA empfiehlt, Kombinationspräparate auf ≤325 mg Paracetamol pro Dosierungseinheit zu begrenzen 2, 3

Monitoring

  • Bei Verdacht auf Paracetamol-induzierte Leberschädigung: Sofortiges Absetzen und Gabe von N-Acetylcystein erwägen 1
  • Patienten über die 2-3 g Tagesgrenze aufklären und anweisen, alle Medikamentenetiketten zu überprüfen 3

Praktische Umsetzung

Für einen Patienten mit Leberzirrhose, der regelmäßige Analgesie benötigt:

  1. Beginnen Sie mit 500-650 mg alle 6-8 Stunden (Gesamtdosis 2000-2600 mg/Tag) 3
  2. Vermeiden Sie NSAIDs vollständig 1, 3
  3. Opioide nur als letzte Option und dann in reduzierter Dosis mit verlängerten Dosierungsintervallen 1
  4. Dokumentieren Sie alle Paracetamol-Quellen einschließlich rezeptfreier Präparate 3, 8

Häufige Fallstricke

  • Nicht automatisch auf Opioide ausweichen aus Angst vor Paracetamol – dies ist gefährlicher 1, 3
  • Nicht die 4 g-Dosis aus der Normalbevölkerung übernehmen – bei Zirrhose gilt die 2-3 g-Grenze 3, 4, 5, 6
  • Nicht vergessen, dass die Clearance von Paracetamol-Protein-Addukten bei Zirrhose dramatisch verzögert ist, auch wenn kurzfristige klinische Sicherheit nachgewiesen wurde 7

References

Guideline

Guideline Directed Topic Overview

Dr.Oracle Medical Advisory Board & Editors, 2025

Guideline

Maximum Single Dose of Acetaminophen for Adults

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Guideline

Acetaminophen Guidelines in Mild Cirrhosis

Praxis Medical Insights: Practical Summaries of Clinical Guidelines, 2025

Research

Analgesia for the cirrhotic patient: a literature review and recommendations.

Journal of gastroenterology and hepatology, 2014

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