Ziprasidone Steckbrief
Dosierung und Verabreichung
Ziprasidone wird bei Schizophrenie oral mit 40-80 mg zweimal täglich für akute Phasen und 20-80 mg zweimal täglich für chronische Verläufe dosiert, wobei die intramuskuläre Formulierung mit 10-20 mg (optimal 20 mg) für akute Agitiertheit eingesetzt wird. 1, 2
Orale Therapie
- Startdosis: 40 mg/Tag, obwohl die klinische Praxis in Krankenhaussystemen häufig mit höheren Initialdosen von durchschnittlich 91 mg/Tag beginnt 3
- Zieldosis bei Schizophrenie: 80-160 mg/Tag, aufgeteilt in zwei Tagesdosen 2, 4
- Erhaltungsdosis: 40 mg/Tag kann bei stabilen Patienten ausreichend sein 4
- Maximaldosis laut Zulassung: 160 mg/Tag, jedoch zeigen Daten aus der klinischen Praxis, dass 51,6% der Patienten Dosen über 160 mg/Tag erhalten, mit Durchschnittsdosen von 179 mg/Tag bei hospitalisierten Patienten 3
Intramuskuläre Akuttherapie
- Dosierung bei akuter Agitiertheit: 10-20 mg IM, wobei 20 mg eine signifikantere Reduktion der Agitationswerte zeigt 1
- Wiederholungsdosis: Alle 2-4 Stunden nach Bedarf, maximal 40 mg/Tag 1
- Wirkungseintritt: 15-30 Minuten nach Injektion 1, 5
- Keine Wartezeit erforderlich: Bei Umstellung von Haloperidol kann Ziprasidone sofort verabreicht werden, ohne Auswaschphase 6
Klinische Wirksamkeit
Zugelassene Indikationen
- Schizophrenie: Wirksam gegen positive und negative Symptome sowie affektive Symptome 2, 7
- Akute Agitiertheit: Die IM-Formulierung ist die einzige schnell wirksame atypische Antipsychotikum-Option für akute Agitation 2, 7
- Rückfallprävention: Effektiv bei stabilen chronischen Patienten über Langzeitbehandlung 7, 4
Off-Label-Anwendungen
- Agitiertheit verschiedener Ätiologien: Psychiatrische Störungen, Alkoholintoxikation, substanzinduzierte Zustände 6, 5
- Antiemetikum: Bei Gastroparese aufgrund dopaminrezeptorblockierender Effekte 6
Pharmakologisches Profil
Wirkmechanismus
- Atypisches Antipsychotikum mit einzigartigem Neurotransmitter-Rezeptorbindungsprofil 2
- 5-HT1D-Antagonismus und 5-HT1A-Agonismus, konsistent mit antidepressivem und anxiolytischem Potenzial 4
Verträglichkeitsprofil
Metabolische Vorteile:
- Gewichtsneutral: Eines der gewichtsneutralsten Antipsychotika mit durchschnittlichem Gewichtsverlust von 2,1 kg über 12 Wochen 8
- Minimale metabolische Effekte: Keine signifikanten Auswirkungen auf Cholesterin, Triglyzeride oder glykämische Kontrolle 1
- Keine Hyperlipidämie oder Hyperglykämie: Im Gegensatz zu den meisten atypischen Antipsychotika 4
Weitere Vorteile:
- Niedrige EPS-Rate: Geringe Wahrscheinlichkeit für extrapyramidale Symptome 9, 2, 4
- Geringe Sedierung: Niedrige Inzidenz sedativer Effekte 4
- Keine anticholinergen Effekte 4
- Geringere sexuelle Nebenwirkungen: Im Vergleich zu vielen anderen Antipsychotika 1
Kardiale Sicherheitsaspekte
QTc-Verlängerung
Ziprasidone ist mit QTc-Intervall-Verlängerung assoziiert und erfordert kardiale Vorsichtsmaßnahmen. 6, 2, 4
Kontraindikationen:
- Patienten mit Risiko für Torsades de Pointes 6
- Baseline-QT-Verlängerung 6
- Gleichzeitige Einnahme anderer QT-verlängernder Medikamente 6
- Kürzlicher akuter Myokardinfarkt 6
Klinische Entscheidungsfindung:
- Vor Therapiebeginn kardiale Kontraindikationen ausschließen 6, 1
- Bei Patienten mit kardialen Risikofaktoren mit Vorsicht anwenden 5
Vergleichende Wirksamkeit
- Versus Haloperidol: Ziprasidone IM zeigte größere Reduktion der BPRS-Gesamtscores, BPRS-Agitationsitems und CGIS-Scores mit niedrigerer Inzidenz von Bewegungsstörungen 9
- Versus Olanzapine/Risperidon/Quetiapin: Non-inferior bezüglich PANSS-Gesamtscore mit dem Vorteil des Gewichtsverlusts statt Gewichtszunahme 8
- Versus konventionelle Therapie: Vergleichbare Wirksamkeit zu Haloperidol plus Lorazepam mit weniger extrapyramidalen Nebenwirkungen 9, 6
Klinischer Entscheidungsalgorithmus
Ziprasidone bevorzugen bei:
- Patienten mit metabolischen Bedenken oder Gewichtsproblemen 6, 1
- Notwendigkeit schneller Agitationskontrolle ohne übermäßige Sedierung 6, 1
- Akute Agitiertheit in der Notaufnahme (20 mg IM) 6, 1, 5
- Patienten mit Bedenken bezüglich sexueller Nebenwirkungen 1
Ziprasidone vermeiden bei: