Initiierung und Anpassung der inspiratorischen Druckunterstützung (ΔPSupp)
Die inspiratorische Druckunterstützung sollte mit einem Ausgangsniveau von mindestens 4 cm H₂O begonnen und schrittweise alle 5 Minuten erhöht werden, bis ein Atemzugvolumen von 6-8 ml/kg erreicht wird, wobei die maximale Druckunterstützung 20 cm H₂O nicht überschreiten sollte. 1
Ausgangswerte für die Druckunterstützung
- Minimale Druckunterstützung: Beginnen Sie mit mindestens 4 cm H₂O Druckunterstützung (PS) 1
- Maximale Druckunterstützung: Die obere Grenze liegt bei 20 cm H₂O 1
- IPAP-Einstellungen: Der empfohlene minimale IPAP beträgt 8 cm H₂O, der maximale IPAP sollte 30 cm H₂O bei Patienten ≥12 Jahren nicht überschreiten 1
- EPAP-Einstellungen: Der minimale EPAP sollte 4 cm H₂O betragen 1
Schrittweise Anpassung der Druckunterstützung
Bei niedrigem Atemzugvolumen
- Erhöhen Sie die Druckunterstützung alle 5 Minuten, wenn das Atemzugvolumen unter 6-8 ml/kg liegt 1
- Bei COPD-Patienten kann eine Druckunterstützung von durchschnittlich 9 ± 3 cm H₂O das Atemzugvolumen auf über 4 ml/kg erhöhen 2
- Höhere Druckunterstützungsniveaus (27 ± 5 cm H₂O) können bei akutem Atemversagen erforderlich sein, um ein regelmäßiges Atemmuster zu erreichen 3
Bei Hyperkapnie
- Erhöhen Sie die Druckunterstützung, wenn der arterielle PCO₂ 10 mm Hg oder mehr über dem PCO₂-Ziel liegt und dies für 10 Minuten oder länger anhält 1
- Das akzeptable Ziel für PCO₂ ist ein Wert, der kleiner oder gleich dem Wach-PCO₂ ist 1
- Die Druckunterstützung kann die Atemfrequenz senken (von 36 ± 5 auf 16 ± 3 Atemzüge/Minute) und die alveoläre Ventilation verbessern 2
Bei Hypoxämie
- Erhöhen Sie die Druckunterstützung, wenn die SpO₂ für 5 Minuten oder länger unter 90% bleibt UND das Atemzugvolumen niedrig ist (<6-8 ml/kg) 1
- Bei ARDS-Patienten sollte die SpO₂ zwischen 92-96% oder PaO₂ zwischen 70-90 mm Hg liegen 4, 5
Bei unzureichender Atemmuskelentlastung
- Erhöhen Sie die Druckunterstützung, wenn die Atemmuskelentlastung nach 10 Minuten oder länger bei den aktuellen Einstellungen nicht erreicht wurde 1
- Die Druckunterstützung reduziert die Atemarbeit und verbessert die Synchronität zwischen Patient und Beatmungsgerät 6, 3
Kombination mit PEEP bei COPD-Patienten
- Wenden Sie externen PEEP an, der 75% des statischen intrinsischen PEEP entspricht, um ineffektive Atemanstrengungen zu reduzieren 7
- Dies kann die metabolische Arbeit des Zwerchfells um 59% reduzieren und den dynamischen PEEP um 31% senken, ohne den Gasaustausch zu beeinträchtigen 7
- Der EPAP hilft, den intrinsischen PEEP auszugleichen, was die Triggerarbeit reduziert und die Atemarbeit verringert 1
Überwachungsparameter
- Atemzugvolumen: Ziel 6-8 ml/kg vorhergesagtes Körpergewicht 1
- Atemfrequenz: Überwachen Sie die Reduktion der Atemfrequenz als Zeichen für ausreichende Unterstützung 1
- Arterielle Blutgase: Verwenden Sie transkutanes oder endtidales PCO₂ zur Anpassung, idealerweise validiert durch arterielle Blutgasanalyse 1
- Plateaudruck: Bei ARDS sollte der Plateaudruck ≤30 cm H₂O bleiben 1, 4
- Driving Pressure (ΔP): Halten Sie den Driving Pressure unter 15 cm H₂O, da höhere Werte mit schlechteren Outcomes assoziiert sind 1
Backup-Rate bei unzureichender Spontanatmung
- Verwenden Sie einen Backup-Modus (ST-Modus) bei Patienten mit zentraler Hypoventilation, signifikanten zentralen Apnoen oder unangemessen niedriger Atemfrequenz 1
- Die Ausgangs-Backup-Rate sollte gleich oder etwas niedriger als die spontane Schlafatemfrequenz sein (mindestens 10 Atemzüge/Minute) 1
- Erhöhen Sie die Backup-Rate in Schritten von 1-2 Atemzügen/Minute alle 10 Minuten, wenn das gewünschte Ziel nicht erreicht wurde 1
Häufige Fallstricke und deren Vermeidung
- Vermeiden Sie zu hohe Druckunterstützung: Bei COPD-Patienten können zu hohe Druckunterstützungsniveaus zu ineffektiven Atemanstrengungen führen, die den Ventilator nicht triggern können, was die "verschwendete" Atemarbeit erhöht 7
- Vergessen Sie nicht den externen PEEP: Bei COPD-Patienten mit intrinsischem PEEP ist die Anwendung von externem PEEP entscheidend, um ineffektive Atemanstrengungen zu reduzieren 7
- Überwachen Sie die Synchronität: Die Druckunterstützung verbessert die Synchronität zwischen Patient und Beatmungsgerät, aber falsche Einstellungen können zu Asynchronie führen 6, 3
- Beachten Sie die Oxygenierung: Wenn die SpO₂ trotz optimierter Druckunterstützung und Atemfrequenz unter 90% bleibt, fügen Sie supplementären Sauerstoff hinzu (beginnend mit 1 L/Minute) 1